VON
OMAR AL RASCHID BEY
HERAUSGEGEBEN VON
1912
Alphabetische
Zusammenstellung
der
in
den
Text
unübersetzt
aufgenommenen
Sanskritworte.
adhyâya,
Lehrabschnitt
âkâsha,
Erscheinung.
Grundbedeutung
der
Wurzel
kâsh
(kâs,
kâç),
Licht,
Schein;
in
Ableitungen
und
Zusammensetzungen:
erschauen,
sichtbar
werden,
zutage
treten,
erscheinen.
* Derselbe
Laut
in
derselben
Bedeutung
ist
auch
in
slawischen
Sprachen
erhalten
(russisch:
̶ ̶ ̶ -). Hierzu
wolle
man
die
philosophisch
tiefe
Bedeutung
des
Wortes
'er-Schein-ung'
in
Betracht
ziehen,
wie
solche
sich
in
weit
auseinander
liegenden
Sprachstämmen
vorfindet:
' ̶ ̶ ̶ -' (swjet)
russisch,
bedeuted
gleichzeitig
Welt
und
Lichtschein;
ungarisch:
'villág'
Licht,
Schein
und
Welt;
japanisch;
'atsútsuyo'
Schein
und
Welt
etymologisch:
erwachtes
Leben).
* Danach
wäre
âkâsha
'Welterscheinung'.
Zu
dieser
Grundbedeutung
kommt
aber
noch
die
weitere:
'Raumzeitlichkeit'
hinzu.
Diese
ist
in
der
vedischen
Literatur
in
einer
Reihe
von
Stellen
nachweisbar,
welche
Stellen
erst
durch
solche
Duplizität
der
Bedeutung
volle
Klarheit
erlangen;
siehe
vor
allem
Brihad-âranyaka-upanishad
3,8 und
die
Ausführungen
im
Oupnek'hat;
dort
spricht
es
Yâdschñavalkya
mit
deutlichen
Worten
aus,
dass
âkâsha
'Raum
und
Zeit'
bedeute
und
mâyâ,
das
heisst
'Schein'
sei.
* Im
Gegensatz
zu
raum-zeitlicher
Welt-Erscheinung
wird
das
Wesen
der
Welt
als
'anâkâsham
raumzeitlos'
bezeichnet.
Dazu
hat
sich
die
gleiche
Doppelbedeutung
des
Wortes
auch
im
Pâli
erhalten:
'avakâso'
gekürzt:
'okâso'
bezeichnet
Raum
und
Zeit
zugleich;
'okâsam
karoti'
heisst
Platz
schaffen,
Zeit
und
Raum
finden.
(An
das
Heraklitische:
'Urkörper
ist
die
Zeit'
sei
hier
erinnert.)
̶ So
viel
an
dieser
Stelle
um
die
Wiedergabe
des
Sanskritwortes
âkâsha
auf
dessen
Grundbedeutung
gestützt,
nicht
wie
bisher
üblich
durch
Weltraum
oder
Äther,
wohl
aber
durch
'Erscheinung'
̶ zeiträumlicher
Welterscheinung
Urbestand,
sub-stantia,
zu
rechtfertigen;
vergleiche
Nrisimhapûrvatâpanîyaupanishad
3: "darum
soll
man
âkâsha
als
den
'Weltkeim'
wissen".*
âranâda
wäre
etwa
durch
'Sturmesausklang'
wiederzugeben.
ashma
hat
die
doppelte
Bedeutung:
Hammer
und
Ambos.
asmitâ,
Ich-bin-heit.
"Die
Ichheit
wird
ein
Wahn
genannt,
der
uns
an
ein
eigenes
Sein
glauben
lässt"
Sâñkhya
Kârikâ
24, 25.
atmâ,
Seele,
etymol.
Atem;
das
der
Welt
zu
Grunde
liegende
Wesen:
brahma
in
der
Erscheinung.
̶ Die
übliche
Übersetzung:
'das
Selbst'
ist
zu
verwerfen
solange
das
Wort
'Selbstsucht'
im
ethisch
entgegengesetzten
Sinne
verwendet
wird.
Bhagavat-gîtâ,
das
Hohelied
der
Gottheit,
Episode
aus
dem
Mahâbhârasu-Bhagavadgîtopanihad,
die
vom
Erhabenen
verkündete
Geheimlehre.
bôdhisattva,
der
Erwacht-erkennende.
brahma,
das
dem
Weltall
zu
Grunde
liegende
Wesen
̶ Gottheit.
Brahma,
der
Gott
Brahmá,
das
exoterisch
zum
Zwecke
der
Verehrung
persönlich
aufgefasste
brahma.
̶ Der
Tag
Brahmá
= Evolution
der
Erscheinungswelt.
Buddha,
etymol.
der
Erwachte.
buddhi,
Erkenntnis;
etymol.
das
Erwachen.
dvandva,
Paarzustände,
Gegensätze.
dvandva
vidya,
die
Lehre
vom
Gegensinn
in
der
Erscheinung.
gîtâ,
das
Lied;
siehe
Bhagavadgîtâ.
himavat,
Heimat
des
Schnees,
ältere
Form
für
Himâlaya.
îshvara,
der
Herr,
Gott.
kâma,
Liebe,
Trieb,
Begierde
(griechisch:
̶ ̶ ̶ ̶ ). Die
in
der
Upanishad
festgehaltene
Verdeutschung
durch
'Verlangen'
rechtfertigt
sich
durch
die
vielsagende
Bedeutung
des
deutschen
Wortes,
welches
eine
Unzulänglichkeit
und
aus
dieser
ein
'Langen'
nach
'nicht-langen'
ein
'daneben-langen'
und
daraus
wieder
ein
'etwas-zu-sich-
haben-wollen'
̶ Verlangen
nach
Ergänzung.
karma,
Tat
und
Taterfolg,
Werk,
Wirklichkeit;
Gesetz
der
Wiedervergeltung,
ausgleichende
göttliche
Gerechtigkeit.
mahâtma,
Grossbeseelter,
etymol.
Macht-Atem.
Mâyâ,
das
Blendwerk
der
empirischen
Realität;
mayâ
= durch
mich,
also
'mayâ
mâyâ'
= durch
mich,
mit
mir
ist
Maya!
manas,
Verstand,
Urteil.
nirvânâ,
Seligkeit,
erloschenes
Verlangen.
om,
feierliche
Bejahung,
ehrfurchtsvolle
Anerkennung;
geistige
Vertiefung
anstrebender,
Heiliger
Ausruf,
mystische,
das
All
umfassende
Silbe.
Pradschâpati,
mythologische
Personifikation
der
Schöpferkraft.
rishi,
königlicher
Weiser,
Seher.
samsâra
im
Gegensinn
zu
nirvâna:
Kreislauf
der
Erscheinungswelt,
das
sinnliche
Da-sein.
savitar,
der
Erreger:
die
Sonne.
upanishad,
Geheimlehre,
philosophischer
Höhepunkt
der
Veden,
esoterische
Erkenntnis.
Yavana,
Jonier;
gemeint
ist
Aristoteles.
der
Veda,
Sammlung
indischer
heilig
erachteter
Schriften;
das
theosophische
Wissen—Gottes-Weisheit.
* die mit Sternchen markierten Abschnitte bei der Erklärung des Sanskritwortes âkâsha sind der 2. Auflage von 1917 entnommen. Es handelt sich hierbei um zusätzliche Begriffserklärungen des Wortes. Ansonsten ist die 2. Auflage identisch mit der ersten von 1912.
Übersicht des Inhalts der Upanishad.
I. Einleitung. ̶ Der Menschheit irdische Ziele.
Prüfung des aufzunehmenden Schülers. Das Leid der Welt; Frage aller Fragen. Ungelöste Widersprüche. Der Weg zur Erkenntnis.
II. Ursprung. Erscheinung. Verkörperung der Welt ̶ âkâsha
Zeit-räumliches Dasein der Welt. Raum ist nicht in sich. Zeit ist nicht in sich. Raum und Zeit sind eins. Zeit-räumliche Verkörperung ist im Ich.
III. Aus Ursprung der Welt: Verlangen ̶ kâma
Weltschöpferische
Kraft des
Verlangens.
Wille im
Ich ist
Zeit;
Unwille im
Ich ist
Raum.
Ich-entzweiung:
räumlich
entgegenstehendes
Verlangen;
Ich-zwiespalt:
zeitlich
wechselndes
Verlangen.
Verlangen
ist nicht
in sich;
Verlangen
ist im
Ich.
IV. Aus Verlangen: Tat. Wirklichkeit der Welt ̶ karma
Ursache und Wirkung. Freiheit und Notwendigkeit. Tat und Duldung. Lust und Leid. Kein Gesetz dem Wissenden. Das Trinken der Vergeltung. Ausgleichende Gerechtigkeit der Gottheit. Alles Grauen dieser Welt ruht auf Lust. Alle Wirklichkeit dieser Welt ist im Ich.
V. Aus Tat: Verstand und Urteil ̶ manas
Urteil widerspricht sich im Raum; Urteil wechselt in der Zeit; Urteil hebt sich in sich selbst auf. Urteil ist nicht in sich. Urteil ist Willensausdruck. Es gibt kein Urteil ̶ Urteil ist Ich.
VI. Durch Erkenntnis: Erwachen aus der Erscheinung ̶ buddhi
Das Verlangen der Welten. Sinnes-wahr-nehmung, Mâyâ. Neigung.
Empfindung und Bewegung. Seele und Verkörperung. Das verlangende Ich ist Weltschöpfer. Die Welt denkt nur Einen Gedanken. Das weltschaffende Wort. Das Problem der Vielheit. Die letzte Ent-täuschung. Ich-lose Erkenntnis. dvandva-vidya, die Lehre von der sich selbst aufhebenden Welt. Seiend nicht seiende Welten. Traum und Wirklichkeit sind wesenseins. Das Durchschauen der Welt; Bekehrung; unio mystika. Vollendung in Gottheit ̶ nirvâna.
VORWORT
Er, der dieses Werk geschrieben, ist gestorben vor der Herausgabe.
Weil sein Werk der Niederschlag eines ganzen Lebens war, konnte es auch nicht beendet werden, bis dies Leben erfüllt wurde.
Das Titelblatt, worauf ich in der Eigenschaft als Herausgeber genannt bin, fand sich im Manuskipt so entworfen vor, wie es hier gedruckt ist.
Es war schon vorbereitet in einer Zeit, als der Tod gar nicht nahe war. Andere sollten aussäen, was in seiner Seele gereift war.
Dass
mir die
Aufgabe
zufiel, ist
selbstverständlich.
Seine
Lehre war
Inhalt
meines
Lebens
geworden.
Ich hatte
ihre
helfenden
und
gestaltenden
Kräfte an
mir
lebendig
gefühlt.
Wie von einem Strom ist meine Seele von diesem Werke getragen worden, aus Einheit durch die Vielheit der Erscheinungswelt mit ihrem Heimatsverlangen, wieder zurück zur Einheit.
In diesem Werke heisst es: Aus einer Quelle fliesst: sich eines Andern Seele nähern, sich von eines Andern Körper nähren.
Darüber
ist gesagt:
"Aus
Verlangen
und Nährung
hat Brahma
diese Welt
gebildet."
"Darum
lebt alles
dieser Welt
durch
Nährung,
durch
einver-Leibung,
durch
an-Eignung;
darum lebt
alles Ich
durch ein
anderes und
lebt kein
Ich ohne
nicht-Ich,
und lebt
alles Ich
durch
nicht-Ich,
seelisch
und
sinnlich.
Also beschränkt sucht Ich Unbeschränktheit, also unvollständig sucht Ich Vollständigkeit, also unvollkommen sucht Ich Vollkommenheit, also verstossen, sucht Ich nach dem verlorenen Paradiese, also einsam schreit Ich um Hilfe ̶ es verlangt nach Allumfassen, nach All-einheit, nach Vollendung, ̶ nach Nirvana."
Tief wurde meine Seele von den Bildern des Verlangens dieser Welt bewegt. Zu höchstem Einklang sah ich das irrende gequälte Verlangen, dieser in Qual und Lust erbebenden Erscheinungswelt sich vor meinen Augen verwandeln. Eine Erlösung sondergleichen, von der Natur selbst vollzogen. Trost und Ruhe stieg aus diesem Werke auf. Kein Wort traf meine Seele, das übersinnlich zu werden trachtete, aber ein gewaltiger Strom nahm die heimatlose Seele auf und trug sie unaufhaltsam einem unaussprechlichen Ziele zu, vor dem jeder Gedanke und jedes Wort umkehrt.
Mir schien dieses Werk wie eine Heimat und Zuflucht derer, die sich scheuen vor jedem Wort und jedem Bild, das sich ihrer Heimatsehnsucht erbarmen möchte.
Mit Naturnotwendigkeit fühlte ich mich über das unstillbare Verlangen dieser Welt hinauswachsen, ohne Weltflucht—durch Weltvertiefung, durch Versenken in die Welt der Erscheinung und des Verlangens. "Anziehung und Abstossung ist Verlangen, brünstige Wünsche ̶ inbrünstiges Gebet ̶ Liebe wie Hass. Niederste Gier ist Verlangen nach dem Höchsten."
Nichts ist zu niedrig, um nicht das Höchste zu bergen! Welch erbarmungsvoller Gedanke! ̶ Von diesem Standpunkt aus—eine Heiligung sondergleichen der ganzen Natur. Ihre Geheimnisse und Schrecken, wandeln sich in uns zum Höchsten, wir brauchen der Natur nicht zu entfliehen; wir sind geborgen. Die Welt ̶ zu Ende gedacht ̶ ist Erlösung.
Das ist der Standpunkt, von dem es mir möglich war, alles, was diese Lehre mir bot, zu erfassen.
Und wenn ich mich frage: Was hat dem Werke, vordem es in die Welt geht, so viel Macht gegeben auf jene Menschen, die ihm bereits nahe traten, so mag es wohl dies sein, auf das ich hier hindeute, und was einer der teuren Freunde, die mit dem Werke lebten, aussprach: "Es wurde eine Heimat, ein Ruheplatz, wohin ich stets zurückkehren werde, wo ich mich hin-gehörig empfinde, es wurde mir ein ureigenster Besitz."
Auch die Einheit dieses Werkes ist auf dem schweren Weg durch die Vielheit entstanden. Seine Kürze ist die Tat langer Jahre eines Lebens.
Ich kenne den weiten Weg, ich durfte ihn mitgehen, der zurückgelegt werden musste, um solches Ineinandergreifen aller Teile zu schaffen, um solche einheitliche Zusammenfassung aus dem Ganzen herauswachsen zu lassen. Ich erlebte es mit, welch starke Verbindung schärfster Verstandestätigkeit mit den Kräften seelischen Schauens dazu gehört, um die schwierigsten Gedankengänge und ihre anfänglich unmöglich erscheinenden Ergebnisse zu solcher Einfachheit der Vorstellung, zu solcher Selbstverständlichkeit des Ausdrucks auszugestalten.
Es war ein langsames Schaffen; aber ein sicheres Wachsen, immer aus dem Lebenszentrum, dem Ich-Punkt heraus. So entsteht ein Naturgebilde. Alles von der Natur Geschaffene stellt sich uns mit so sicherer Selbstverständlichkeit dar, dass wir nur schwer dazu gelangen, seine Bedingtheit aus unendlicher Zusammensetzung zu begreifen.
Alles Vereinheitlichte und darum Einfache ist schwer zu ergründen.
Das gilt auch für diese Schrift: sie lesen zu können ̶ das ist eines ̶ schwere Kunst und Wenige werden sich dazu hin ringen.
Paracelsus sagt:
"Was unmöglich gesagt wird, was unverhofflich und gar verzweiflich ist, wird wunderlich wahr werden und soll sich niemand verwundern über den kurzen Weg und kurzen Begriff, denn das Viele ist die Quelle von vielem Irrtum."
Wir lernten "das sich dazu hin ringen" durch ihn selbst. Er war uns der Pförtner, der uns das schwere Tor auftat. Durch ihn empfanden wir, wie wenig alle Worte sagen, selbst seine Worte, die nicht mehr nur Worte der Sprache sind, die zu tiefen Bildern fast unsagbarer Dinge wachsen.
An der Bildung der Worte, der Entstehung der Sprache, waren, wie bei allem Schaffen, die höchsten Ahnungen lebendig mit am Werke.
Diese ursprünglichen Ahnungen tiefster Wahrheiten scheinen gleichsam durch die viel gebrauchten Worte hindurch, wachen wieder auf, sprechen sich im Worte selber wieder aus, sobald die Sprache schöpferisch behandelt wird.
Die kühnste Anwendung der Sprache deckt sich hier mit ihrem ursprünglich einfachsten Sinn. Es ist, als ob nicht ein einzelner Mensch spräche, sondern als ob der Geist der Sprache sein wissen von sich selbst offenbarte.
Der, der diese tief lebendige, wissende Sprache sprach, ging den Weg seines Werkes. "Wortlos das Letzte" ist dort das Schlusswort. Er hat auch davon uns noch ein Stück erfassen lassen durch seinen grossen Tod. In Schweigen versank die Sinnenwelt, das unaussprechliche leuchtete auf, das gesucht, in sich und in allen Dingen, lebenslang; verklärt fühlte er es nahen.
Dieses Buch ist seine Wegspur dorthin. ̶ Zu Ende der Weg; erreicht das Ziel; ̶ wortlos das Letzte.
Für mich ist es eine Notwendigkeit, ebenso gewollt wie schmerzlich und doch freudig, den innig behüteten Besitz, der bisher nur still und verehrt Nahestehenden dargeboten wurde, öffentlich hinauswirken zu lassen in die grosse, dieser Lehre so fremde Welt, damit sie die Wenigen finde, denen sie ihre Leuchtkraft mitteilen soll, die ein inneres Recht auf sie haben.
Solche wird sie finden; ich weiss es, weil nicht ich allein die heilsame Klärung im Wirrsal des Lebens daraus empfing. Ein Kreis von Schülern und Verehrern hatte sich langsam um den zurückgezogenen Denker versammelt.
Es lag mir nahe, Aussprüche der kleinen Gemeinde dem Werke mitzugeben, eine wärmende Hülle von Liebe, die sich bereits darum gebildet hatte; ̶ scheint doch dies Werk auf den ersten Eindruck dem gegenwärtigen Leben so fern, als sei es aus dem Weltenraum auf die Erde gefallen; denn was aus Sehnsuchtsglut, die nie am Vergänglichen Genügen fand, geboren wurde, ist wie von der Unendlichkeit, die für uns nicht irdische Lebenwärme birgt, angehaucht. ̶ Ich tat es nicht und gab ihm nur meine grosse Liebe mit, die ihm durch ein Leben gehörte.
Helene Böhlau al Raschid Bey.
I. IRDISCHE ZIELE ̶ samsâra ̶
So
lautet die
Upanishad:
om!
Auf
das Geheiss
des
Verehrungswürdigen!
Diese
Unterweisung
niedergeschrieben
zu Stambul,
im
indischen
Kloster auf
Akssarai,
begonnen am
fünfzehnten
Tag des
Monats rebi
ül evel
im Jahre
dreizehnhundertundvier.
*
Der
Verehrungswürdige
spricht:
"Frieden
sei aller
Erscheinung!"
"Du
hast, o
Teurer,
deinen
Wissensweg
fern von
uns
gesucht;
hast du,
im
Abendlande
belehrt,
des Wissens
Ziel ̶ :
'Befriedigung'
erreicht?
Welches
Begehren
führt dich
hierher?"
̶ "Verehrungswürdiger..."
̶
"Suchst
du weitere
Gelehrsamkeit
oder
verlangt
dich, aus
Nichtigkeit
hinaus,
nach
letzter
Erkenntnis?
̶ Erfasse
es wohl!
Denn
unermesslich
ist, in
allen
Ewigkeiten
und
Unendlichkeiten
unermesslich,
was du
– erkennend
̶ erringst."
̶ "Verehrungswürdiger! Ein Schüler steht vor dir, das Holz zum Opfer in der Hand..." ̶
"Nun wohl!... Was von den grossen Fragen bewegt dich?"
̶ "Das Leid auf Erden, o Herr! Die Unabwendbarkeit des Verderbens, das Grauen und die Qualen der Geschöpfe ̶ Woher ist der Ursprung des Übels in unserer Welt?" ̶
"Ursprung des Übels? Hast du, o Teurer, was du so nennst, wohl erfasst und vermöchtest mit klaren Worten zu antworten?"
̶ "Keine Antwort, Verehrungswürdiger!" ̶
"Hat dich, o Teurer, dein Lehrer über den Sinn der Frage belehrt?"̶ "Verlangend war ich, o Herr..." ̶
"So hast du im Abendlande Wissen hierüber nicht erlangt?
̶ Wer von Lehrern dort gibt Antwort - letzte Erkenntnis, unwiderlegbar?"
̶ "Unzureichend, Verehrungswürdiger, ist alle menschliche Vernunft! der Widersinn der Welt ist unüberwindlich" ̶
"Dem ist nicht also, o Sohn! ̶ Eines nur, ̶ nur Eines... ist unerkennbar..."
̶ "Verehrung sei dir, o Herr! Wie könnte sich selbst Widersprechendes bestehn? Wie könnte Unerreichbares dem Wissen erreichbar werden?
̶ Fliesst Übel und Böses aus der Gottheit, so ist es von der Gottheit gewollt. Will Gottheit Böses, so ist Gottheit böse. Wächst aber das Böse nicht aus der Gottheit, so ist es von der Gottheit nicht gewollt und ist dennoch, ̶ so ist Gottheit in sich entzweit ̶ zwei Gottheiten, die sich bekämpfen, widersprechen, aufheben. ̶ Der Widersinn ist unlöslich" ̶
"Dem ist nicht also, o Teurer!"
̶ "0 Herr! Woher ist Übel und Böses in der Welt? Warum ist Leiden und Tod? Wenn es eine Antwort auf diese Fragen gäbe, so würden die Wissenden von ihrer Wahrheit erfüllt sein; der Veda würde sie uns lehren, die Gita, Yadschnaválkya, der Buddha, Badaráyana, Shamkaratschárya, Lao-tse, Li-tse, die grossen Lehrer des Abendlandes..." ̶
"Dennoch ist es nicht also, o Teurer! dennoch ist es nicht also!"
̶ "Diese Fragen sind ungelöstes Geheimnis; es gibt uns Menschen keine Antwort! Dies entgegne ich dir in Ehrfurcht, o Herr! Wenn aber dem nicht so ist, so wolle der Erleuchtete mich hierüber wahrhaft belehren." ̶
"Eines
̶ o
Teurer, ist
unerkennbar
̶ nur
Eines! ̶
und
Schweigen
ist
Antwort...
Diese
deine
Fragen
jedoch sind
durchsichtig,
tragen die
Antwort in
sich."
̶ "Würdige mich der Belehrung, o Herr!" ̶
"Nahe liegt die Antwort, leicht ist die Antwort auszusprechen, mit wenigen Worten ist die Antwort auszusprechen ̶ weit der Weg, mühevoll der Weg zu Erkenntnis..."
̶ "Weise mir den Weg, o Mächtiger! Lass die Erkenntnis überströmen auf mich, deinen Schüler, der ich in Demut deine Knie umfasse!" ̶
"Wohlan! Es sei! Tritt näher, fasse meine Hand; gebiete deinem Herzen Ruhe und Ruhe den Gedanken." "Möge uns die Stunde günstig sein! Möge der Geist der Upanishaden uns leuchten."
"Fern
von hier,
in unsrer
aller
Heimat ruht
das Feuer
unter der
Asche des
Herdes; der
Mörser
tönt nicht
mehr unter
den Händen
arbeitsfreudiger
Mädchen;
der Lärm
des Tages
schweigt;
aufgestiegen
zum
wolkenlosen
Himmel ist
der
Opferrauch
und heilige
Elefanten
künden die
Nacht..."
"Indessen
von denen
da
draussen,
die sich
Menschen
nennen, der
eine,
gedankenlos
wie ein
Tier, sich
dem Schlafe
überlässt
und im
Traume
weiter nach
zerrinnenden
Freuden
jagt, ̶
indessen
andere,
unfähig
sich der
Betäubung
des Lebens
zu
entreissen,
nichtige
Reden
führen,
verächtliche
Künste
bestaunen
oder
übersättigt
und nie
befriedigt
in
Weibesarmen
ruhen, ̶
ist uns
die Stunde
gekommen,
nach dem
Hohenziel
des
Menschen zu
forschen.
̶ Wohlan,
o Schüler,
wiederhole
deine
Frage!"
̶ "Verehrung
sei dir,
o Fürst!
Ursprung
des Bösen,
Ursprung
von
Selbstsucht
und
Zwietracht,
Ursprung
des Unheils
dieser
Welt, Quell
alles
Leides;
Quell alles
Widersinnes,
alles
Irrtums,
aller Sünde
dieser
Welt, Frage
aller
Fragen, nie
gelöste
Rätsel! ̶
:
Wie
ist
sittliche
Erkenntnis
und Tat
denkbar
unter
Herrschaft
blinder
Naturgesetze?
Wie ist
freie
Willensentscheidung
des
Menschen
vereinbar
mit
unabweisbarer
Notwendigkeit
alles
Geschehens?
Wie
ist der
Gegensatz
zu
überbrücken
zwischen
Empfindung
und
Bewegung,
Seele und
Körper,
Gott und
Welt? ̶
Ich nehme
meine
Zuflucht zu
dir, o
mächtig
Beseelter!
Weise mir
den Weg
ans Ufer
der
Erkenntnis
̶ mir,
dem
Suchenden!"
̶
"Wohlan!
̶ Wisse
dich
aufgenommen,
o Schüler!
Schichte
das Holz
zum
Opfer...
Folge
meinen
Worten;
schweigend
folge, ̶
du
betrittst
heiligen
Weg.
Folge
mit offener
Seele aus
leicht
verständlichem
Beginn von
Stufe zu
Stufe
festen
Schrittes
zum letzten
Ziele, ̶
uns allen
bestimmt.
Ich
offenbare
dir
verhüllte
Wahrheit
̶ uralt
heiliges
Wissen ̶
Upanishad."
*
"O
Teurer!
Seit dem
Tage Brahma
stürmt
unser
Wohnsitz,
die Erde,
unaufhaltsam
durch den
Weltraum.
Der
segenspendende,
todbringende
Sonnenstrahl,
mit jedem
Augenblick
rastlos
vorrückend,
weckt die
Scharen der
Geschöpfe
aus tiefem
Schlaf zu
kurzem
Tagesbewusstsein.
Sie
erwachen
unter dem
Einfluss
des
Erregers
Savitar ̶
und ihr
erster
klarer
Antrieb
ist, sich
Nahrung zu
verschaffen,
um das
Leben
weiter zu
fristen.
Alsbald
halten sie
Ausschau
nach einem
schwächeren
Genossen,
um ihn
zu berücken
und zu
fressen.
̶ Sie
selbst
haben es
sich so
ins Herz
gelegt:
andere zu
vernichten,
um sich
zu
erhalten.
"Zu
solchem
Ziele ist
jede
Verschmitztheit,
jede
Frechheit,
jede List
und Gewalt,
jedes
Unrecht
erlaubt und
geboten,
und belohnt
sich auf
der Stelle.
Jede
Unentschlossenheit,
jede
Abschwächung
des
straffen,
zielbewussten
Willens,
etwa
aufkeimendes
Mitleid,
die
leiseste
bessere
Regung,
rächt sich
unmittelbar:
der Fang
ist
vereitelt
und Hunger
die Strafe.
Darum
Verdruss,
wenn die
Beute
entgeht,
und
Herzensfreude,
wenn sie
röchelnd
am Boden
liegt. ̶
Kein andrer
Ausweg: um
zu leben
̶ erbarmungslos
morden. ̶
Einst
wirst du
erkennen,
aus welcher
Tiefe
solches
fliesst.
"So
wird es
ein
gewohntes
Handwerk,
und seit
Menschengedenken
von Vater
auf Sohn
vererbt.
Niemand
weiss es
anders,
jedermann
übt es
unbedenklich
aus, hält
es lieb
und wert,
eignet sich
willig die
nötigen
Kunstgriffe
an und
zieht dann,
wohl
ausgerüstet,
tagtäglich
nach
lockender
Beute
aus.
"Sehr
bald wird
der
Raubende
den
Unterschied
gewahr
zwischen
dem leicht
und dem
schwer zu
erlangenden
Frass,
zwischen
der
sicheren
und der
gefährlichen
Jagd,
zwischen
der
wehrlosen
und der
wehrhaften
Beute, und
er lobt
das Eine
und schilt
das Andere,
betrachtet
das Eine
mit Hass,
das Andere
mit Liebe,
nur sich
im Auge.
Was sich
fressen
lässt,
gefällt
ihm und
er nennt
es gut;
was sich
nicht
willig
hergibt,
was
widersteht,
was gar
ihn selber
angreift,
missfällt
ihm und
er nennt
es schlecht
und böse.
Fressend
hält er
das Tun
für
löblich
und recht,
doch selbst
gefressen
für
unrecht und
böse. "Er
trifft
sonach
sorgfältige
Auswahl und
vermeidet
die Jagd
auf
seinesgleichen,
eingedenk,
dass Solche
Waffen
führen wie
er selbst:
der Kampf
ist
gefährlich,
der Erfolg
nicht
sicher. Es
ist
geratener,
Schwächere
zu
bekämpfen,
dem gleich
Wehrhaften
möglichst
aus dem
Wege zu
gehen; es
ist
vorteilhafter,
sich mit
ihm zu
vertragen,
gute
Nachbarschaft
zu halten
̶ Frieden
und
Freundschaft,
wenn
solcher
Nachbar,
von
gleicher
Gier nach
gleichem
Ziel
beseelt,
zur
Erlangung
des Frasses
mit-behilflich
ist.
"Notgedrungen
verbindet
er sich
mit
Gleichgesinnten,
jagt und
raubt
gemeinsam
mit ihnen,
achtet auch
das
eingegangene
Bündnis,
solange es
ihm
dienlich
scheint.
Bei guter
Gelegenheit
jedoch
kehrt er
sich gegen
seinen
Bundesgenossen,
entwendet
dem
Überraschten
die Beute,
wiederholt
das bequeme
Spiel so
oft als
tunlich und
knechtet
endlich den
milderen
oder minder
schlauen
Gefährten
dauernd zu
seinem
Dienste.
"Sein
böses Tun
trägt ihm
gute
Früchte.
Durch
Bündnis
oder
Waffenstillstand
nach aussen
leidlich
gesichert,
von Weib
und Knecht
im Jagen
unterstützt,
gewinnt er
Zeit zur
Überlegung.
Er beginnt
an den
kommenden
Tag zu
denken und
lernt
allmählich
sich die
Nahrung für
den Notfall
zu
sichern.
"Er
gewöhnt
sich sein
Gebiet
bedachtsam
abzujagen;
er hegt
und erhält
sich den
Bestand
nach
Möglichkeit
für die
Zeiten des
Mangels; er
schont das
tragende
Weibchen,
sorgt für
den
heranwachsenden
Wurf und
zähmt ihn,
um ihn
besser zur
Hand zu
haben. Was
er nun
ehrlich
erworbenes
Eigentum
nennt,
behütet er
sorgsam und
schützt es
entschlossen
gegen
hungernde
Mitbewerber;
schützt
seine
Herden mit
Gefahr
seines
Lebens
gegen
fremde
Fresser ̶
zum Frass
für
sich.
"So
im Gefühle
gesicherter
Nahrung
schaut er
mit
Befriedigung
und
Wohlgefallen
auf die
anwachsende
Herde und
liebt sie
mit
aufrichtiger
Liebe.
Erbarmungsloser
Räuber und
treuer
Hirte!
Beides
wächst aus
derselben
Wurzel und
wird nur
mit anderen
Namen
genannt ̶
nur
Worte,
blosse
Lautverschiedenheit.
"Solchem
Tun und
Treiben
haben sich
seine
Glieder,
seine
Sinne, sein
Hirn, seine
Denkungsweise
angepasst,
er hat
seine
Gewohnheiten,
seine
Sitten,
seine
Gesetze
darnach
gebildet;
er lässt
sie sich
nicht
abstreiten,
überwacht
sie eifrig,
hält, was
er sein
gutes Recht
nennt,
unentwegt
aufrecht
und
erachtet es
für
heilig.
"Das
Rauben und
Morden ist
allmählich
in fest
gehandhabte
und streng
eingehaltene
Ordnung
gebracht,
und alle
Welt fügt
sich
freudig
dieser
Ordnung.
Was
jedermann
an sich
selbst als
grauenvoll
empfindet,
wird dem
Nächsten
gelassen
angetan. Es
wird
kaltblütig
und mit
Musse
gemordet
und in
sanften
Formen
gefressen.
Es ist
nicht mehr
das
sterbende
Tier im
letzten
vergeblichen
Widerstand,
mit
brechendem
Auge,
stöhnend,
blutübergossen
̶ nein,
es sind
gesittet
zubereitete
Speisen und
friedlich
heitere
Mahle.
Es
nimmt kein
Vernünftiger
Anstoss
daran. Der
Schmausende
weiss sich
von
niederer
Begierde
frei, von
unantastbarer
Redlichkeit,
auf der
Höhe der
Gesittung
̶ und
das Tier,
das sich
als Herr
der
Schöpfung
fühlt,
nennt sich
̶ Erkenntnis
in ferner
Dämmerung
̶ Mensch,
und seine
Mitgeschöpfe
– Nutzvieh.
"Nutzvieh
sind ihm
auch seine
Weiber; er
hat sie
gegen
Mitbewerber
unter Mühen
erkämpft
und hütet
sie nicht
ohne Not.
Er
überwacht
sie, bürdet
ihnen alle
Mühen auf
und
missbraucht
sie zu
jedem
Dienst; er
liebt sie,
wie er
seine
Herden und
seine
Helfershelfer
liebt. Er
zankt und
spielt
wieder,
fletscht
die Zähne
und
liebkost,
schmeichelt
und lässt
sich
schmeicheln,
liebt und
verachtet,
je nach
Lust.
"Und
das Weib
fühlt sich
Mutter, ̶
sie
gebiert und
sieht im
Kinde sich
selbst! Sie
überschüttet
den
hilflosen
Wurf mit
der Liebe
zu sich
selbst, mit
verschwenderischer,
hingebender
Liebe ̶
jederzeit
bereit, für
ihr eigen
Fleisch und
Blut sich
aufzuopfern.
"Der
Erzeuger
folgt
zögernd
der Mutter:
pflegt,
überwacht,
erzieht die
Brut; lernt
sie mit
Gefahr
seines
Lebens
schützen
̶ ja in
freudig
aufgenommenem
Kampfe
vergisst er
sich selbst
und opfert
sich für
sein Kind.
Was
selbstlose
Liebe
heisst, ist
auch in
ihm
aufgegangen.
Er hat
sich,
gleich der
Mutter, in
einem von
ihm
abgetrennten,
einem
fremden
Wesen ̶
sich
ausser sich
̶ wiedererkannt;
hat sich
geopfert,
um sich
im Kinde
zu erhalten
̶ selbstlos
aus
Selbstsucht.
"Wie
aus der
Gier, sich
bequemen
Frass zu
sichern,
Liebe zur
Herde
floss, so
fliesst aus
starrer
Selbstsucht:
̶ Aufopferung
und
Selbstlosigkeit.
Es ist
dasselbe
Tun und
wird nur
mit einem
anderen
Namen
benannt.
Selbstsucht,
zu Ende
gedacht,
ist
Selbstlosigkeit.
"Dies
ist einfach
und
erklärlich.
Der du
mich hörst,
wiss' es:
Dies ist
das Wunder
aller
Wunder, ̶
ist Quell
und
Ursprung,
Geburt
aller
Gottheit,
aller
Welten,
Geburt
aller
Welten ̶
Vernichtung
aller
Welten;
Samsara –
Nirvana.
"Die
Welt ist
Selbstsucht
̶ Selbstlosigkeit
unterliegt
all überall
und siegt
unablässig;
erlischt
und flammt
auf,
vergeht und
wächst,
ist und
ist nicht
̶ Nirvana
in
Samsara.
"So,
o Teurer,
können wir
Menschen
nachdenkend
uns dieses
vorstellen.
̶
"Doch,
wie ein
Elefant,
der den
Stachel des
Führers
nicht
fühlt, vom
Wege abirrt
und über
das Ziel
hinausläuft,
̶ so bin
ich vom
Gedanken
abgewichen
und habe
mehr
gesagt, als
ich
zunächst
sagen
wollte.
"Wie
auch das
Tun und
Treiben der
Menschen
erscheine,
welch' hohe
Bezeichnung
es auch
führe,
welch'
heiligen
Namen es
auch trage
– in
diesem wirr
verschlungenen
Reigen ist
nur Ein
Gedanke,
nur Ein
Ziel:
das
Leben, das
eigene
Leben! ̶
Ich!
Ich,
das sich
aus dem
Fleisch und
Blut des
Nächsten
aufbaut, ̶
ich, das
von der
Vernichtung
des Anderen
lebt...
"Folgst
du meinen
Worten, o
Teurer?"
̶ "Mit
ganzer
Seele! ̶
Du hast,
o Herr,
die
Entstehung
menschlicher
Gefühle
dargelegt,
den Wechsel
und Wandel
der
Gefühle,
die Umkehr
des
Gedankens
und die
letzte
Grundlage
alles
menschlichen
Tuns!
̶ Wolle
der
Verehrungswürdige
nunmehr
auslegen,
wie in
dem
Gesagten
die Antwort
auf unsere
Fragen
liegt?"
̶
"Ich
lehre es
dich, o
Teurer, du
aber
verstehst
mich nicht.
Ich habe
es
ausgesprochen,
du aber
hast es
nicht
gehört.
"Wohlan
denn! Da
ich
zunächst
von der
Quelle
redete, aus
der alles
Tun
fliesst,
ist dir
nicht, o
Teurer, der
Gedanke
aufgestiegen,
dass es
näher läge
zu fragen,
nicht wie
das Böse,
wohl aber
wie das
Gute in
die Welt
gekommen
sei? Denn
die Welt
des Samsara
ist durch
Entzweiung,
ganz im
Banne des
Zwiespalts,
not- und
leiderfüllt,
ganz im
Banne
nimmer
gestillten
Verlangens,
ganz im
Banne ewig
friedloser
Tat, allen
Qualen
preisgegeben,
preisgegeben
dem Tode.
Wie in
solcher
Welt konnte
der Gedanke
des Guten
entstehen?
"Indessen
wie das
Böse, oder
wie das
Gute in
die Welt
gekommen
sei ̶
beides sind
müssige
Fragen und
die eine
nicht
besonnener
als die
andere.
"Leicht
zu
durchschauen
sind die
Fragen,
offen liegt
die
Antwort,
nahe
Erkenntnis,
weit der
Weg.
̶
Aus dem
Dickicht
aberwitziger
Torheit
will ich
dir den
Elefantensteg
treten,
dich
hinauszuführen
zu
sonnenklarer
Einsicht.
"Wie
wenn Einer
im
pfadlosen
Urwald
irrend,
vergeblich
den
rettenden
Ausweg
sucht und
bei
sinkender
Nacht, zu
Tode
erschöpft
und
jedweder
Hoffnung
bar, sich
zum Sterben
zu Boden
wirft –
und erwacht
am hellen
Tage und
erkennt die
Umgebung
und sieht
sich nahe
seiner
Heimat ̶
so
erwachst du
im Lichte
der
Erkenntnis
und siehst
dich nahe
dem
urewigen
Ziel.
"Ich
führe dich
aus blindem
Wahn zu
Erkenntnis,
aus
Todesgrauen
zu
Seligkeit,
aus
Verlangen
zu
Erfüllung
̶ und
leuchten
möge uns
das Licht
des Veda,
das Licht
des Veda!"
*
So lautet in Aranada -Upanishad die Prüfung; nunmehr die Unterweisung: Akasha, dieser atmenden Welt Erscheinung.
II. VERKÖRPERUNG DER WELT ̶ âkâsha ̶
O
Teurer! Zu
dem, was
ich dir
zu sagen
gedenke,
behalte vor
Augen:
Alle
grosse
Wahrheit
ist
gedacht,
verkündet
alles
grosse
Wissen; uns
bleibt
uralter
Weisheit
nach zu
leben.
Beachte
wohl:
Erkenntnis
offenbart
sich
wortlos;
die
Upanishad,
um gehört
zu werden,
muss in
Worten
reden. Lass
dein
Verständnis
nicht an
Worten
haften;
Worte sind
Hindernis
der
Erkenntnis:
denke und
erfasse
über Worte
hinaus.
Ehe
wir zur
Höhe
ansteigen,
gehen wir
im Tale
den
betretenen
Pfad ̶
glaube
nicht zu
schauen,
ehe du
dich dem
Gipfel
näherst.
Wähne
nicht zu
erkennen,
ehe du
den tief
innersten
Gedanken
der
Upanishad
in dich
aufgenommen
hast ̶
: aller
Welten
Ziel: das
Erwachen
aus der
Erscheinung.
*
Also ist die erste Unterweisung:
̶ AKASHA ̶
dieser
atmenden
Welt
zeit-räumliche
Erscheinung.
Stelle
dir vor,
o Teurer,
es umfasse
die enge
Klause, in
der wir
weilen, die
ganze Welt,
und es
sei kein
empfindendes
Wesen
darin; was
wäre
auszusagen?
Nichts;
ohne
Empfindung
kein
Urteil.
Du
betrittst
den Raum
̶ und
aus dem
Nichts
schafft
sich
Erscheinung,
Bewegung
und
Gestaltung;
Körper,
Eigenschaften,
Kräfte,
Wirkung,
Entfaltung,
Leben in
endloser
Fülle und
endlosem
Wechsel;
aus deiner
Empfindung
̶ die
Welt.
Alsbald
erscheint
dir dieser
Raum gross
oder klein,
hoch oder
niedrig,
hell oder
dunkel,
heiss oder
kühl,
schön oder
hässlich
oder in
irgend
einer
Beziehung
deinen
Sinnen
erwünscht
oder
unerwünscht,
und
zwischen
diesen
Gegensätzen
alle
Abstufung
deiner
Empfindung.
Den
Boden, auf
dem du
stehst,
fühlst du
unter dir,
die Decke
siehst du
über dir;
die Pforte,
durch die
du
eingetreten
bist, ist
hinter dir;
vor dir,
weiten
Ausblick
gewährend,
der offene
Bogen;
diese
geschlossene
Wand hier
ist zur
Linken,
jenes die
rechte
Seite des
Raumes.
Dies
sind
Bezeichnungen,
Urteile,
die
unbestreitbar
scheinen,
̶ dennoch,
sobald
jemand dir
gegenüber
tritt,
behauptet
er, die
Seite, die
du mit
rechts
bezeichnest,
sei die
linke, und
nennt die
Wand, die
du links
nennst, die
rechte.
Beider
Urteile
können
nicht
zutreffend
sein; sie
widersprechen
sich, sind
Gegensätze,
die
einander
ausschliessen,
zu nichts
aufheben.
Hier
geschieht
das Wunder,
dass eines
mit einer
bestimmten
Bezeichnung
und
gleichzeitig
mit dem
Gegenteile
dieser
Bezeichnung
belegt
wird. Wer
von den
Urteilenden
hat recht?
Keiner ̶
oder,
wenn du
willst,
beide.
Die
Wand ist
beides:
rechts und
links, also
auch keines
von beiden,
weder
rechts noch
links.
Keine
Lösung,
auch wenn
etwa der
Gegenüberstehende
zu dir
herüber
träte und
nun, in
gleicher
Stellung
wie du,
dir und
deinem
Urteil
beistimmte.
Gesetzt,
es traten
noch mehr
zu dir,
einsichtige
Männer,
gelehrte
Brahmanen,
solche, die
sich für
Wissende
halten, und
alle waren
eines
Urteils:
die
bezeichnete
Wand des
Raumes sei
die rechte;
̶ wenn
von allen
zahllosen
Wesen seit
Zeiträumen
ohne Zahl
nie anders
erkannt
worden,
wenn es
ein ewiger
Glaubenssatz
der
Menschheit
wäre und
hiesse
frevelhaft
daran zu
rühren ̶
die Wand
bleibt, was
sie
wahrhaft
ist, weder
das eine
noch das
andre,
weder
rechts noch
links.
Alle
die, welche
mit dir
in der
Benennung
der Wand
übereinstimmen,
stehen mit
dir auf
gleichem
Stand,
vertreten
deinen
Standpunkt,
sind deine
Standesgenossen,
nichts
mehr.
Wechselst
du deinen
Standort
und trittst
dir selbst
gegenüber,
so
widersprichst
du dem
eigenen
Urteil: aus
rechts ist
links, aus
links ist
rechts
geworden.
Das
Urteil ist
in dir;
an der
Wand selbst
haftet
nicht ein
Hauch von
den
Unterscheidungen
rechts und
links. Wie
der
Schatten
eines
vorüberfliegenden
Vogels am
Boden nicht
haftet, so
haftet
nichts von
diesen
Unterscheidungen
an der
Wand, in
keiner
Gestalt, in
keinem
Sinne,
weder offen
noch
verborgen,
weder hier
noch dort,
weder heute
noch je.
*
Dies,
wovon ich
dir rede,
ist
selbstverständlich;
folge mir
weiter.
Stelle
dir vor,
o Teurer,
der Raum,
von dem
wir reden,
sei
kreisförmig
gezimmert.
Du dürftest
nicht mehr
die ganze
Wand,
sondern nur
eine Stelle
der Wand,
eine
einzige
körperlose,
nur in
Gedanken zu
fassende
Linie mit
rechts oder
links
bezeichnen,
und diese
Linie würde
bei jeder
Bewegung
von dir,
vor oder
rückwärts
schwankend,
eine andere
Stelle der
Wand
treffen.
Sodann:
denkst du
dir, dem
Gedanken
weiter
folgend,
den Raum,
von dem
wir reden,
in den
Hohlraum
einer Kugel
verwandelt
und dein
Stand sei
im
Mittelpunkte
dieser
Hohlkugel,
so trifft
die
Bezeichnung
rechts oder
links je
einen
einzigen
körperlosen,
nur in
Gedanken zu
fassenden
Punkt, und
jede leise
Abweichung
von diesem
einen Punkt
spielt
schon in
fremde
Verhältnisse
hinüber:
vorn,
hinten,
oben,
unten.
Jede
deiner
Bewegungen,
jeder
Atemzug,
jeder
Herzschlag
lässt die
Unterscheidungen
rechts und
links
durcheinander
schwirren
wie die
Farben auf
einer
Seifenblase,
und du
kannst, je
nachdem du
dich
wendest
oder
beugst,
willkürlich
jeden Punkt
der
Hohlkugel
mit
gleichem
Recht und
mit
gleichem
Unrecht mit
rechts und
mit links
bezeichnen.
Die
Gegensätze
rechts und
links
haften an
dir, sie
bewegen
sich mit
dir, folgen
dir, wenden
sich mit
dir; sie
stehen und
gehen, sie
ent-stehen
und
ver-gehen
mit dir.
Rechts
und links
ist da,
wo du
es
willkürlich
hin
verlegst,
überall
–nirgends.
In
deinem
Herzen sind
die
Auseinandertretungen,
deine
eigene
Schöpfung
die
Unterscheidung
rechts und
links; du
überträgst
eigene
Schaffung –
Eigenschaft
̶ aus
dir hinaus,
nichts
mehr; an
sich ist
kein rechts
und kein
links,
einzeln
nicht und
zusammengenommen
nicht.
Die
Urteile
heben sich
gegenseitig
auf, nichts
bleibt ̶
in dir
allein sind
die
Unterscheidungen.
Doch
frage dich,
o Teurer,
wo
bestünden
in dir
die
Unterscheidungen,
wenn du
dir
vorstellst,
dass du
dich in
deinem
eigenen
Körper
umzuwenden
vermöchtest;
woran
könnten
die
Merkmale
rechts und
links in
dir haften,
wenn du
dich
kugelförmig
gestaltet
vorstellst,
oder wenn
du dich
formlos,
körperlos
denkst?
*
Und
endlich ̶
von
unserer
Klause hier
ging ich
aus ̶
stelle dir
vor, dieses
hier sei
die ganze
Welt und
ausser dir
kein
empfindendes
Wesen darin
̶ und
du selbst
seist nicht
̶ ̶ verschwunden
sind die
in Rede
stehenden
Unterscheidungen,
ausgelöscht,
in nichts
gesunken;
sind nicht
und waren
nicht;
Spiel
deiner
Seele ̶
wesenlose
Erscheinung.
Du hast
erkannt:
Die
Vorstellungen
rechts und
links sind
nicht an
sich, sind
in
Gegensätze
zerfallene,
an sich
nichtige
Unterscheidungen
in dir;
von
scheinbarer
Verschiedenheit
̶ ununterschieden
an sich;
von
scheinbarer
Bedeutung
̶ bedeutungslos
an sich;
aus dir
gewirkte
Wirklichkeit
dieser Welt
̶ nicht
Wahrheit.
Was
von diesen
Unterscheidungen
̶ in
dir als
Urteil, ̶
ausser
dir als
Eigenschaft
des
Gegenstandes
erscheint,
ist nur
Kennzeichnung
deines
Standortes
im Raum,
dein
zu-Stand
zum
gegen-Stand,
deine eigen
gewählte
Haltung,
dein
beliebiges
Verhalten
̶ dein
Verhältnis
zu den
Dingen im
Raum; deine
frei-willig
eingenommene
Stellung
̶
vor-Stellung,
willkürlich
aus dir
geschaffen,
Ausdruck
deines
Willens,
aus dir
geboren,
deine
eigene
Schöpfung
̶ du
selbst.
* * *
Und
ferner
desgleichen:
Dem
gefundenen
Ergebnis in
Betreff der
gegenteiligen
Unterscheidungen
rechts und
links
schliessen
sich
unmittelbar
und in
allen
Stücken an
die
gegenteiligen
Unterscheidungen
vorn und
hinten,
oben und
unten.
Beim
ersten
flüchtigen
Hinschauen
zwar
scheint es,
als
beharrten
die Urteile
oben und
unten auch
unabhängig
von dir
und deiner
jeweiligen
Stellung,
als bliebe
oben oben
und unten
unten,
welche Lage
du auch
einnimmst.
Stellst
du dir
aber vor,
dass
jemand, auf
der
Erdkugel
stehend,
mit
erhobenem
Arm den
Ort am
Himmel
bezeichnen
wollte, den
er für
oben hält,
und dicht
neben ihm
stünde ein
zweiter,
dasselbe
tuend, so
weichen die
von ihnen
als oben
bezeichneten
Punkte
schon
voneinander
ab und
in
unendlicher
Entfernung
stehen sie
unendlich
weit
auseinander.
Trüge
nun jeder
Fleck der
Erdkugel
solche nach
oben
Weisende,
jeder von
ihnen
vermöchte
nur sein
Oben, nicht
das Oben
zu weisen
und
desgleichen
jeder von
ihnen nur
sein Unten,
nicht das
Unten, und
das Urteil
eines jeden
widerspräche
dem Urteil
aller
übrigen,
und jeder
Punkt des
Himmels
trüge mit
gleichem
Recht und
mit
gleichem
Unrecht die
Bezeichnung
oben und
die
Bezeichnung
unten.
In
deinem
Herzen sind
die
Auseinandertretungen,
deine
eigene
Schöpfung
die
Unterscheidung:
oben und
unten. Oben
und unten
ist da,
wo du
es
willkürlich
hin
verlegst,
oben und
unten ist
das, was
du
willkürlich
so nennst.
Was hier
oben ist,
ist dort
unten; was
jetzt unten
ist, ist
dann oben;
du
wechselst
deinen
Standort
nach
Gefallen
und deine
Anschauung
wechselt
mit ihm:
oben ist
unten,
unten ist
oben ̶
die Urteile
heben sich
durch
Gegenurteil
auf, nichts
bleibt.
Ich
sage dir
nichts
Neues, ich
erinnere
dich nur.
Und
ferner
desgleichen
alle
verwandten
Bezeichnungen,
alle
Richtung,
Mass,
Begrenzung,
Verhältnis
vorstellenden
Urteile und
alle
übrigen
auf Raum
und Dinge
im Raum
übertragenen,
wie rechts
und links,
wie vorn
und hinten,
wie oben
und unten,
in
Gegenteile
zerfallenden,
aus dir
geschaffenen,
ausser dir
erscheinenden,
an sich
nichtigen
Merkmale
und
Namen.
Alles
Mass ist
in dir;
alles
Verhältnis,
Ausdruck
deines
Verhaltens;
aller
Gegenstand
in
Beziehung
zu deinem
Willen oder
Unwillen;
aller
Gegensinn
in dir
selbst.
*
Räumliche
Vorstellungen
und Urteile
erscheinen
unsicher
und
schwankend,
sie greifen
ineinander
über,
verfliessen
ineinander,
jede der
Vorstellungen
beginnt im
Herzen der
anderen ̶
Die
Wahrnehmungen
erscheinen
gepaart,
erscheinen
eine die
andre
bedingend,
sind nur
durch
gegenseitige
Beziehung,
sind nur
durch
Gegensatz
zueinander
̶ Von
getrennten
Standorten
aus
widersprechen
sich die
gegenteiligen
Unterscheidungen,
verneinen
einander,
heben
einander zu
nichts auf
̶
Räumliche
Verhältnisse
sind nicht
an sich,
sind nur
in dir,
entsprechen
in dir
deinem
gegenwärtigen
Standort,
deiner
gegen-Wart;
wechselst
du deinen
Standort,
so wechselt
mit deinem
Gesichtspunkt
deine
Anschauung,
die Urteile
widersprechen
sich auch
in dir,
verneinen
sich
gegenseitig
auch in
dir, heben
sich auch
in dir
zu nichts
auf ̶
Räumliche
Unterscheidung
hat an
sich, hat
in dir
keine
Geltung,
ist
gleichgiltig,
gleich
ungiltig,
bedeutungslos,
leer,
nichtig –
in dir,
an sich;
Erscheinung
̶ nicht
Wahrheit.
Du
erwägst:
Raum an
sich ist
leer und
bestimmungslos,
wie
vermöchten
an leerem
Raum
räumliche
Verhältnisse
zu
haften?
Und
du
erkennst:
Was dir
in
räumlicher
Anschauung
als
Verschiedenheit
erscheint,
ist
willkürliche,
durch
gegensätzlichen
Standort in
Gegensätze
auseinander
spaltende,
an sich
nichtige
Unterscheidung
in dir
– aus dir
gewirkt,
auf dich
wirkend,
Wirkung und
Wirklichkeit
dieser
Welt, nicht
Wahrheit.
Was
von solchen
Unterscheidungen
̶ in
dir als
Urteil ̶
ausser
dir als
Eigen-schaft
der Dinge
erscheint,
ist
Ausfluss
deiner
Eigen-heit,
Abbild
deiner
selbst; ist
dein
Verhalten
und
Verhältnis
zu den
Dingen,
dein Stand
und
ver-Stand,
dein
zu-Stand
zum
gegen-Stand;
Kennzeichnung
deiner
Stellung
zum
gegen-ständlich
aufgefassten
Gedanken –
deine
vor-Stellung;
ist
Aus-legung
deines
innen-Lebens,
Ent-gegnung
deines
Empfindens,
sinnliche
Ant-wort
seelischer
Bewegung,
wider-Schein
der von
dir
beliebten
Wertung,
Ausdruck
deiner
freiwilligen
Teilnahme,
deiner
will-kür-lichen
Auffassung,
deiner
Wahl-verwandtschaft,
deiner
wechselnden
Neigung und
Gesinnung,
ist dein
Atem in
Lust und
Unlust, in
Liebe und
Hass; ist
Ausdruck
deines
wechselnden
Verlangens,
deiner
Willkür ̶
Inhalt
deiner
Seele, aus
dir
gezeugte
Über-zeugung,
deine
eigene
Schöpfung
̶ du
selbst.
Solches hast du klar erkannt, daran halte fest, unverbrüchlich.
̶ Eigengeschaffenes legen wir den Dingen bei und nennen es der Dinge Eigenschaften. ̶
*
Ausgelöscht
sind die
Bedeutungen
rechts und
links,
vorne und
hinten,
oben und
unten,
ausgelöscht
alle
dazwischen
liegenden
und alle
verwandten,
auf Raum
bezüglichen,
im Raum
verwobenen
Verhältnisse:
alles
innen und
aussen,
alles hier
und dort,
alle Nähe
und Ferne,
alle Weite
und Enge,
alle
Grösse,
alle Lage
und
Richtung,
Höhe,
Tiefe,
Breite,
Länge,
alle
Teilung,
alle
Grenzen,
alles
Mass.Ausgelöscht
alle auf
Raum
bezüglichen
Wahrnehmungen
und
Anschauungen,
alle seine
Unterscheidungen,
alle seine
Bestimmung,
Bezeichnung,
Benennung;
blosse
Auffassung
und
Wertung,
nur
Unterstellung
und
Beilegung,
nur Namen
̶ an
sich nichts
die
sogenannten
räumlichen
Eigenschaften
und
Merkmale ̶
: Erscheinung,
nicht
Wahrheit.
Ausgelöscht
mit
ausgelöschten
Merkmalen
ist der
Raum
selbst. ̶
Kein
Raum ausser
Ich, kein
Raum im
Ich, kein
Raum mit
ausgelöschtem
Ich;
Ansicht,
nicht
Einsicht,
Anschauung
̶ nicht
Erkenntnis,
eigen
geschaffenes
Trugbild,
auf blosser
Vorstellung
beruhend,
aus dir
gewirkte
Wirklichkeit
dieser
Welt; nicht
ist Raum
an sich
̶ nicht
ist Raum
Wesen und
Wahrheit.
Solches
hast du
klar
erkannt,
von solcher
Erkenntnis
vermagst du
ferner
nicht mehr
abzuweichen...
es sei
denn, dass
du ̶
über
dieses
hinaus ̶
zu
tieferer
Einsicht
gelangst.
Darum
ist gesagt:
"aus
deiner
Seele die
Erscheinung:
Raum."
̶ Es
ist der
Welt Atem,
den du,
als sei
er ausser
dir,
spürst. ̶
*
Und gewiss:
Gegensatz
und
Zwillingspaar
ist Raum
und Zeit;
wie kein
rechts ohne
links, kein
oben ohne
unten, so
kein Raum
ohne Zeit,
keine Zeit
ohne
Raum.
Wenn
es in
Wahrheit
kein hier
und kein
dort gibt,
so gibt
es auch
kein hin
und kein
her, kein
auf und
kein ab,
kein vor
noch
zurück,
weder
kommen noch
gehen,
weder
steigen
noch
fallen,
kein heben,
kein
senken,
kein
fluten,
kein ebben,
kein eilen,
kein
zögern,
keinen
Stillstand,
keinen
Wechsel.
Mit
ausgelöschtem
Raum ist
Zeit
ausgelöscht;
wie es
keinen Raum
an sich
gibt, so
gibt es
an sich
keine
Zeit.
Bei
Erläuterung
der
Unterscheidung
oben und
unten
schien es
zunächst,
als
bestünden
diese
Erscheinungen
auch
unabhängig
von dir;
beim ersten
Hinschauen
scheint es,
als
bestünde
Zeit an
sich und
unabhängig
von dir.
Doch wie
die
Vorstellungen
oben und
unten beim
Durchschauen
in Nichts
versinken,
so versinkt
die
Einbildung
Zeit durch
Erkenntnis
in
Nichts.
Wie
dein
Standort,
den du
im Raum
einnimmst,
bestimmt,
was du
mit den
Worten oben
oder unten,
mit rechts
oder links
bezeichnest,
so bestimmt
dein
Standort in
der Zeit,
dein
Bestand,
deine
Anwesenheit,
dein
Da-sein,
deine
Gegen-wart,
was du
als
Vergangenheit
und was
du als
Zukunft
unterscheidest,
und wie
jenen
Wahrnehmungen,
so kommt
auch diesen
keine
Wahrheit
zu.
Wie
dein
Standort im
Raum die
willkürliche
Teilung
eines
Ganzen
bestimmt,
ein von
dir
gewählter
Scheidepunkt,
der dir
das Recht
zu geben
scheint,
gegensätzliche
Verschiedenheit
zu
schaffen,
so schafft
dein
Standort in
der Zeit,
dein
Da-sein,
deine
Gegen-wart
Unterscheidung
in einem
in sich
ungeschiedenen
Ganzen und
macht dich
in
gegen-Teile
unterscheiden
was eines
ist.
Zeit
an sich
ist leer
und
bestimmungslos;
wie
vermöchte
an leerer
Zeit
zeitliche
Bestimmung
und
Unterscheidung
zu
haften?
Nur
von dir
aus gibt
es ein
rechts und
links, nur
aus dir
gewirkt und
auf dich
wirkend ist
ein oben
und unten,
ein vorher
und
nachher,
nur in
dir ist
und ist
wirkend,
was du
Zeit
nennst.
Vergangenheit
scheint
vorbei,
Zukunft
scheint zu
kommen; der
Tag scheint
vorbei, die
Nacht
scheint zu
kommen.
Verschieden
wie Tag
und Nacht
scheint
Vergangenheit
und
Zukunft,
unvereinbar,
ewig
voneinander
getrennt.
Seit dem
Tage
Brahma, o
Teurer,
sind auf
unserm
Wohnsitz,
der Erde,
die
unterschiedenen
Zeiten, die
vergangenen
und die
kommenden,
Tag und
Nacht zu
gleicher
Zeit.
Zu
ein- und
derselben
Zeit ist
Morgen und
Abend,
Mittag und
Mitternacht
und jede
Stunde des
Tages und
der Nacht,
ewig
gleichzeitig,
zu ein-
und
derselben
Zeit.
Ununterbrochen
brennt auf
der Erde
Mittag,
ununterbrochen
kühlt
Mitternacht
und alle
verschiedene
Zeit zur
selben
Zeit. ̶
Eines ist,
was
getrennt
erscheint.
Der Tag,
der
vergangen
scheint,
ist noch;
die Nacht,
die zu
kommen
scheint,
ist schon.
Es währt
vergangene
und
zukünftige
Zeit
ununterbrochen
̶ in
dir sind
die
Gegensätze;
jener
heilige
Savitar,
die Sonne
strahlt
ewigen
Tag.
Und
wie Sterne,
vom Tage
überleuchtet,
den Sinnen
nicht
gegenwärtig
sind, doch
der Seele
gegenwärtig
̶ so
ist
Vergangenheit
und
Zukunft,
von
Gegenwart
überleuchtet,
deinen
Sinnen
nicht
gegenwärtig,
doch
gegenwärtig
deiner
Seele.
Vergangenheit
war einst
deine
Gegenwart;
Zukunft
wird einst
deine
Gegenwart.
Was
Vergangenheit
ist, war
einst
deiner
Gegenwart
Zukunft;
was Zukunft
ist, wird
einst
deiner
Gegenwart
Vergangenheit
– Ich -
Gegenwart
beharrt in
Vergangenheit
und
Zukunft.
Wie
du, dich
selber
täuschend,
den Raum
vor dir
vom Raume
hinter dir
unterscheidest,
so
unterscheidest
du, dich
selber
täuschend,
Zeit vor
dir von
Zeit nach
dir. Wende
dich in
dir, und
Vergangenheit
wird
Zukunft und
Zukunft
wird
Vergangenheit.
Dass du
die Zukunft
schaust,
ist nicht
wunderbarer,
als dass
du dich
der
Vergangenheit
erinnerst.
Du
err-inne-rst
dich der
Zukunft,
wie du
dich der
Vergangenheit
erinnerst,
und Zukunft
und
Vergangenheit
ist ewige
Gegenwart.
Erinnerung
ist
Verklärung,
Beseeligung
von Raum
und
Zeit.
Vergangenheit
an sich
ist nicht
Zeit, denn
Vergangenheit
war, ist
also nicht;
ist nur
Erinnerung
an Zeit,
Denktätigkeit,
nichts
mehr.
Zukunft
an sich
ist nicht
Zeit, denn
Zukunft
wird erst,
ist also
nicht; ist
nur
Erwartung
von Zeit,
ein
Gedankenbild,
nur in
Beziehung
auf das,
was wir
Zeit
nennen,
nicht Zeit
selbst.
H.B.
Einen
Hungrigen
sättigt
nicht die
Erinnerung
an frühere
Sättigung
und nicht
Hoffnung
auf spätere
Sättigung;
weder
Hoffnung
auf Nahrung
noch
Erinnerung
an Nahrung
ist
Nahrung.
Weder
Erinnerung
an Zeit
noch
Erwartung
von Zeit
ist Zeit.
Wenn Zeit
wäre, so
könnte nur
Gegenwart
Zeit sein.
Gegenwart
jedoch ist
nur
Standort
des Ich,
nur
Anwesenheit,
nur
Gegenwärtigkeit
des Ich,
nur die
Scheide
zwischen
dem, was
Ich
Vergangenheit
und dem,
was Ich
Zukunft
nennt: eine
nur in
Gedanken zu
fassende
Scheide,
ohne
Ausdehnung,
nur ein
Berührungspunkt
von
Gedanken
und selbst
nur Gedanke
in dir
̶ Ich-gegen-wart,
nichts
mehr.
Keine
Zeit vor
deiner
Gegenwart,
keine Zeit
nach deiner
Gegenwart,
keine Zeit
ohne deine
Gegenwart;
deine
Gegenwart
ist
Zeitewigkeit.
Wie
Zeit je
nach deiner
Empfindung
stille
steht oder
flieht, wie
du in
einheitlicher
Zeit gute
und
schlechte
Zeiten
unterscheidest,
wie du
Erwartung
und
Erinnerung
in dir
schaffst,
so schaffst
du Zeit
in dir.
*
Du erkennst:
Was
dir als
Vorgang in
der Zeit,
als
Beharren
oder
Wechsel,
als Dauer
oder
Änderung
erscheint,
ist nicht
an sich,
ist
willkürliche,
von deiner
gegen-Wart
aus in
gegen-Teile
auseinanderspaltende,
an sich
nichtige
Unterscheidung
in dir
̶
Was
von solchen
Unterscheidungen
̶ in
dir als
zeitliches
Urteil ̶
ausser
dir als
zeitliche
Eigenschaft
der Dinge
erscheint,
ist Inhalt
deiner
Seele,
Ausdruck
des
Verlangens
in dir,
Abbild
deiner
selbst; ̶
Kennzeichnung
deiner
gegen-Wart
zum
gegen-Stand,
Kennzeichnung
deiner
Auffassung
und
Wertung,
Wiedergabe
deiner
wechselnden
Gesinnung,
dein Atem
in Lust
und Unlust,
willig-un-willige
Auffassung
in dir,
in dir
gezeugte
ein-Bildung,
deine
eigene
Schöpfung
̶ du
selbst. ̶
Keine
Zeit vor
dir, keine
Zeit nach
dir, keine
Zeit ohne
dich.
Solches
hast du
klar
erkannt.
̶ Eigen
Geschaffenes
legen wir
den Dingen
bei
und nennen
es der
Dinge
Eigenschaften.
̶
*
Ausgelöscht
sind die
in Rede
stehenden
Wahrnehmungen,
nur
verschiedene
Benennung
die
erscheinende
Verschiedenheit;
wie die
Unterscheidungen
rechts und
links, wie
oben und
unten, nur
Namen, an
sich nichts
die
Unterscheidungen
Vergangenheit
und
Zukunft,
blosse
Für-wahr-nehmung,
nicht
Wahrheit.
̶
Ausgelöscht
mit ihren
Teil-Erscheinungen
und
gegenteiligen
Merkmalen
ist die
Erscheinung
Zeit
selbst,
Empfindung—nicht
Erkenntnis,
eigen
geschaffenes
Trugbild,
aus dir
gewirkt,
auf dich
wirkend,
Wirkung und
Wirklichkeit
dieser
Welt. Nicht
ist Zeit
an sich
̶ nicht
ist Zeit
Wesen und
Wahrheit.
̶
Darum
ist gesagt:
"Aus
deiner
Seele die
Erscheinung:
Zeit."
Darum
ist gesagt:
"Zeit
ist
scheinbare
Wahrheit".
"Ich
bin nicht
in der
Zeit, ich
selbst bin
Zeit."
̶ Es ist der Welt Atem, den du, als sei er in dir, spürst. ̶
* * *
Ausgelöscht ist alle auf Raum, alle auf Zeit bezügliche Anschauung und Auffassung, alle auf Raum und Zeit bezügliche Wahrnehmung und Eigenschaft, alle Unterscheidungen, Verhältnisse, Merkmale, Bezeichnungen, Beziehungen, Beilegungen, Bedeutungen und alle übrigen auf Raum und Zeit ruhenden Empfindungen, Vorstellungen, Begriffe, Urteile, Namen; ̶ in nichts gesunken: Ausdehnung, Mass, Zahl, Teilbarkeit, Einheit und Vielheit, Folge und Folgerung, Anfang und Ende, Entstehen, Vergehen, Unendlichkeit, Ewigkeit ̶ müssige Fragen dem Wissenden ̶
Ausdruck
deiner
Gegenwart
zum
gegenständlich
aufgefassten
Gedanken;
deine
Empfindung
und nach
aussen
Verlegung,
das ist
Auslegung
deines
Inne-be-findens;
ein-Bildung
und
wider-Spiegelung
deiner
Einbildung,
das ist:
vor-Stellung;
deine
eigene
Schöpfung
̶ du
selbst ̶
an sich
nichts die
sogenannten
Eigenschaften
der Zeit,
die
sogenannten
Eigenschaften
des Raumes
̶
Ausgelöscht
mit
ausgelöschten
Merkmalen
und
Unterscheidungen
ist Zeit
und Raum
selbst ̶
vernichtet!
Zeit
und Raum
sind nicht
in
sich.
Spiel
deiner
Seele, ein
blosser
Traum!
Darum
ist gesagt:
"aus
deiner
Seele die
zeit-räumliche
Erscheinung".
̶ Erscheinung!
̶ sinnlicher
Widerschein
seelischer
Empfindung
in dir
̶ deines
eigenen
Wirkens
Abbild,
eigen
geschaffene
Wirklichkeit
dieser Welt
̶ du
selbst! ̶
Keine
Zeit, kein
Raum in
sich; keine
Zeit, kein
Raum in
Wahrheit.
̶ Eigen
Geschaffenes
legen wir
den Dingen
bei und
nennen es
der Dinge
Eigenschaften,
eigen
Gewirktes
̶ Wirklichkeit
dieser
Welt. ̶
Solches
hast du
klar
erkannt,
von solcher
Erkenntnis
vermagst du
ferner
nicht mehr
abzuweichen...
es sei
denn, dass
du ̶
über
dieses
hinaus zu
tieferer
Einsicht
gelangst.
*
In
dir ist
Zeit und
Raum, du
selbst
schaffst
Zeit und
Raum, zu
eigener
Lust;
trägst
Zeit und
Raum mit
dir, wie
du Leben
und Welt
mit dir
trägst.
Ewig
ist Zeit,
unendlich
ist Raum
̶ ewig
unendlich
Ich und
Welt.
̶ Es
ist das
Atmen der
Welt, die
du lebst;
Schöpfer
̶ Vernichter.
* * *
Und ferner, o Teurer!
Noch
hat niemand
diesem,
wovon wir
reden, sein
volles
Recht
strömen
lassen, und
nicht
überliefert
wurde mir
diese
Lehre; in
mir selbst
trat
zutage,
wuchs und
erstarkte
die
Erkenntnis.
Und
schon
einmal habe
ich der
Welt diese
Lehre
verkündet,
als die
Tochter des
Vatschaknu
vor dem
Könige der
Videha mich
befragte;
aber
unverstanden
von der
Welt blieb
diese
Lehre: ̶
"was
zwischen
Himmel und
Erde ist,
und
oberhalb
des Himmels
und
unterhalb
der Erde,
was sie
Vergangenheit
und Zukunft
nennen ̶
Raum und
Zeit ̶ o
Gargi, ist
eingewoben
und
verwoben in
der
Erscheinung
Akasha".
̶ Uraltes
Wissen
verkündige
ich dir
wieder: der
erscheinenden
Welt
zeiträumliches
Dasein.
*
Gegensatz
und
Zwillingspaar
ist, was
du Raum
und Zeit
nennst.
Durch
Ur-sprung
ist Raum,
durch Raum
̶ Zeit;
wie rechts
durch
links, wie
oben durch
unten, wie
Vergangenheit
durch
Zukunft.
Wie kein
rechts ohne
links, kein
oben ohne
unten,
keine
Vergangenheit
ohne
Zukunft, so
kein Raum
ohne Zeit,
keine Zeit
ohne Raum.
Zeit ohne
Raum wäre
nirgend;
Raum ohne
Zeit wäre
nie.
Alles
was im
Raum ist,
entsteht
und vergeht
in der
Zeit; alles
was in
der Zeit
ist,
entsteht
und vergeht
im Raum.
Zeit ist
ewig
überall,
Raum ist
überall
ewig. Zeit
und Raum
bedingen
einander.
Zeit und
Raum misst
sich
aneinander:
'ein
Zeitraum,
eine Stunde
Wegs, eine
Spanne
Zeit, ein
Tagwerk
Land, eine
geraume
Zeit.' Zeit
und Raum
ergänzen
einander.
Dem
Nebeneinander
des Raumes
entspricht
das
Nacheinander
der Zeit.
Zeit und
Raum treten
für
einander
ein.
Bewegter
Raum wäre
Zeit;
ruhende
Zeit wäre
Raum.
Ausgebreitete
Zeit heisst
Raum;
dauernder
Raum ̶
Zeit. Zeit
und Raum
schafft
einander;
Zeit und
Raum hebt
einander
auf ̶
Gegensätze,
die
einander
schaffend,
einander
aufheben.
Gegensätze
Zeit und
Raum sind
gegen-Paare,
halb-Teile
eines
Ganzen.
Gegensatz
in sich
nennt Ich:
Zeit,
Gegensatz
zu sich
nennt Ich:
Raum.
Spaltung im
Ich ̶
Zeit;
gespaltenes
Ich ̶
Raum.
Gegensatz
räumt ̶
Gegensatz
zeitigt.
*
Weder
hat Zeit
einen
Anfang,
noch ist
Zeit ewig;
weder hat
Raum ein
Ende, noch
ist Raum
unendlich
̶ weder
ist Zeit
und Raum
real, noch
ist Zeit
und Raum
ideal; ̶
Zeit und
Raum ist
Gedanke im
verlangenden
Ich.
Zeit-Gegenwart
ist ohne
Dauer, also
nicht Zeit;
Raum-Punkt
ist ohne
Ausdehnung,
also nicht
Raum.
Zeit-ewigkeit
wird nicht
aus Zeit,
Raum-unendlichkeit
wird nicht
aus Raum,
und wie
Zeit-ur-teil
keine Zeit
ist, so
ist
Zeit-ewigkeit
keine Zeit;
wie
Raum-ur-teil
kein Raum
ist, so
ist
Raum-unendlichkeit
kein Raum.
Zeit und
Raum ist
Gedanke im
urteilend
schaffenden
Ich.
Ich
ist
Zeit-einbildung,
Ich ist
Raum-vorstellung.
Im Ich
ist ewig
Zeit; im
Ich ist
endlos
Raum. Weil
Ich selbst
Zeit und
Raum ist,
darum ist
Zeit immer,
wann Ich
ist; darum
ist Raum
immer, wo
Ich ist;
Zeit und
Raum ewig
unendlich,
da Ich
ist. 'Ewig'
'unendlich'
aus dem
Ich
geschaffene,
das Ich
selbst
bezeichnende
Worte,
Ich-ausdruck,
nichts
mehr.
Ich
ist
Ausdehnung
in sich
zu ewiger
Zeit ̶
ausser sich
zu
unendlichem
Raum. Ich
ist
gegen-Wart
zu Zeit
und Raum.
Ich-Atem,
Ich-Bewegung,
Ich-Ausdehnung,
Ich-Wandel,
Ich-Wirk-lichkeit
ist Zeit
und Raum.
Wechselndes
im
Bleibenden,
Beharrendes
im
Wechselnden:
Ich.
Keine
Zeit, kein
Raum ohne
Ich: einen
Augenblick
bewusstlos
̶ eine
Ewigkeit
bewusstlos.
'In
der 'Zeit'
heisst vom
Ich-bewusstsein
als Zustand
in sich
unmittelbar
umfasst;
'im Raum'
heisst
mittelbar,
vermittelst
der Sinne
erfasst. Im
Bereich des
Ich-bewusstseins
heisst
Zeit, was
darüber
hinaus Raum
heisst. Vom
Ich
empfunden
̶ Zeit,
vom Ich
angeschaut
̶ Raum;
seelisch
empfunden
̶ Zeit,
sinnlich
angeschaut
̶ Raum.
Bei
gedankenlosem
Hinschauen
zwar
erscheint
Zeit und
Raum
verschieden,
verschieden
wie Tag
und Nacht,
wie
Vergangenheit
und
Zukunft,
unvereinbar,
ewig
voneinander
getrennt.
Ansicht ̶
nicht
Einsicht;
Wahr-nehmung
̶ nicht
Wahrheit.
Zeit
und Raum
sind nicht
auseinanderzuhalten:
̶ frage
dich, o
Teurer,
durch
welche
Bestimmung
könnten
Zeit und
Raum, beide
an sich
leer an
Bestimmung,
voneinander
verschieden
sein? Eines
ist, was
du in
dir Zeit,
was du
ausser dir
Raum nennst
̶ zwei
Namen für
das Selbe:
atmendes
Verlangen
in dir.
Sprich es unverstanden nach ̶ mit vorschreitender Erkenntnis gelangst du zu vollem Verständnis.
*
Wie
du, dich
selber
täuschend,
den Raum
über dir
vom Raum
unter dir
unterscheidest,
wie du,
dich selber
täuschend,
Zeit vor
dir von
Zeit nach
dir
unterscheidest,
so
unterscheidest
du, dich
selber
täuschend,
Zeit in
dir von
Raum ausser
dir.
Wie
deine
Gegenwart
im Raum
bestimmt,
was du
hier und
was du
dort
nennst, wie
deine
Gegenwart
in der
Zeit
bestimmt,
was du
als vorher
und was
du als
nachher
unterscheidest,
so bestimmt
deine
Gegen-wart
im Da-sein,
was in
dir
zeitlich,
was ausser
dir
räumlich
erscheint.
Wie
deine
Gegenwart
in Zeit
und Raum
die Teilung
eines
Ganzen
bestimmt ̶
ein
willkürlich
gewählter
Scheidepunkt,
der dir
das Recht
zu geben
scheint,
Gegenteiligkeit
zu
schaffen,
ein rechts
und ein
links, ein
oben und
ein unten
zu
unterscheiden,
ein vorher
und ein
nachher, so
schafft
dein
Da-sein,
deine
Gegen-wart,
dein
Ich-Bewusstsein,
̶ du
selbst ̶
Unterscheidung
in einem
ungeschiedenen
Ganzen,
macht dich
in Zeit
und Raum
unterscheiden,
was eines
ist.
Eines
̶ scheinbare
Zweiheit.
In
deinem
Herzen sind
die
Auseinandertretungen,
deine
eigene
Schöpfung
die
Unterscheidung
Zeit und
Raum. ̶
Als Zeit
empfindest
du, was
dein eigen,
als Raum,
was dir
entfremdet.
Entlassend
schaffst du
Raum,
aufnehmend
Zeit, was
aus-wendig
Raum ist,
ist
in-wendig
Zeit.
Dein
eigener
Widerschein
im
Ich-Gedanken
nennt sich
Bestand,
Dauer,
Wechsel,
Zeit;
deinen
eigenen
Widerschein
im
entlassenen
Gedanken
nennst du
draussen,
Gegenstand,
Raum.
Unterscheidung
Zeit und
Raum ist
Unterscheidung:
in dir
̶ ausser
dir; ist
Empfndung
und nach
aussen
Verlegung
̶ Auslegung
deines
inne-Befindens;
ist
Ein-bildung:
Zeit, und
Widerspiegelung
deiner
Einbildung,
Vor-stellung:
Raum;
Ich-zu-stand
und
Ich-gegen-stand
̶ Ausdruck
deiner
wechselnden
Gesinnung,
deiner
Zuneigung
und
Abneigung,
Anziehung
und
Abstossung,
Lust und
Unlust,
Liebe und
Hass,
Bejahung
und
Verneinung,
Wille-wider-Wille
im
Verlangen
̶ Abbild
deiner
selbst.
Zeit
und Raum
sind nur
andre Worte
für Ich
und du;
Unterscheidung
Zeit und
Raum ist
Unterscheidung
Ich und
Welt ̶
Ausdruck
des
Zerfalls im
Ursprung.
Davon wird
dir in
weiterer
Unterweisung
volle
Klarheit.
*
Besinne
dich und
du
erkennst:
ununterschieden
in sich
ist Zeit
und Raum;
eines, was
du mit
ent-zwei-enden
Namen
bezeichnest;
wie rechts
und links,
wie oben
und unten,
wie hier
und dort,
wie jetzt
und einst
̶ willkürliche,
in sich
nichtige
Unterscheidung
in dir.
Und wie
du solches
von dem
Gegen-sinn
'rechts und
links', von
dem
Gegen-sinn
'oben und
unten' klar
erkannt
hast, so
wird dir
klare
Erkenntnis
auch vom
scheinbaren
Gegensinn
Zeit und
Raum.
Aller
Gegensatz,
alle
Einheit ist
in
dir.
Zeit
und Raum
sind
Gestaltung
deines
Willens;
Zeit und
Raum sind
andre Worte
für deinen
Willen und
für das,
was wider
deinen
Willen ̶
wieder
dein Wille
ist; ̶
Gestaltung
deiner
selbst!
Eigene
Lust dein
Wandel;
nach
eigenem
Gefallen
wandelst du
dich zu
Zeit und
Raum,
wandelst
Zeit zu
Raum wie
rechts zu
links,
wandelst
Raum zu
Zeit wie
unten zu
oben.
Es
ist so
̶ sprich
es
unverstanden
nach. Die
die Welten
voneinander
hält,
diese
Brücke
überschreite
als ein
Blinder.
Aufleuchten
wird einst
in dir
die
Erkenntnis,
aus welcher
Tiefe
solches
fliesst.
*
Ausgelöscht
der
Gegensinn
von Zeit
und Raum;
auf Worten
beruhend
die
erscheinende
Verschiedenheit;
ununterschieden
an sich,
weder das
eine noch
das andre;
dasselbe
doppelt
benannt,
zwei Namen
für
eines.
Und
gewiss: ist
Zeit gleich
Raum, so
ist weder
Zeit noch
Raum.
Was
du Zeit
und Raum
nennst ̶
in
Gegenteile
zerfallene,
an sich
nichtige
Unterscheidung
in dir
̶ in
Gegensinn
auseinander
spaltendes
Urteil,
deine
Willensgestaltung,
Spiel
deiner
Seele,
deine
eigene
Schöpfung
̶ du
selbst.
*
"Was
du Zeit
und Raum
nennst, o
Gârgî,
ist
eingewoben
und
verwoben in
Akasha."
Durch
Raum und
Zeit wird
alles
dieser
Welt, was
Leben
heisst, was
Tod genannt
wird ̶
ewiger
Kreislauf
̶ Geburt
und Tod
dieser Welt
durch
Raum-Zeit-Erscheinung:
̶ AKASHA
̶
dieser
Welt
Erscheinung
̶ deines
Verlangens
sinnlicher
wieder-Schein
̶ dieser
Welt
wesenlose
Erscheinung
̶ Erscheinung
des Wesens
dieser
Welt.
Aufleuchten
möge in
dir die
weltschöpferische
Bedeutung
des Wortes.
*
Darum
ist gesagt:
"auf
Akasha geht
diese Welt
zurück"
̶
"Einklang
von Seele
und
Leib."
Darum
ist gesagt:
"Akasha
̶ des
Brahma
Standort"
̶ "Brahma
leibhaftig
geworden"
̶ "deiner
Seele
Leib."
"Darum
soll man
als dieser
Welt Keim
Akasha
wissen."
Sehend
geworden
erkennst
du:
̶
Es ist
der Welt,
die dich
lebt, Atmen
̶ ̶
̶ atma
̶
* * *
So, o Teurer, können wir Menschen, der Erscheinung nachdenkend, uns dieses vorstellen; der Erkenntnis ehernes Tor, verhüllte Wahrheit dem nicht Erkennenden ̶ Upanishad.
*
So lautet in Aranada Upanishad der zweite Abschnitt: zeit-räumlicher Erscheinung Urbestand; nunmehr kâma, Verlangen.
III. DAS VERLANGEN DIESER WELT ̶ kâma ̶
Zu
dem, was
ich dir
ferner zu
sagen
gedenke, o
Teurer!
behalte vor
Augen:
Es
geschieht
wohl, dass
von den
dickkopfigen
Ameisen
eine
mitten-von-einander
bricht;
alsbald
kehren sich
die
getrennten
Teile
feindlich
gegen
einander:
der Kopf
greift mit
den Kiefer
an, der
Leib wehrt
sich mit
dem
Stachel.
Eben
noch
einheitlicher
Bestand,
Ein Ich
mit Einem
Bewusstsein,
Einer
Empfindung,
Einem
Willen, von
gleicher
Sorgfalt
für alle
Teile
seines
Körpers
erfüllt ̶
zerfällt
es vor
deinen
Augen in
zwei
Bewusstsein,
zwei
Empfindungen,
zwei
Willen,
zwei
Seelen;
jedes der
beiden
Teile fühlt
sich
selbständig,
ein "Ich",
und seine
erste Tat
ist Kampf
gegen das,
was es
nicht mehr
als sein
Ich
erkennt.
Zwiespalt
körperlich-seelisch;
Gedanke
dieser im
Zwiespalt
atmenden
Welt;
Ausdruck
des
ur-Sprungs:
Kâma,
Verlangen.
Durch
ur-Sprung:
ur-TeilIch
und
gegen-TeilIch.
Durch
solche
Teilung
Verlangen
in Ich
und Ich;
̶ das
Ausser-einander
von Ich
und Ich
ist
Verlangen:
̶ KAMA ̶
*
Also ist die Unterweisung:
Ich
knüpfe an
Gesagtes
an, o
Teurer!
Der
Erreger,
savitar,
die Sonne,
weckt die
Geschöpfe
̶ alsbald
beseelt
diese der
Gedanke des
Lebens:
Kâma,
Verlangen,
und es
folgt Jagd
und
Kampf.
Brennend
vor Begier
wirft sich
der Eine
auf den
Anderen:
"du
bist meine
Nahrung"
̶ und
der Sieger
frohlockt:
"ich
töte dich:
es ist
mein
Recht."
Vom
Unterliegenden
jedoch
schallt
voller
Widerspruch
zurück:
"ich
will nicht
sterben, du
darfst mich
nicht
töten, es
ist unrecht
und
böse!"
Du
erwägst
zuvörderst
den
Gegensatz
im atmenden
Verlangen
im 'Raum'
erscheinend.
Jeder
der Beiden,
hier wie
dort, der
Sieger
sowohl wie
der
Unterliegende,
will
dasselbe:
will leben,
nicht
sterben;
will töten
und
fressen,
will nicht
getötet
und
gefressen
werden.
Hier
wie dort
Ein
Gedanke,
dasselbe
Verlangen,
dennoch
Widerspruch,
Zwiespalt,
Gegensatz.
*
Du
schaust den
Gedanken
unbewegt,
einheitlich,
ungeteilt:
Kâma,
Verlangen,
Frass;
Frass ist
sinnfälliger
Ausdruck
des
Verlangens.
Es
ist kein
Zwiespalt,
kein
Gegensatz
im
Gedanken,
im Wollen
und Tun
an sich;
Zwiespalt,
Gegensatz
ist durch
Ich und
Ich.
Zwiespalt,
Teilung
erscheint
mit
be-Teil-igung
des Ich
am
Gedanken.
Der
Gegensatz
entsteht
durch
zwiefachen
Standort
des Ich;
im Ich,
das hier
will, und
im
gegenüber
stehenden,
entgegen
stehenden,
widerstehenden
Ich, das
dort wieder
will ̶
zwei
gegen-ständliche
Standorte
des Ich
̶ das
ist
Raumerscheinung:
I.
Ich ̶
hier: "ich
will dich
fressen."
II.
Ich ̶
dort: "ich
will dich
fressen."
*
Ich
auf beidem
Standort
spricht den
einheitlichen
Gedanken,
das
einheitliche
Verlangen:
'Frass'
zwiefach
aus,
bejahend ̶
verneinend.
Ich
auf beidem
Standort
bejaht den
Satz und
verneint
damit den
Gegensatz.
Ich will
̶ und
will nicht
das
Gegenteil
des
Gewollten;
Wille zur
Tat,
Unwille zur
Duldung der
Tat. Ich
hier wie
Ich dort:
"ich
will leben
̶ nicht
sterben,
ich will
fressen ̶
nicht
gefressen
werden."
Es
ist Ein
Gedanke,
Ein
Verlangen,
Ein
Vorgang:
'Frass';
'fressen
̶ nicht
gefressen
werden' ist
nur
Lautverschiedenheit,
nur
sprachlich
doppelter
Ausdruck,
dem Sinne
nach
dasselbe;
nur
Gewolltes
bejahende,
nicht-Gewolltes
verneinende
Redewendung,
doppelte
Bezeichnung
für Eines.
Ich spricht
in
zwiefachen,
Eines
bedeutenden
Worten
einheitliches
Wollen, den
Einen
ungespaltenen
Gedanken
aus;
Gegensatz
erscheint
im
raum-gespaltenen,
im
ent-zwei-ten
Ich; im
Ich, das
hier will,
und im
Ich, das
dort will,
dort wieder
will, das
heisst ̶
wider
will:
[Ich:]
I.
Ich,
angreifend
und siegend
will die
Tat, bejaht
die Tat,
spricht den
bejahenden
tätigen
Sprachausdruck
des
Verlangens
̶ in Lust
aufflammend:
"ich
will dich
fressen."
[Ich
im
räumlichen
'Gegen'stand:]
II.
Ich,
angegriffen
und
unterliegend,
will die
Tat nicht,
verneint
was ihm
Leid antut,
spricht den
verneinenden,
leidenden
Sprachausdruck
des
Verlangens
̶ in Leid
aufflammend:
"ich
will mich
nicht
fressen
lassen."
Kein
Gegensatz
im
Verlangen,
kein
Zwiespalt,
keine
Teilung ̶
gleichviel,
ob sich
der Gedanke
in Einem
Ich in
zwiefacher
Redewendung
̶ bejahend
̶ verneinend
̶ ausspricht,
oder ob
sich der
Gedanke in
zwiefacher
Redewendung
als Wille
und Unwille
auf zwei
Ich
verteilt ̶
zweiheitlicher
Ausdruck
des
einheitlichen
Gedankens:
Verlangen.
Kein
Gegensatz
in Gedanken
̶ gleichviel,
ob sich
der Gedanke
im tuenden
Ich in
Tat
ausdrückender
Redeform
ausspricht,
oder ob
sich der
Gedanke im
leidenden
Ich in
Leid
ausdrückender
Redewendung
widerspricht;
gleichviel,
ob der
Gedanke im
Ich,
fressend,
sich
bejaht, im
Ich,
gefressen,
sich
verneint:
̶ einheitliches
Verlangen.
Unberührt
bleibt der
Gedanke,
ungeteilt
̶ Unterscheidung,
Teilung,
Entzweiung,
Zwiespalt
und
Gegensatz
ist durch
Ich und
Ich; Dies
ist kâma,
Verlangen,
in
gegen-Teile
ent-zweit,
als Wille
und
wider-Wille
erscheinend;
im
zu-Stand-Ich
und im
gegen-Stand-Ich;
Ich
räumlich
auf zwei
Standorten.
Ich-ent-Zwei-ung.
*
Nunmehr
der
Gegensatz
im atmenden
Verlangen
in der
Zeit
erscheinend.
Nichts
weset ohne
ein
Zweites,
kein Ding
ohne seinen
Gegensatz,
kein Willen
ohne
gegen-Willen
̶ kein
Leben ohne
Atem des
Willens,
wie kein
Atem ohne
Einhauch
und
Aushauch.
Es
geschieht,
dass in
den Beiden,
die sich
bekämpfen,
eine
Wendung im
Verlangen
eintritt:
Im
Sieger nach
geschehener
Tat: die
Gier ist
befriedigt,
die Lust
verraucht.
Wie am
bewegten
Schöpfrad
der Eimer
gefüllt
emporsteigt
und
entleert
wieder
herabsinkt,
so füllt
sich das
Verlangen,
übersteigt
den
Höhepunkt
und fällt.
Bisher
zurückgedrängte
Gedanken
drängen
vor.
Der
Sieger
versetzt
sich in
die Lage
des Opfers;
das Mitleid
erwacht,
der
Umschlag
erfolgt;
man sagt
wohl: er
ist nicht
mehr
derselbe,
er ist
ein anderer
geworden:
"ich
will nicht
töten, es
ist
Unrecht.
Lieber
Unrecht
leiden als
Unrecht
tun, lieber
selber den
Tod
erdulden,
als andere
töten."
Sodann
im
Unterliegenden:
"mein
Widerstand
ist
vergeblich;
ich
unterliege."
Bisher
zurückgedrängte
Gedanken
drängen
vor.
Erinnerung
an eigene
Untat wird
wach, der
Umschlag
erfolgt:
"es
geschieht
mir Recht,
ich
verdiene
den Tod;
ich will
mein
Unrecht
büssen,
will meine
Sünde
sühnen:
töte mich,
ich sterbe
freudig."
Der
Kampf ist
aufgegeben,
Frieden ist
gewonnen;
Aufopferung
hat
Raubgier
abgelöst.
Verraucht
ist das
Verlangen,
aller
Sittlichkeit
höchst
gepriesenes
Ziel
erreicht ̶
erstanden
das Wunder:
Selbstlosigkeit.
*
Du
erwägst
zuvörderst
den
zeitlich
erscheinenden
Gegensatz
im Willen
des
angreifenden
Ich ̶
Wechsel von
Tat zu
nicht-Tat.
Der
Gegensatz
erscheint
als
geänderter
Wille im
Ich. Das
Verlangen
atmet,
lebt,
bewegt
sich,
wandelt,
wechselt im
lch. Ich
verlässt
seinen
Stand,
ver-stellt
sich, nimmt
andere
Stellung
zum
Gedanken:
"Ich
wollte
leben,
wollte
nicht
sterben;
wollte die
Tat tun,
wollte die
Tat nicht
dulden,
wollte
töten und
fressen,
wollte
nicht
getötet
und
gefressen
werden"
̶
"jetzt
will ich
sterben,
will nicht
leben; will
nicht
töten,
nicht
fressen,
will
getötet
und
gefressen
werden."
Im
Willen des
Ich ist
Wandlung
eingetreten
̶ Gegensatz
im
wechselnden
Willen in
der Zeit
erscheinend.
*
Du
schaust den
Gedanken
unbewegt,
einheitlich:
kâma,
Verlangen.
Tat
und Frass
ist
sinnfälliger
Ausdruck
des
Verlangens,
Ausdruck
des Wirkens
dieser
Welt. Es
ist keine
Änderung,
kein
Gegensatz
in
Verlangen
an sich;
Änderung
und
Gegensatz
ist im
be-Stand
des
verlangenden
Ich.
Unterscheidung,
Zwiespalt,
Teilung
erscheint
mit
be-Teil-igung,
mit
an-Teil-nahme
des Ich
am
Gedanken.
Der
Gegensatz
entsteht im
Ich, das,
wollend, in
sich
spaltet;
das
Verlangen
bleibt, nur
das
zeitliche
Ziel des
Verlangens
im Ich
wechselt:
Ich, das
wollte ̶
Ich, das
anders
will;
zweierlei
Verhalten,
zwiespaltiger
Zustand im
Ich ̶
das ist
Zeiterscheinung.
I.
Ich erst
in Lust
aufflammend,
erst: "ich
will
fressen;"
II.
Ich dann
lustlos
verlöschend,
dann: "ich
will
gefressen
werden."
*
Der
Gedanke
bleibt
Einer,
einheitlich,
ungeteilt:
Frass. Kein
Frass ohne
fressen und
gefressen
werden;
beides
liegt
unmittelbar
im Gedanken
"Frass",
"Fressen
̶ gefressen
werden"
ist nur
sprachlich
verschiedener
Ausdruck
des Einen
Gedankens;
nur
zweierlei
Benennung
für
ein-und-denselben
Vorgang,
nur tätige
und
leidende
Sprachform:
nur
Laut-Verschiedenheit,
nicht
Gegensatz
in sich
̶ Eines:
Kama,
Verlangen.
Wandel
und
Gegensatz
erscheint
im
zeitgespaltenen
Willen des
Ich:
Ich
wollte und
will das
Gegenteil
des zuerst
Gewollten.
Alles
Wollen ist
aus Tun
und Dulden:
Ich wollte
die Tat
tun ̶
ich will
die Tat
dulden.
[Ich:]
I.
Ich, erst,
in
Verlangen,
Urteil, Tat
sich
schaffend,
will das
Leben,
begehrt,
hofft, will
tun, bejaht
den
Gedanken zu
solcher
Zeit
blind:
"ich
will dich
fressen,
will nicht
von dir
gefressen
werden."
[Ich
in
zeitlichem
Gegensinn:]
III.
Ich, dann,
nach
aufgegebenem
Tun, von
treibender
Lustempfindung
frei, nicht
mehr
begehrend,
ver-setzt
sich in
die Lage
des Opfers,
ver-stellt
sich auf
den
Standpunkt
des
Gegners,
versteht
ihn, mit
leidend,
steht ihm
bei, ̶
urteilt nun
von also
entgegengesetztem
Stand mit
der Zeit
ver-ständig,
erkennend,
wechselt
mit
gewechseltem
Stand seine
Ansicht,
wendet sich
im
Gedanken,
widerspricht
sich
selbst,
gibt sich
auf, will
dulden,
will den
Tod:
lustlos
vergehend:
"ich
will mich
fressen
lassen,
will nicht
fressen"
Es
ist ein
Gedanke,
der sich
im Ich
ausspricht,
gleichviel
wie sich
das Ich
verlangend
zum
Gedanken
stellt, es
bleibt Ein
Gedanke,
gleichviel
ob Ich
den
Gedanken
tun, oder
ob Ich
den
Gedanken
dulden
will,
gleichviel
ob das
Ich,
erfüllt
vom
Gedanken,
sich Henker
oder Opfer
fühlt ̶
kâma,
Verlangen.
*
Dieselbe
zeitliche
Wendung im
angegriffenen,
im
widerstehenden
Ich ̶
Wechsel von
nicht-Duldung
zu Duldung
̶ Ich
wollte
nicht und
will dann
nicht das
Gegenteil
des zuerst
nicht
Gewollten.
Ich wollte
die Tat
nicht
dulden ̶
jetzt will
ich die
Tat nicht
tun.
[Ich
im
'Gegen'stand,
das ist:
nicht-Ich:]
II.
Ich,
angegriffen,
verabscheut
die Tat,
widersteht,
verteidigt
blind
seinen
Standort,
will nicht
dulden; in
Leid
aufflammend:
"ich
will nicht
von dir
gefressen
werden,
will dich
fressen!"
[nicht-Ich
im
zeitlichem
Gegensinn:]
IV.
Ich, nach
aufgegebenem
Widerstand,
im Übermass
des Leides
nichts mehr
erhoffend,
weder
begehrend
noch
verabscheuend,
gibt den
bisher
verteidigten
Standort
auf,
ver-stellt
sich auf
den
Standort
des
Henkers,
ver-steht
ihn,
urteilt
jetzt vom
also
entgegengesetzten
Standort
erkennend,
will
dulden,
nicht tun,
leidlos
vergehend:
"ich
will dich
nicht
fressen,
will mich
von dir
fressen
lassen!"
Unberührt
bleibt der
Gedanke ̶
Unterscheidung
ist im
Ich, im
zeitgespaltenen,
im
gewechselten
Willen des
Ich. Wille
ist
Ausdruck
des Ich.
Kein Wille
ohne Ich,
kein Ich
ohne
Willen.
Wille ist
Ich, Ich
ist
Wille.
Dies
ist Kâma,
Verlangen
im Ich
als
wechselnder
Wille
atmend;
Verlangen
im selben
Ich
zeitlich in
gegen-Teile
gespalten
erscheinend
im Ich
und wieder
im Ich;
Ich in
zwei
Zeit-zu-Ständen;
Ich-zwie-Spalt.
*
Erkenne
zunächst:
Gegensatz,
Widerspruch,
Zwiespalt,
Entzweiung,
Teilung, im
Verlangen
erscheinend,
ist nicht
an sich,
ist
willkürliche,
durch
gegensätzlichen
Ich-stand
̶ in
sich,
ausser sich
̶ in-gegen-Teile
aus-ein-ander-spaltende,
an sich
nichtige
Unterscheidung
in dir,
von
scheinbarer
Verschiedenheit,
̶ ununterschieden
in sich;
von
scheinbarer
Bedeutung
̶ bedeutungslos
an sich;
aus dir
gewirkt ̶
auf dich
wirkend,
Wirkung und
Wirklichkeit
dieser
deiner
eigen-geschaffenen
Welt ̶
nicht
Wahrheit.
Was
als
Gegensatz
im
Verlangen
erscheint,
ist in
dir, ist
Kennzeichnung
deiner
zeiträumlichen
gegen-Wart,
deines
da-Seins,
ist
Ausdruck
deiner
Beziehung
zum
gegen-Stand,
ist deine
Auffassung,
deine
Gesinnung,
deine
an-Teil-nahme,
deine
Stimmung,
deine Lust
oder
un-Lust
zum
eigenen,
gegen-ständlich
auf
gefassten
Gedanken,
ist
Empfindung
in dir
und
Auslegung,
das ist
nach aussen
ver-Legung
deines
inne-Befindens,
ist deine
ein-Bildung
und
wider-Spiegelung
deiner
Einbildung,
das ist:
Vorstellung;
Inhalt
deiner
Seele,
Verlangen,
aus dir
geboren,
deine
eigene
Schöpfung
̶ du
selbst.
Unberührt
bleibt der
Gedanke,
unbewegt
wie im
Sturm der
Sonnenstrahl,
gleichviel,
ob Ich
das
Verlangen
aufnimmt
oder
abweist,
den
Gedanken
hofft oder
fürchtet,
liebt oder
hasst,
bejaht oder
verneint,
anzieht
oder
abstosst,
tut oder
duldet,
will oder
nicht will;
gleichviel,
ob Ich,
vom
Gedanken
beseelt
Lust oder
Unlust
empfindet,
ob Ich
sich Freund
oder Feind,
Herr oder
Knecht,
Henker oder
Opfer
fühlt,
gleichviel
ob Ich
frei will
oder wollen
muss,
gleichviel
ob der
Gedanke in
Ich oder
Ich im
Gedanken
oder der
Gedanke Ich
ist. ̶
Alle
Unterscheidung
ist im
Ich, im
atmenden
Willen Ich.
Wille ist
Ich
Zustand,
Wille ist
Ich
Ausdruck.
Kein Willen
ohne Ich,
kein Ich
ohne
Willen.
Wille ist
Ich, Ich
ist Wille
̶ kâma,
Verlangen.
Die
Welt denkt
nur einen
Gedanken ̶
aus dem
'Ich' ist
endlose
Mannigfaltigkeit
dieser
Welt.
* * *
Und
noch
einmal:
Der
Gedanke
dieser Welt
̶ Verlangen
̶ atmet
im Ich;
Ich,
atmend,
spaltet ̶
: zwiespältige
Beziehung
des Ich
zu seinem
eigenen
Gedanken,
zu sich
selbst. Ich
will ̶
will nicht:
will tun,
nicht
dulden;
will
dulden,
nicht tun;
in sich
̶ ausser
sich; in
Zeit ̶
in Raum.
̶ Alles
Geschehen
dieser Welt
̶ alle
Möglichkeit
dieser
Welt; aller
Gedanken,
alles
Werdens und
Verwerdens
̶ alle
Welten
umfassende
Möglichkeit.
SAMSARA.
Ich
aufflammend:
Raum
I. "ich
will dich
fressen,
"ich
will nicht
von dir
gefressen
werden.
II.
"ich
will nicht
von dir
gefressen
werden."
ich will
dich
fressen."
Ich
verlöschend:
Zeit.
III.
"ich
will von
dir
gefressen
werden",
"ich
will dich
nicht
fressen".
IV. "ich will dich nicht fressen," ich will von dir gefressen werden."
NIRVANA.
*
Das ist:
Ich,
im
Verlangen
atmend,
will tun,
nicht
dulden;
will
dulden,
nicht tun.
*
Vierfacher
Ausdruck
für Eines:
Ich auf
vier
Standorten
̶ die
vier
sogenannten
Denkgesetze
des
Yavana.
Ich,
im
Verlangen
atmend,
bejaht und
verneint in
sich ̶
bejaht und
verneint
ausser
sich. ̶
Ich
̶ in
sich ̶
ausser sich
̶ bejahend
̶ verneinend
̶ nennt
sich mit
allen Namen
dieser
Welt:
Die
Welt ist
im
verlangenden
Ich ̶ so
erkennst
du.
*
Also ist der erscheinende Wandel des Verlangens vom Ich zum nicht-Ich, vom nicht-Ich zu s-Ich zurück; aus Tat ̶ durch Widerstand ̶ zu Duldung; Ich-Atem ̶ âtmâ.
*
Mit dem Zerfall im Ur-sprung erscheint Zerfall in Ich und nicht-Ich, erscheint Zerfall in Willen und Unwillen, erscheint Zerfall in Zeit und Raum ̶ erscheint Welt-wirklichkeit.
*
Folge
meinen
Worten, o
Teurer, mit
offener
Seele ̶
ich führe
dich auf
sicherem
Weg.
Doch
lass dein
Verständnis
nicht an
Worten
haften,
erfasse
über Worte
hinaus;
Worte
sind
Hindernis
der
Erkenntnis.
Mit
wachsender
Einsicht
offenbart
sich dir
die
gegensinnliche
Einheit von
Erscheinung
und
Verlangen.
Sprich
es
unverstanden
nach ̶
was
unverständlich
scheint
wird
selbstverständlich.
* * *
Einheitliches Verlangen erscheint im Ich in Willen und Unwillen gespalten.
*
Ich,
zum Ziele
wollend,
stösst
Ungewolltes
unwillig
von sich
ab, schafft
im
eigen-Willen
Widerwillen.
Widerwillen
weicht vom
Ich, wird
im
gegen-Stand
selbst-ständig,
ist fremdes
entgegenstehendes
Wollen ̶
:
Willen
in mir
̶ Willen
ausser mir
̶ das
ist
Raum.
Raumerscheinung
schafft
sich durch
Aus-legung
des
Widerwillens
im Ich.
*
Ich-willen,
zum
Hoheziel
des
Verlangens
rastlos
irrend, von
selbstgeschaffenem
gegen-Stand
zurückgestossen,
bleibt
wollend,
wechselt im
Willenszustand
̶ :
Willen
in mir
erst ̶
Willen in
mir dann
̶ das
ist
Zeit.
Zeiterscheinung
schafft
sich im
Ich durch
wechselnden
Willen.
*
Das
verlangende
Ich schafft
zeiträumliche
Erscheinung.
Verlangen
treibt dich
zu
Ausdehnung
in Zeit
und
Raum.
Je
nachdem du
dich im
atmenden
Verlangen
gefordert
oder
gehemmt
empfindest,
ist Willen
oder
Widerwillen
in
dir.
Verlangen
der Welt
willig
ergriffen
ist eigener
Willen;
Verlangen
der Welt
unwillig
abgewiesen
ist
Widerwillen
in dir.
Was in
dir
seelisch
empfunden
Widerwille
ist, ist
sinnlich
aufgefasst
Widerstand
im Raum,
das ist
fremder
Wille wider
dich: 'ich
will nicht'
das heisst:
'du
willst'.
Was Ich
aus sich
unwillig
entlässt,
wird
räumliche
Vorstellung:
Du.
Der
Atem des
Verlangens
in
Anziehung
oder
Abstossung
erscheint
im Ich
als
Willensgegensatz.
Willensgegensatz
in sich
fasst Ich
zeitlich
auf;
Willensgegensatz
zu sich
ist dem
Ich
Raum.
Wechselnder
Willen ist
Zeit; zu
Unwillen
gewechselter
Willen ist
Raum.
Willig-un-williges
Verlangen
in dir
erscheint
als
zeit-räumliche
Wirklichkeit
ausser
dir.
Endloses
Verlangen
in dir
erscheint
als
endloses
Werden ̶
erscheint
und
ist.
Mit
dem Zerfall
im
Ur-sprung
erscheint
Zerfall in
Ich und
nicht-Ich,
erscheint
Zerfall in
Willen und
Gegenwillen,
erscheint
Zerfall in
Zeit und
Raum ̶
erscheint
und ist
̶
*
Wie
du, von
dir aus
urteilend,
Willen von
Widerwillen
unterscheidest
̶ beides
in dir,
beides
Eines ̶
du selbst,
so
unterscheidest
du, von
dir aus
urteilend,
Zeit von
Raum ̶
beides in
dir, beides
Eines ̶
du
selbst.
Wie
Unwillen in
eigenem
Willen zu
fremdem
Gegenwillen
wird, so
wird
Ein-bildung
Zeit zu
gegensätzlicher
Vor-stellung
Raum. Wie
'fressen'
und
'gefressen
werden'
Eines ist
im 'Frass',
wie Willen
und
Unwillen
Eines ist
im
Verlangen,
so ist
Zeit
Erscheinung
und
Raum-Erscheinung
Eines in
dir ̶
dein
Verlangen,
du
selbst.
Verlangen,
vom Ich
ausgesprochen,
vom
Widerschein
des Ich
̶ dem
nicht-Ich
̶ wieder
ausgesprochen,
das ist:
widersprochen
̶ sieht
sich selbst
gegenüber,
tritt sich
selbst
entgegen,
ist sich
selbst
Gegensatz.
Suchender
Wille ist
Raum, im
Suchen
wechselnder
Wille ist
Zeit.
Also
wurzelt in
deinem
Willen-un-Willen
Zeit und
Raum; also
ist
Zeit-Raum-Erscheinung
dein
Verlangen.
Erkenntnis
hiervon ist
Lösung des
Rätsels:
Raum-Zeit-Einheit.
* * *
Was
von
Empfindungswellen
dir
erwünscht,
willkommen
zuströmt,
was du
dir
anzueignen
gewillt
bist, was
du
willfährig
aufnimmst,
was du
zustimmend
bejahend
wohlwollend
auffasst,
was sich
dir willig
fügt, dir
zu Willen
ist, worein
du
einwilligst,
was zu
deinem
eigenen
Willen, zu
dir selbst
wird, dein
Zustand,
erscheint
in dir
̶ deine
Seele
bewegend ̶
in
zeitlichen
Formen.
Was,
aus dir
geboren,
dich
unwillkürlich
befremdet,
was du
nicht für
dein eigen
hältst,
was nicht
mehr du
selbst
bist, was
du
unerwünscht
erleidest,
was dich
anwidert,
was dir
widrig,
widerwärtig,
zuwider
ist, dein
wider-Wille
erscheint
̶ deine
Sinne
bewegend ̶
ausser
dir,
räumlich,
als
wider-Stand,
als
widerstehende
Kraft aus
dem
Raum.
Atmet
Verlangen
in dir,
wandelst du
Willen zu
Unwillen,
so wandelst
du
Empfindung
zu
Anschauung,
Einbildung
zu
Vorstellung,
Zustand zu
Gegenstand,
wandelst
zeitlichen
Wechsel zu
räumlicher
Verschiedenheit,
Zeit zu
Raum:
̶ und
umgekehrt:
ziehst du
unwillig
Abgestossenes,
Gegenstand,
Raum
Gewordenes
wieder
willig an
dich,
nimmst du,
durch
Aufhebung
der
Verneinung,
den
Gegensatz
willig in
dich auf,
so wandelst
du deine
Anschauung
zu
Empfindung,
deine
Vorstellung
zu
Einbildung,
deinen
Gegenstand
zu deinem
Zustand,
räumliche
Mannigfaltigkeit
zu
zeitlichem
Wechsel,
fremde
Kraft zu
eigenem
Willen,
Raum zu
Zeit.
Willenswandel
deine Seele
bewegend ̶
seelisch
empfunden
̶ erscheint
dir
zeitlich,
Willenswandel
deine Sinne
bewegend ̶
sinnlich
angeschaut
̶ erscheint
dir
räumlich.
Seelischer
Wandel ist
Zeit;
sinnlich
körperlicher
Wandel ist
Raum.
Bewegung
deiner
Seele ̶
Zeit;
Bewegung
deiner
Sinne ̶
Raum.
Verlangen
treibt dich
und es
wird Zeit
und Raum;
beides
Bewegung,
beides
Empfindung
in
dir.
Eigene
Lust dein
Wandel im
Verlangen;
eigenes
Gefallen
dein Wandel
in Zeit
und Raum.
Verlangend
wandelst du
in Zeit
und Raum,
verlangend
wandelst du
dich zu
Zeit und
Raum,
wandelst
Zeit zu
Raum, wie
rechts zu
links,
wandelst
Raum zu
Zeit, wie
unten zu
oben.
*
Aller
Wille will
nicht,
aller
Unwille
will.
Unwillen
durch
Willen,
Willen
durch
Unwillen ̶
Wille und
Wille
untrennbar
̶ Eines,
wie Zeit
und Raum,
wie oben
und
unten.
Versuche
zu
verstehen:
Wenn
du wollend
nicht
willst und
nicht
wollend
willst, was
nicht
wollend
dich will,
was wollend
dich nicht
will, was
dir
unwillig
willig
zu-kommt,
was dir
willig
unwillig
aus-kommt,
nennst du
mit
zeitlich
räumlichen
Namen.
Was
du willig
Zeit oder
Raum
nennst,
nennst du
unwillig
Raum oder
Zeit.
Zeit
und Raum
̶ Gestaltung
deines
Willens;
Zeit und
Raum ̶
andere
Worte für
deinen
Willen und
für das,
was, wider
deinen
Willen,
wieder dein
Wille ist
̶ Gestaltung
deiner
selbst.
*
Ich
Atem ist
Einhauch
und
Aushauch,
ist innen
und aussen,
ist
zu-Stand
und
gegen-Stand,
ist Wille
und
Unwille,
ist Zeit
und Raum,
Ich und
nicht
lch.
Also
von
Gegensatz
zu
Gegensatz
atmend
schafft Ich
Zeit und
Raum, mit
Zeit und
Raum ̶
die Welt,
deines
Verlangens
sinnlicher
Widerschein.
*
Also
ist der
Atem des
Verlangens
Wille-un-Wille
im Ich
̶ aus
Tat durch
Widerstand
zu Duldung
̶ Atem,
Leben,
Bewegung,
Wandel, von
Ich-bestand
I auf
Ich-wider-Stand
II und
auf
Ich-wieder-bestand
III
zurück.
Ich-Verlangen,
wandelnd,
zu seinem
gegen-Stand
und zu
sich selbst
zurück
ver-wandelt;
Ich durch
wider-Ich
zu
wieder-Ich;
von Ich
zu Ich;
Ich Atmen
̶ âtmâ.
*
Und
ferner, o
Teurer,
Verlangen
in dir
ist
Schöpferkraft.
Von
geringem
Verständnis
sind wir
Menschen,
blind vor
Verlangen
erkennen
wir offenen
Auges das
Nächste
nicht.
Was
im Samsara
verlangend
wächst,
nennen wir
unsern
Willen;
Hemmung
unseres
Willens
empfinden
wir
unwillig;
empfundenen
Unwillen
legen wir
aus als
Wirkung
fremder
Kraft.
Ausübend
wandelst du
eigenen
Willen zu
rückwirkender
Kraft.
Wollend
schaffst du
Unwillen.
Unwillen
weist du
von dir
ab; darum
erscheint
er ausser
dir, dir
entfremdet,
scheint
fremde
Kraft gegen
dich.
Oder
mit anderen
Worten
gesagt:
weil es
fremder
Wille ist,
darum ist
er nicht
in dir
̶ beides
ist
dasselbe.
Unwillen
in dir
ist Willen
wider dich.
Der eigene
Wille-un-Wille
von dir
geäussert,
von dir
ausgelegt,
das ist:
aus dir
hinaus
verlegt, im
gegen-Stand
selbst
ständig
geworden,
vom
gegen-Stand
wider-stehend,
als
Widerstand
auf dich
rückwirkend,
ist dir
des
Gegenstandes
Widerstandskraft.
Wille
in dir
schafft mit
Not-wend-igkeit
rückwirkende
Kraft ̶
Widerwille
in dir
ist
Widerstand
ausser
dir.
Was
Eines ist,
benennst du
mit
unterscheidenden
Namen.
Was
du in
dir Willen
nennst,
nennst du
ausser dir
Kraft.
Kraft
in dir
bewusst,
nennt sich
Willen;
Willen
ausser
deinem
Bewusstsein
scheint dir
bewusstlose
Kraft.
Aller
Wille ist
Kraft, alle
Kraft ist
Willen.
Wille ist
Kraft aus
dir,
Unwillen in
dir ist
Kraft gegen
dich.
Aus
dir fliesst
Willen und
Kraft;
Eines ist
Willen und
Kraft ̶
Verlangen
in dir
̶ du
selbst.
Sehend
geworden
erkennst du
den eigenen
Willen in
fremder
Kraft, dich
selbst im
nicht-Ich.
In
deinem
Herzen ist
die
Auseinandertretung,
deine
eigene
Schöpfung
die
Unterscheidung:
Zeit-Wille
̶ Raum-Kraft.
Ich
ist Zeit
und Raum,
Ich ist
Wille und
Kraft. Ich
ist âkâsha,
Ich ist
kâma.
*
̶ Ur-sprung ̶
Namen
des
Verlangens
vom Ich
aus.
Ich
̶ nicht-Ich
m-Ich
empfunden
̶ d-Ich
vorgestellt
in
der Seele
unmittelbar
gewusst ̶
mittelst
der Sinne
erfasst als
eigen
erkannt ̶
als
fremd
verkannt
innen-Zustand
̶ aussen-Gegenstand
wechselndes
Verlangen
̶ Entzweiung
einheitlichen
Verlangens
geänderter
Wille ̶
eines
anderen
Wille
eigener
Widerwille
̶ fremder
Widerstand
Wandel,
seelische
Empfindung
̶ Wandel,
körperliche
Bewegung
Ursache
̶ Wirkung
Wille
̶ Kraft
Freiheit
̶ Notwendigkeit
Einbildung
̶ Vorstellung
ur-Teil
̶ gegen-Teil
Zeit
̶ Raum
Seele
̶ Körper
werdende
̶ gewordene
Welt.
Ich,
durch-ur-Sprung
̶ ur-Teil,
un-zu-langend
̶ ver-langt;
Ich
ur-Teil
verlangt
nach dem
gegen-Teil.
Darum
ist Ich
Verlangen.
Alles
Verlangen
ruht auf
Unzulänglichkeit,
auf
Bedürfnis,
auf Mangel,
auf
Gebrechen,
auf
Bedrängnis,
auf
Sehnsucht,
auf Furcht
und
Hoffnung,
auf Not
und Qual;
alles
Verlangen
ruht auf
Zwiespalt,
auf
Zwiespalt
der Seele,
alles
Verlangen
auf
ur-Sprung.
Alles
Verlangen
ist
Verlangen
nach
er-Gänz-ung,
Verlangen
nach
wieder-ver-Ein-igung
mit
Gottheit.
Ich
empfindet
sich als
Bruchstück,
darum
hungert Ich
nach dem
Entgangenen;
darum lebt
alles Ich
ausser
sich, darum
ist alles
Ich
friedlos;
darum sucht
Ich,
begehrt
Ich, sehnt
sich nach
anderem,
bewegt
sich, neigt
sich,
nähert
sich
anderem,
nährt sich
von
anderem.
Eines
Wesens ist,
wenn der
Spalt im
Holz sich
zu
schliessen
trachtet ̶
wenn
ein Ich
bewusst
will;
Entzweiung
will
Zu-eins-paarung.
Aus
Einer
Quelle
fliesst:
sich eines
Anderen
Seele
nähern ̶
sich von
eines
Anderen
Körper
nähren.
Darum
lebt Alles
dieser Welt
durch
Nährung,
durch
Ein-ver-leib-ung,
durch
an-Eign-ung;
darum lebt
alles Ich
durch ein
anderes und
lebt kein
Ich ohne
nicht-Ich,
und lebt
alles Ich
durch nicht
Ich ̶
seelisch
wie
sinnlich.
Also
beschränkt
sucht Ich
Unbeschränktheit,
also
unvollständig
sucht Ich
Vollständigkeit,
also
unvollkommen
sucht Ich
Vollkommenheit,
also
verstossen
sucht Ich
nach dem
verlorenen
Paradiese,
also
vereinsamt
und
verlassen
schreit Ich
um Hilfe
̶ es
verlangt
alles Ich
nach
Allumfassen,
nach
Alleinheit,
nach
Vollendung
̶ nach
Nirvana.
Es
verlangt
m-Ich
̶ Ich
muss
verlangen,
muss ausser
sich
wollen,
muss von
Anderem
leben, muss
jagen und
erbeuten,
muss würgen
und
fressen.
Ich
muss alles
nicht-Ich
zu sich
wollen,
muss
an-eign-en
wollen,
muss für
sich lieben
und hassen,
muss wider
alles
nicht-Ich
stehen,
muss allem
nicht-Ich
Gegner und
Feind sein
solange Ich
'Ich' ist.
Es ist
kein
Ausweg. Wer
das Heil
im Ich
sucht, dem
ist
Selbstsucht
geboten.
Alles
ich lebt
nur durch
Selbstsucht.
Alles
Ich, blind
durch
Ichheit,
von Ichheit
besessen,
vermeint in
s-Ich
das höchste
Gut zu
verteidigen
̶ : zum
Bewusstsein
erwachende
Gottheit.
Darum
ist
zwischen
Ich und
Ich ewige
Tat, ewiger
Widerstand,
ewiges
Wirken,
darum ist
die
Wirklichkeit
dieser Welt
ewiger
Kampf.
Darüber
ist gesagt:
"aus
Verlangen
und Nährung
hat Brahma
diese Welt
gebildet".
Das
Verlangen
ist Lust;
das
Lust-verlangen
ist
endlos.
Wie
ein Mann
nach dem
Weibe
verlangt ̶
und würde
er auch
in solchem
Verlangen
ganz zum
Weibe ̶
nicht
befriedigt
ist,
nunmehr
nach dem
Manne
verlangt,
so verlangt
das Ich
nach dem,
was es
nicht ist,
und wenn
es das
Verlangte
erlangt
hat, ist
es dennoch
voll
Verlangen.
Ich
ist
Verlangen,
das
Verlangen
ist
endlos.
Ich
verlangt
nach Allem,
was es
nicht ist.
Ich,
sich selbst
im Anderen
verkennend,
jagt nach
sinnlich
sinnlosem
Ziele ̶
endlose
Täuschung
der
Sinnenwelt
̶ Sinnlosigkeit
der
Sinnenwelt
̶ sinnlos,
weil
sinnlich.
Alles
Verlangen
ist
Verlangen
zu sich,
alles
Verlangen
ist Ich
Verlangen.
Es
gibt kein
selbstloses
Verlangen.
Kein
Ich ist
leer von
Verlangen.
Verlangen
erfüllt,
bewegt,
belebt,
beseelt das
Ich.
Ich
ist nur
durch
Verlangen.
Ich in
aller
seiner
Gestaltung
ist
Verlangen
̶
Ich,
das
verlangend,
nie
erlangt.
*
Auf
Einem
Gedanken
ruht diese
Welt:
Verlangen
nach
Wiedervereinigung
mit
Gottheit;
im
Verlangen
ist Bindung
und ̶
Lösung
dieser
Welt.
Nichts
ausserhalb
des
Verlangens;
nichts was
nicht im
Verlangen
zum Ich
in
Beziehung
steht.
Verlangen
ist
allüberall.
Verlangen
ist
allgegenwärtig.
Verlangen
ist
immer.
Verlangen
ist nie
gestillt.
Verlangen
birgt sich
in allem
Geschehen,
in aller
Tat, in
allen
Gestalten,
unter allen
Namen
dieser Welt
̶ ver-Langen
nach
ver-Einigung!
sinnlich
und
seelisch.
Anziehung
und
Abstossung
ist
Verlangen,
brünstige
Wünsche ̶
inbrünstiges
Gebet,
Liebe wie
Hass.
Niederste
Gier ist
Verlangen
nach dem
Höchsten.
Tiefster
Samsara hat
höchstes
Ziel:
Eines
ist was
dich ̶
dich
Körper,
dich Seele
̶ zu
Nahrung
treibt, zu
Erwerb, zu
Weib und
Kind, zu
Macht, zu
Entsagung,
zu
Erkenntnis,
All-Einheit,
Vollendung,
nirvana.
Verlangen
führt dich
in die
Welt,
Verlangen
hält dich
in der
Welt
befangen.
Verlangen
führt dich
über diese
Welt des
Verlangens
hinaus.
Also
geschlossen
im
Verlangen
ist die
ewige
Kette; also
löst sich
aller
Irrtum,
alle Sünde
dieser
Welt:
-
durch
Verlangen
ist
Samsara
-
durch
Verlangen
ist
Nirvana.
Endloses
Verlangen
erscheint
als
endloses
Werden.
*
Ur-teil-Ich-er-Schein-ung
lebt nur
Einen
Gedanken:
Durch
ur-Sprung
̶ ent-Zwei-ung;
durch
Entzweiung
̶ ver-Langen,
nach
wieder-ver-Ein-igung.
Alles
Ich will
sich, will
Alles zu
sich, ̶
en-will
sich zum
All.
Also
hält
Verlangen
nach
Vereinigung
zu sich
alles Ich
auseinander.
Durch
Entzweiung
̶ Vereinigung;
durch
Vereinigung
̶ Entzweiung
̶ Unergründlichkeit
̶ Ewigkeit
des
Ur-sprungs.
Die
Ich-bin-heit
hält Ich
und Ich
auseinander.
Asmita
ist
Schöpfer
dieser
Welt.
Keine
Erlösung
im Samsara.
Keine
Seligkeit,
keine
Erlösung
im
Ich.
Ur-Teil-Ich
durch
ur-Srung
ab-geschieden,
unterscheidet:
Ich ̶
Welt;
sieht
sich
Bestand,
Akasha;
fühlt sich
Verlangen,
kâma; ̶
unterscheidet
in Akasha
atmend:
Zeit ̶
Raum;
unterscheidet
in Kâma
atmend:
eigenen
Willen ̶
fremde
Kraft ̶
Alle
unter-scheidung
durch
ab-Scheidung
im
ur-Sprung
in ur-Teil
und
Gegen-Teil.
Sehend
geworden
erkennst
du:
Es
ist der
Welt, die
dich lebt,
Atmen:
̶ Atma
̶
*
O
Teurer, wie
ich es
dir
zunächst
dargelegt
habe, so
mögen wir
Menschen
der
Erscheinung
nach-denkend,
uns der
Wahrheit
annähern.
Nur dem
tief ernst
Suchenden
enthüllt
sich die
tiefe Lehre
̶ upanishad
̶
der
Menscheit
Hoheziel ̶
Hoheziel.
*
So
lautet in
Aranada-Upanishad
der dritte
adhyaya:
Kâma,
Verlangen;
nunmehr
Karma,
Wirklichkeit.
IV. WIRKLICHKEIT DIESER WELT ̶ karma ̶
Zu
dem, was
ich dir
ferner zu
sagen
gedenke, o
Teurer,
wisse:
einfach
ist alle
Wahrheit,
Vielheit
ist Irrtum
dieser
Welt.
Wie
das dichte
Laubdach
eines
Urwaldes
vor einem
stürzenden
Stamme
zerreisst
und helles
Tageslicht
plötzlich
die
Dämmerung
am Boden
überflutet
̶ so
brach bange
Unwissenheit
in sich
zusammen
und
überstrahlte
mich das
Licht der
Erkenntnis;
und was
grosse
Lehrer vor
mir als
unausdenkbar
erachtet
hatten, als
unergründlich,
als ewiges
Geheimnis
̶ trat in
mir zutage,
wuchs und
erstarkte
zu voller
Erkenntnis.
Gesegnet
sei die
Stunde, da
ich
Gewissheit
erlangte:
also
ist, was
sie
Tatgesetz
nennen,
also ist
Wirklichkeit:
Karma ̶
Freiheit
des Tuns
̶ eherne
Notwendigkeit.
Und
schon
einmal habe
ich solche
Erkenntnis
ausgesprochen
zu jenen
Zeiten, als
der König
der Videha
mich
befragte;
aber
unverstanden
blieb, was
ich
verkündete,
unerkannt
in seinen
Tiefen ̶
verlorene
Wahrheit
offenbare
ich dir
wieder.
* * *
Aus
ur-Sprung
̶ : ur-Teil-Ich-Erscheinung;
aus
ur-Teil-Ich
̶ :
ver-Langen;
aus
Verlangen
̶ : Tat
̶ KARMA
̶
*
Tat und Tatergebnis, Wirken und Wirklichkeit dieser Welt ̶ in dir, o Teurer, als Lust und Leid bewusst, als Tat und Duldung, als Ursache und Wirkung, als Freiheit und Notwendigkeit ̶ in dir, o Teurer, als vergeltende Gerechtigkeit der Gottheit wach.
*
Also
ist die
Unterweisung:
Wie
im dicht
geschlossenen
Raume dein
Atem die
Luft
verdirbt
und die
verdorbene
Luft auf
dich
vergiftend
zurückwirkt
̶
̶ wie
ein
fliehender
Feind, von
dir
verfolgt,
sich wendet
und dich
aus Tat
und Angriff
zu Abwehr
und Leid
zurückdrängt
̶
̶ wie
das
Geschoss
der
schwarzen
Haut im
Wurf auf
dich
zurückkehrt
̶
̶ wie
dein
Schwert, am
Widerstand
abprallend,
dich selbst
trifft ̶
̶ also
ist Karma:
Tat und
Widerstand,
Wirkung und
Rückwirkung,
Ausgleich,
Vergeltung,
ewige
Gerechtigkeit
̶ Wirklichkeit
dieser
Welt.
* * *
Karma,
Wirklichkeit
dieser
Welt, wirkt
sich in
dir aus
Ursache und
Wirkung.
Ursache
und Wirkung
erscheint
mit dem
Zerfall in
Ich und
nicht-Ich.
Du
empfindest
eigner Tat
Ursache in
dir,
schaust
eigner Tat
Wirkung
ausser dir,
am
wider-Stand;
Widerstand
ist Wirkung
auf dich;
Wirkung auf
dich
begreifst
du als
fremder Tat
Ursache.
Ursache
wird
Wirkung,
Wirkung
wird
Ursache.
Die Tat
bedingt das
Ergebnis,
das
Ergebnis
bedingt die
Tat;
Voraussetzung
ist
Enderfolg;
Folge ist
Bedingung.
Alle
Wirkung ist
in der
Ursache;
alle
Wirkung ist
Widerwirkung,
Ausgleich
von Ursache
und Wirkung
̶ Wechselwirkung
̶ wie
zwei
Mühlsteine
sich
aneinander
schärfen.
̶ Eines
Vorganges
geschiedene
Auffassung
in dir,
ur-teilende
Namen.
Was
du fremd
anschauend
'Ursache
oder
Wirkung'
nennst,
nennst du
beteiligt
'Willen
oder
Unwillen'
in dir.
Je
nachdem du
willig-un-willig
tust oder
duldest, je
nach Willen
oder
Unwillen in
dir,
erscheint
verschieden,
was Eines
ist.
Eines
ist, was
du
willkürlich
scheidest
̶ Eines
ist Tat
aus dir
und Wirkung
auf dich
̶ Eines,
was du
seelisch
auslegst
und was
du dir
sinnlich
vorstellst.
Tuend
nennt sich
Ursache,
was leidend
sich
Wirkung
nennt,
Beid-einheit
̶ scheinbare
Zweiheit
durch
zwiefache
Benennung
desselben.
Vor
der ewigen
Ich-gegenwart
erscheint,
was Eines
ist, zu
einer
zeitlichen
Kette
auseinandergezogen,
erscheint
in Glieder
zerstückt
̶ ineinander
greifende
Glieder
einer
unlöslichen
Kette von
Ursache und
Wirkung.
Was
in sich
Eines ist,
erscheint
uns
zeit-räumlich
Schauenden
zu
Aus-ein-ander-folge
ausgedehnt.
Es
scheint,
als sei
Zerfall in
Ur-teil
und
Gegen-teil,
als sei
Zu-stand
und
Gegen-stand,
als sei
Empfindung
durch
Wirkung des
Empfundenen,
als sei
Folge und
Folglichkeit.
Keine
Zeit an
sich, kein
Raum, keine
Ursache,
keine
Wirkung,
keine
Folge,
keine
Folglichkeit.
Weil
an sich
keine
Ursache
ist, weil
an sich
keine
Wirkung
ist, darum
ist keine
Ursächlichkeit
an sich.
Im
scheinbar
bedingenden
Worte
"weil"
liegt keine
Ursächlichkeit;
"weil"
besagt nur:
der weile,
das ist:
zur selben
Zeit ̶
nichts
mehr. Im
scheinbar
folgernden
Worte
"darum"
liegt keine
Folgerung;
"darum"
besagt nur:
daherum,
das ist:
am
selben Ort
̶ nichts
mehr.
Scheinbare
Zweierleiheit
zur selben
Zeit am
gleichen
Ort ist
Eines.
Die
scheinbar
bedingenden,
scheinbar
folgernden
Worte aller
Sprachen
besagen
nur: in
Zeit und
Raum
zusammenfallende
Erscheinung,
Beid-einheit
̶ nichts
mehr.
Raumanstoss
ist
Zeitfolge
̶ Selbeinheit,
nicht
Folglichkeit.
Was
du
Ursächlichkeit,
Folge,
Folglichkeit
nennst, ist
Fluss
lückenloser
Empfindung
in dir,
endlos in
Einhauch
und
Aushauch
atmende
Willensbeziehung
zum endlos
aus dir
geschaffenen
Gegen-stand.
̶
Nichts
in der
verlangenden
Sinnenwelt,
was nicht
in
Beziehung
zu deinem
Verlangen
steht.
Sinnliche
Erscheinung
ist
Ausdruck
deines
seelischen
Verlangens;
Eines,
durch
rastlos
irrendes
Verlangen
geschieden,
und so,
seelisch
geschieden,
sinnlich
als
Verschiedenheit
geschaut.
Wechselnde
Eigenschaffung
in dir
erscheint
ausser dir
als Wechsel
der
Beschaffenheit;
zu-Stand
und
gegen-Stand
bedingen
einander;
ändert
sich dein
Seelenzustand,
so ändert
sich deinen
Sinnen der
Gegenstand
̶ erfasse
es wohl:
beides ist
Eines.
Folglichkeits-erscheinung
ist
sinnliche
Anschauung
des
Wechselnden
im
Beharrenden;
Selbeinheits-erkenntnis
ist
seelisches
Erschauen
des
Beharrenden
im
Wechselnden.
Anscheinende
Gesetzmässigkeit
ruht auf
Vielheitstäuschung,
das ist:
deiner
sinnlichen
Auffassung
zeit-räumliches
Aus-ein-ander-fallen
des in
sich
Einheitlichen.
Folglichkeit
̶ nur
aus-ein-ander-gezerrtes
Bild der
Selbigkeit;
ein
Hinweis,
dass Raum
und Zeit
blosse
Erscheinung
sei und
nicht in
sich.
Kein
Folglichkeitsgesetz
dem
Wissenden.
Zerfall
in Ursache
und Wirkung
erscheint
mit dem
Zerfall in
"Ich
und Du"
im
Ursprung;
erscheint
mit dem
Zerfall des
Ich in
Zeit und
Raum. ̶
Wie
Nacht dem
Tage folgt
und Tag
der Nacht,
so folgt
in endloser
Flucht des
Geschehens
Wirkung auf
Ursache und
Ursache auf
Wirkung.
Ursache
bewirkt und
Wirkung
verursacht.
Wie einer
Sohn seines
Vaters ist
und Vater
seines
Sohnes,
Vater und
Sohn
zugleich,
so ist
Ursache
Wirkung und
ist Wirkung
Ursache ̶
Wirkung
und Ursache
zugleich.
Vieler
Worte
bedarf es,
Selbstverständliches
darzulegen:
Eines ist
Ursache und
Wirkung ̶
willkürliche,
an sich
nichtige
Unterscheidung
in dir;
doppelte
Benennung
des Einen,
zwei Worte
für
dasselbe:
Wirklichkeit,
Karma ̶
durch dich
̶ auf
dich
wirkend;
Kreislauf
des
Verlangens.
* * *
Und
ferner, o
Teurer,
Karma,
Wirklichkeit
dieser Welt
wirkt sich
in dir
aus
Freiheit
und
Notwendigkeit.
Freiheit
des
menschlichen
Tuns, o
Teurer?
oder
unabwendbare
Gesetzmässigkeit
alles
Geschehens?
Offenbar
wird dem
Erkennenden
die Lösung
der grossen
Frage an
aller
Gestaltung,
in jedem
Vorgang, an
allem
Werden, an
allem Sein.
Dasein;
alles
Gewordene
aus
gebundener
Freiheit.
Du
durchschaust
das Rätsel
am
aufsteigenden
Opferrauch,
am Lauf
der
Gestirne,
am Monde,
an jeder
Zelle.
Alles
Gebilde ist
davon
Bildnis;
Urbild
aller
Gebilde ̶
der
Zwölfflächner.
Erwäge
es wohl!
So
lange du
die endlose
Flucht der
Erscheinung
'teilend'
zu
beherrschen
glaubst, so
lange irrst
du im
Wege zu
Erkenntnis
̶ : 'einigend'
nahst du
dem
Hohenziel.
Erwäge
es wohl!
Nur die
voll
erkannte
Lehre löst
dich aus
den Fesseln
der
Unwissenheit
̶ : nicht
eher
offenbart
sich dir
das
Geheimnis;
nicht eher
erwachst du
aus
vieltausendjährigem
Schlummer.
Nicht
überliefert
wurde mir
die Lehre
von der
Gemeinschaft
schauender
Meister;
aus dem
Urquell
alles
Gedankens
ward mir
die Lösung,
die
seit dem
Erwachen
der
Menschheit
gesuchte.
*
Also
ist die
Unterweisung:
Wie
ein Ball,
aufschlagend,
sich
abflacht ̶
̶ wie
runde
Beeren, in
der Traube
zusammengedrängt,
zu
kantigen
Formen
auswachsen
̶
̶ wie
Wasserblasen
im
Schaumballen,
einander
bedrängend,
aus der
erstrebten
Kugelgestalt
mit
Notwendigkeit
zu
Zwölf-flächnern
werden ̶
̶ wie
die
gewollte
Kreisform
dicht
aneinander
geschlossener
Bienenzellen
sich mit
Notwendigkeit
zum
Sechseck
gestaltet
̶
̶ so
widerfährt
dem Ich
im nimmer
endenden
Verlangen,
nach allen
Seiten frei
und
ungehemmt
sich
auszubreiten,
̶ notwendig
Hemmung von
allen
Seiten, von
allen
Gegen-ständen
Widerstand
̶
̶ so
gestaltet
sich, was
du Freiheit
nennst, zu
Notwendigkeit;
das
ist:
durch
freien
Willen
Aller ̶
notwendig
gebundener
Wille Aller
̶ und
du
erkennst:
Aller
Freiheit
ist Aller
Notwendigkeit.
Dies
ist Lösung
der grossen
Frage, um
die du
mich
angingst:
Freiheit
des Willens
oder
unabweisbare
Notwendigkeit
alles
Geschehens
̶ restlose
Lösung.
Was
unergründlich
schien, was
Jahrtausende
vor mir
Morgen- und
Abendland,
alte und
neue Welt,
Rishi und
Mahatma,
vergeblich
suchten ̶
gefunden
ist die
Lösung des
tiefen
Rätsels,
durchschaut
der
Widerspruch,
erkannt die
Einheit im
Gegensinn.
*
Einfach
ist alle
Wahrheit:
Freiheit ̶
zu-Stand
des
Ich,
Notwendigkeit
̶ gegen-Stand.
Als
frei getan
empfindest
du, was
dein eigen,
als
notwendig
geduldet,
was dir
entfremdet;
Freiheit,
was du
willig in
dir,
Notwendigkeit,
was du
unwillig
als
draussen
erachtest.
Im
Bereich des
Ich-bewusstseins
heisst
Freiheit,
was darüber
hinaus, dem
Weichbild
des Ich
in Raum
entwichen,
Notwendigkeit
heisst.
Aller
Ich bewegt
frei den
eigenen
Willen,
Aller Ich
empfindet
sich mit
Notwendigkeit
bewegt vom
frei
bewegten
Willen
Aller.
Freien
Willen,
also
gehemmt,
empfindest
du als
Unwillen;
empfundenen
Unwillen
legst du
aus als
fremder
Kraft
not-wen-dige
Wirkung;
auf dich
rückwirkende
Freiheit
nennst du
Notwendigkeit;
Wirkung aus
dir ̶
Wirkung auf
dich.
̶ Was du
frei aus
dir tust,
bindet dich
notwendig.
Freier
Wille durch
gegen-Stand
notwendig
bestimmt;
freier
Wille in
der
Sinnenwelt
gebunden.
Was
ich will,
will ich
frei ̶
ist
Freiheit
und Lust;
was ich
wider
meinen
Willen
dulde, ist
Unlust,
Beschränkung,
Notwendigkeit.
Je nachdem
ich dem
mächtigen
Zuge der
Welt willig
folge oder
unwillig
widerstehe
̶ je nach
dem ich
willig-un-willig
umfasse
oder
un-willig-willig
entlasse ̶
je nach
meinem Ziel
im
Verlangen
̶ erscheint
verschieden,
was Eines
ist.
Was
du in
dir freien
Willen oder
fremden
Willen
ausser dir
nennst, ist
einheitliche
Beziehung
inzwischen
Ich und
Ich, von
beiden
Seiten
gleichzeitig
als eigene
Freiheit,
von beiden
Seiten
gleichzeitig
als fremder
Zwang
empfunden.
Kein
Gesetz dem
Wissenden:
Aller
Freiheit
ist aller
Gebundenheit
̶ Aller
Wille ist
Aller
Gesetz.
Davon
ist gesagt:
"Gebunden
ist Seele
durch
Seele."
Was sie
Gesetz
nennen, ist
gehemmtes
Verlangen.
*
Es verlangt dich im Zuge der Welt zur Erscheinung ̶ es verlangt dich zur Erscheinungswelt hinaus. Je nachdem du voreilst oder zurückbleibst, je nach deinem zustimmenden oder abweisenden Verlangen erscheint dir das Werden-ver-Werden der Welt als eigenes Wirken aus dir oder als fremdes Wirken auf dich ̶ je nach seelischer oder sinnlicher Auffassung ̶ verinnerlicht oder entäussert.
*
Hinfällig
ist aller
Streit, der
feste Bau
ist
gegründet.
Freiheit,
zu Ende
gedacht,
ist
Notwendigkeit;
Notwendigkeit,
zu Ende
gedacht,
ist
Freiheit.
Eines
ist, was
du zwiefach
benennst:
Freiheit
und
Notwendigkeit,
willkürliche,
in sich
nichtige
Unterscheidung
in
dir.
Dein
Verlangen
schafft was
du
Freiheit,
dein
Verlangen
schafft was
du
Notwendigkeit
nennst.
Karma,
Wirklichkeit
dieser Welt
willig in
dich
aufgenommen
scheint
'freie'
Wirkung aus
dir; Karma
unwillig
abgewiesen
ist
notwendig
Wirkung
wider
dich.
Freiheit
und
Notwendigkeit
ununterschieden
in sich,
weder das
eine, noch
das andere,
Eines
doppelt
benannt,
zwei Namen
für das
Selbe ̶
; unendliches
Verlangen
̶ endloser
Widerstand
̶ Karma
in dir
atmend.
Verloren
ist
Freiheit ̶
gewonnen
ist
Freiheit;
du selbst
bist Herr
und Gesetz,
du selbst
bist
Schöpfer
̶ Vernichter.
Atma ist
sich selbst
Gesetz.
Noch
einmal: Gib
es auf,
die Welt
zu
durchschauen,
ehe dir
die volle
Erkenntnis
von Karma
auf
geleuchtet
ist.
* * *
Und
ferner, o
Teurer!
karma,
Wirklichkeit
dieser Welt
wirkt sich
in dir
aus Tun
und Dulden.
Ich Dasein
ist Tat.
Tat erfüllt
das Ich,
Tat bewegt,
belebt,
beseelt das
Ich.
Ich
ist nur
durch Tat.
Ich in
allen
seinen
Gestaltungen
ist Tat.
Alle
Tat ist
Ich-Tat;
keine Tat
ist
selbstlos.
Keine
Tat
geschieht
um ihrer
selbst
willen: du
tust, um
durch Tat
zu
Tat-Frieden
zu
gelangen.
Tat ist
Frucht des
Verlangens,
das
Verlangen
ist endlos.
Keine
Tat bringt
das Heil.
Kein Tun
stillt das
Verlangen;
Verlangen
ist ewig
wach;
Befriedigung
ist ewig
Täuschung.
Unerreichbares
wähnst du
durch Tat
zu
erreichen.
Tat
fördert
neue Tat.
Tat
fordert
neue Tat.
Tat
führt
endlos zu
Tat.
Jede
erfolgte
Tat fesselt
dich an
den Erfolg
der Tat.
Tat
verschuldet
dich
irdischen
Mächten.
Unselig ist
alle Tat
̶ eine
ewige
Kette.
Alle
Tat, gute
wie böse,
schafft
neues
Karma.
Keine
Erlösung
durch Tat
̶ tuend
wirkst du
diese
Welt.
Darum
ist gesagt:
"der
bös
Handelnde,
der gut
Handelnde
bleibt
durch sein
Tun
gebunden."
Darum
sagt
Shamkara,
der Lehrer:
"die
Seele von
Bösem und
Gutem
befleckt."
"Seele
wird nicht
höher
durch gutes
Werk, Seele
wird nicht
geringer
durch böses
Werk."
̶ "Sein
Reich
leidet
durch keine
Tat mehr;
über Gutes
und Böses
̶ über
beides ging
der
Vollendete
hinaus."
Darum
sagt
Shri-shagavad-gitâ-upanishad:
"alles
Tun ist
von Schuld
umhüllt."
Darum
spricht die
Gottheit
Krishna:
"ich
bin
ausserhalb
dieses
Tuns."
Darum
lehrt des
Heilweges
Buch: "das
Höchste
ist ohne
Tun."
"Wer,
solches
wissend,
von Gutem
und Bösem
sich
rettet, der
rettet sich
von Sinnen
zu Seele;
der rettet
sich zu
Atma, der
solches
weiss."
*
Ich
rede zu
Suchenden,
zu dir,
o Schüler!
draussen
Stehenden
ein zu
bewahrendes
Geheimnis.
Ehe du
es wagst
von Tat
zu lassen,
erfasse die
Lehre
wohl.
Der
Gedanke
dieser Welt
ist
suchendes
Verlangen;
blind
irrende
Gedanken
des
Verlangens
walten
übermächtig
allüberall.
Was von
Gedanken
seelisch
sinnlich in
dir haftet,
lebt,
schlägt
Wurzel in
dir,
schafft
sich zu
deiner
Seele. Es
denkt und
will und
handelt in
dir.
Irresuchenden
Gedanken
Stätte
gewährend,
irrst du
im Wege
zum
Hohenziel.
Sei
tätig so
lange dir
Tat
Befriedigung
gewährt;
sei tätig,
doch sei
nicht in
der Tat.
Wahre
die Ruhe
deiner
Seele ̶
unberührt
von Tat
und
Taterfolg
̶ selbstvergessen.
Also tuend
wird dir
Erkenntnis
von Tat
̶ Tat
ohne Täter.
Von Leid
und Tat
ungeblendet
wirst du
sehend.
*
In
dir, o
Teurer,
wächst mit
jeder neuen
Erkenntnis
der
Gedanke:
'unausführbar
in diesem
Leben ist
die
Lehre'.
Nun
wohl! Wende
dich von
diesem
Leben ab,
das dir
des Lebens
höchstes
Gut
versagt:
'Seelenfrieden'.
Suche
höheres
Ziel!
Du
selbst bist
Schöpfer
und
Vernichter.
Aus deinem
Verlangen
schaffen
sich die
Welten;
dein
Verlangen
schafft
diese, dein
Verlangen
schafft
andere
Welten.
* * *
Was
ist, ist
durch
Gegensatz:
dass die
Welle sich
hebe, muss
ein
Wellental
sich
bilden.
Tat ist
unablösbar
von Leid;
kein Tun
ohne
Dulden.
Ich-dasein
ist Tat
und
Duldung.
Tat
ist am
gegen-Stand;
Tat ist
gegen
wider-Stand.
Was dem
Täter Tat
und Lust
ist, ist
Leid und
Duldung dem
Widerstehenden.
Aller
Frass ist
Fressen und
Gefressenwerden.
Lust und
Leid
ergänzt
sich in
Täter und
Dulder.
Alle
Tat ist
Frucht des
Verlangens:
das
Verlangen
treibt
dich; den
Trieb
erleidend,
tust
du.
Tuend
leidest du
und leidend
tust du.
Leid aus
sich hinaus
verlegt,
nennt sich
Tat.
Wir
blinden
Menschen
erkennen
das Leid
nicht, wenn
wir es
Tat nennen.
Durch
Tat ist
Leid, durch
Leid Tat.
Ich tue
das Leid,
ich leide
die Tat.
Ich tue
oder dulde
Leid. Ich
leide, weil
du mir
Leid
antust; ich
leide, wenn
du mir
leid tust.
Ich mache
mich selbst
leiden. Ich
empfinde
mich ausser
mir, ich
leide in
dir.
Darum
sagt
Shánkar-atschárya,
Verehrung
sei ihm:
"Tat
̶ dem
Wesen nach
Leid".
Tat und
Widerstand
̶ zwiefach
Leid.
Leid
fordert
Lust ̶
Lust
fordert
Leid.
Lust
̶ fremdes
Leid, Leid
̶ fremde
Lust; Lust
ist Wirkung
aus dir,
Leid ̶
Wirkung auf
dich. Der
Hammer ist
zum Schlag,
der Amboss
zum
Widerstand
bestellt.
Im Hammer
Lust und
Leid, im
Amboss Leid
und Lust.
Darum
ist Ein
Wort für
beides:
ashma.
Was
deiner
Empfindung-Anschauung
gegensätzlich
erscheint,
Duldung wie
Tat, wächst
aus
derselben
Wurzel,
unterschieden
nur durch
unterscheidende
Benennung,
wie Wille
und
Unwille,
wie Ursache
und
Wirkung,
wie
Freiheit
und
Notwendigkeit,
wie Zeit
und Raum,
wie oben
und unten
̶ unterscheidende
Namen in
dir ̶
Zerfall im
Ur-sprung
in
Ich und Du.
*
Eines
in sich
ist, was
du in
karma mit
gegenteiligen
Namen
bezeichnest;
Eines, was
du
verlangend
Lust,
abweisend
Leid
nennst;
dasselbe
un-willig-willig
getan,
willig-un-willig
gelitten.
Was
von
Gedankenwellen
dir
willkommen
zuströmt,
erbaut
dich, baut
das Ich
in dir;
was dir
behagt, was
du
willfährig
aufnimmst,
was du
zustimmend,
bejahend,
wohlwollend
umfasst;
was du
einwilligend
dir
aneignest,
was sich
dir willig
fügt, was
dir zu
Willen ist,
was dein
Wille, was
du selbst
bist,
gebärt in
dir, deine
Seele
bewegend ̶
:
Zeit,
Ursache,
Freiheit,
Tat und
Lust ̶
du tust,
dein
gegen-Ich-duldet.
Was,
aus deinem
Willen
geboren, zu
Unwillen in
dir wird,
was dir
als
Widerwille
Abbruch
tut, was
dir
entgeht,
was du
unwillig
hingibst,
unwillig
entbehrst,
was du
widerstrebend
empfindest,
was dir
widersteht,
was
erwidert,
anwidert,
was widrig,
widerwärtig
ist, was
wider
deinen
Willen
geschieht,
wendet sich
gegen dich,
gewinnt
Macht über
dich,
unterdrückt
dich ̶
aus dem
Raum deine
Sinne
bewegend ̶
als
Duldung und
Leid,
Wirkung
fremder
Tat,
Notwendigkeit
̶ dein
nicht-Ich
tut, du
duldest.
*
Du
irrst in
anfang-endlosem
Kreislauf
der
Erscheinung;
du irrst
nach Lust,
und irrend
̶ irrst
du. Dich
gelüstet
und du
wandelst,
lustbefangen,
deine
Empfindung
zur
Vorstellung,
deine
Einbildung
zur
Anschauung,
zu-Stand
zu
gegen-Stand;
Wille wird
Kraft, Zeit
wird Raum,
Ursache
Wirkung; du
schaffst,
lustgebunden,
Zwang,
Gesetz,
Duldung,
Notwendigkeit;
es ist
Schrecken
und Qual,
Nacht und
Tod.
Dich
gelüstet
und du
ziehst das
Abgestossene,
Unlust,
Gegenstand,
Raum,
Kraft,
Wirkung,
Notwendigkeit
Gewordene
wieder
zustimmend
an dich
an; nimmst,
wider-Stand
aufgebend,
den
Gegensatz
wieder
wollend in
dich auf;
wandelst
Vorstellung
zu
Einbildung,
wandelst
Anschauung
zu
Empfindung;
̶ durchbrochen
ist der
Zauber;
fremder
Gegenstand
ist eigener
Zustand,
was fern
schien, ist
in dir,
was zu
fallen
schien
steigt an,
was
niederging
geht auf
und alles
Geschehen,
was
Rückbildung
schien wird
Entfaltung,
was
Vernichtung
̶ Entstehen;
Kraft wird
zu Willen,
Raum wird
zu Zeit,
Wirkung
wird
Ursache,
Duldung ̶
Tat,
Notwendigkeit
̶ Freiheit,
und was
du Leiden
und Tod
nanntest,
ist Leben
und
Lust.
Du
wandelst
aus eigener
Kraft
schlaftrunken
in eigener
Schöpfung;
und
wandelnd
wandelst du
dich
selbst,
wandelnd
wandelst du
die Welt.
*
Freudvoll
sind diese
Welten ̶
doch
vergänglich
sind
Freuden
dieser
Welt;
vergänglich
wie Blüten,
welkend wie
Jugend,
enttäuschend
wie
Liebesgenuss.
Grauenvoll
sind diese
Welten,
wahnbefangen,
not und
leiderfüllt;
ganz im
Banne
nimmergestillten
Verlangens,
ganz im
Banne ewig
friedloser
Tat, allen
Schrecken
preisgegeben,
preisgegeben
dem Tode.
̶ Eine
Welt, in
der aller
Sieg auf
Niederlage
ruht, alle
Freude auf
Schmerz,
alle Lust
auf Leid,
alles Leben
auf
Vernichtung:
vom
Brunstschrei
bis zum
Todesröcheln
̶ eine
Welt aus
Gier und
Frass, aus
Angst und
Flucht, aus
Kampf und
Qual; ein
ewig
stürmendes
Meer
̶
unabsehbar
an Raum,
endlos an
Zeit
̶
an rastlos
quellendem
Leben
übervoll
̶ nur von
Einem
Gedanken
erfüllt,
voll nimmer
gestillter
Gier,
ringsum zu
töten! und
tötend zu
leben!
Henker und
Opfer
zugleich,
wir blinden
Menschen.
In allen
Höllen und
allen Erden
dieser Welt
̶ in
allen
Himmeln! ̶
eine Welt,
die sich
selbst
frisst ̶
nie
auszumessendes
Mass von
Leid.
̶ Wohl
dir ̶
wehe dir,
dass du
blind
bist!
Wie
vermöchte
wohl, o
Teurer,
eine Welt
auf
tieferem
Grauen zu
ruhen?
Wie
vermöchtest
du wohl,
o Teurer,
eine Welt
zu
ersinnen,
grauenvoller
als diese?
Welten,
die andere
Welten
verschlingen,
selbst von
anderen
Welten
verschlungen
werden.
Grauenvoll
sind diese
Welten,
doch
vergänglich
ist alles
Grauen.
Grauenvoll
sind diese
Welten; ̶
alles
Grauen
dieser
Welten ruht
auf Lust!
*
Die, erkenntnislos, sich zu Lehrern aufwerfen, reden von guten, reden von schlechten Welten; Toren klagen über Verschlimmerung dieser Welt, Toren träumen von einer Besserung dieser Welt ̶ einer Welt, die ewig auf Verlangen und Widerstand ruht, ewig auf Tat und Duldung, ewig auf Lust und Leid.
Dieser
Welt Dasein
ist durch
ur-Sprung,
durch
zwie-Spalt;
durch
ent-Zweiung
ist diese
Welt, durch
gegen-Satz,
durch
wider-Spruch.
Wie
vermöchte,
o Teuerer,
bei
Menschen,
bei
Göttern,
in Felsen
oder
Pflanzen,
Tat zu
schwinden,
da
Verlangen
lebt?
Wie
vermöchte
in der
Welt Leid
zu
schwinden,
solange
Lust und
Tat lebt?
Wie
gäbe es
ein Wirken
ohne Ziel,
Verlangen
ohne Tat,
Tat ohne
Widerstand,
Widerstand
ohne Leid?
Wie
vermöchtest
du, o
Teurer, in
dieser Welt
Sieger zu
sein ohne
Besiegten?
Wie ein
Selbst ohne
Selbstsucht?
Ein Ich
ohne Du?
Wo in
dieser Welt
weisst du
ein Leben
ohne
Tod?
Die
Welt ist
durch
Kampf,
Leben durch
Vernichtung,
aller
Aufbau
durch
Zerstörung,
alles
Entstehen
durch
Vergehen:
̶ in
allem
Werden
liegt
ver-Werden.
Wie
vermöchtest
du dieser
sich also
gestaltenden
Welt in
die Arme
zu fallen?
Wie
vermöchtest
du, o
Teurer, ̶
Zeit und
Raum
durchschauend
̶ solcher
Täuschung
nachzuhangen?
Erblinde
für diese
Welt! von
dieser Welt
ungeblendet
wirst du
sehend.
*
Wir
Menschen
steigen an
zu Göttern
und über
Götter
hinaus und
mit uns
steigt alle
Gestaltung
dieser
Welt.
Was
wir heute
Tier oder
leblos
nennen, ist
dann Mensch
̶ Mensch,
wie wir
heute
Menschen
sind, mit
all unserer
Lust und
Qual.
Menschen
steigen an
zu Göttern
und
Menschen
bleiben im
ewigen
Kreislauf
und Welt
bleibt Welt
̶ ewig
wie heute
̶ ewig
nach
Erlösung
dürstende
Seele.
Ein
unabsehbar
ewiger
Strom, von
Welten und
Wesen, der,
das All
durchmessend,
in seiner
eigenen
Quelle
mündet.
Wie
Meeresatem:
Flut folgt
auf Ebbe,
Ebbe auf
Flut;
Meeresbewegung
wohl, doch
keine
Fortbewegung
des Meeres.
Wohl ist
Ziel-Bewegung
innerhalb
dieser
Welt, doch
keine
Fortbewegung
der Welt
̶ wohin
auch, wenn
nicht über
die Welt
hinaus?
Wohl
ist hier
oben, doch
ist kein
oben
allein.
Wohl
ist jetzt
Flut, doch
Flut ist
durch Ebbe;
wohl tagt
es, doch
Nacht war
es vor
Tag und
Nacht folgt
dem Tage
und Nacht
ist es
bei
Tag.
Nicht
Tag allein
ist Leben
und Welt,
Nacht nicht
die
Kehrseite
des Tages:
ewig ist
Tag und
Nacht zu
gleich. Aus
Einhauch
und
Aushauch
ist Atem,
aus Flut
und Ebbe
Meeresbewegung,
aus Tag
und Nacht,
aus Lust
und Leid
die atmende
Welt.
Der
Nacht
Schlaf ist
Erwachen
des Tages,
Vergehen
des Tages
ist
Entfaltung
der Nacht:
Was
Entwicklung
scheint ist
ewiger
Kreislauf
Einheit in
sich, in
dir
unterscheidende
Namen.
*
Verlangen
in dir
äussert
sich, Wille
aus dir
gewinnt
ausser dir
Gestalt,
Tat
aus-geführt,
im
gegen-Stand,
selbständig
geworden,
stellt sich
als eigene
Kraft wider
dich.
Bewusster
Wille
wandelt
sich ̶
aus deinem
Bewusstsein
entlassen
̶ zu auf
dich
wirkende
Kraft.
Aus
dir
geboren,
dein eignes
Kind legt
Hand an
dich.
Du
wirst von
dem
ergriffen,
was du
ergreifst;
du bist
dem zu
eigen, was
du dein
eigen
nennst, und
was du
schlägst,
schlägt
dich.
Dein
Werk, aus
dir
gewirkt,
ist
Wirklichkeit
und wirkt
auf dich
zurück.
Vorstellend
wirkst du
und wirkend
stellst du
vor.
Vorstellung
ist Wirkung
aus dir;
gegen-ständlich
Vorgestelltes
ist
Gegenstand;
Gegenstand
widersteht;
Widerstand
ist Wirkung
auf dich.
Wirkend
wirkst du
auf dich
selbst.
Freier
Wille, als
Unwillen
aus dir
entlassen,
nötigt
dich, sich
gegen dich
wendend,
als
Not-wend-igkeit
̶ karma.
̶ Alle
Tat, alles
Wirken,
alle
Wirklichkeit
ist wider
dich
selbst.
Darum
ist gesagt:
"gebunden
ist Seele
durch sich
selbst."
Du
tust und
leidest
deine Tat;
alle Tat
aus dir
trifft dich
selbst. Was
du dem
Andern zu
tun
vermeinst
̶ Gutes
wie Böses
̶ tust
du dir
selbst.
Deine Tat
ist dein
Urteil,
deine Tat
ist dein
Schicksal.
Alles
Geschehen
dieser Welt
̶ der
Gottheit
ewig
ausgleichende
Gerechtigkeit
̶ karma.
Darum
ist gesagt:
"Vergeltung
der Tat
am
Täter."
Darum
ist gesagt:
"das
Trinken der
Vergeltung."
Darum
wird
gesagt:
seine Lust
büssen.
*
Im
verlangenden
Ich wirkt
sich das
Werden
dieser
Welt.
Alle
Wirklichkeit
ist
atmendes
Verlangen
in dir;
in dir
ist alles
Geschehen
und alles
Geschehens
Wertung.
Die ganze
Welt ist
Inhalt
deiner
Seele,
Ausdruck
deines
Verlangens,
Abbild
deiner
selbst,
sinnliche
Ent-Gegnung
seelischer
Bewegung in
dir. Deine
Vorstellung,
dein
Verhalten,
deine
Auffassung,
Gesinnung,
Neigung ̶
deine
über-Zeugung
̶ schafft
unterscheidende
Namen und
unterschiedene
Dinge.
Eins an
sich ist,
was du
Ursache
oder
Wirkung,
Freiheit
oder
Notwendigkeit,
Tat oder
Duldung,
Leben oder
Tod
nennst.
Du
selbst bist
Ur-sache;
aus deinem
Verlangen
schaffen
sich die
Welten.
Dein
Verlangen
schafft
Alles, dein
Verlangen
wandelt
Alles.
Endloses
Verlangen
in dir
erscheint
als
endloses
Werden. Aus
deinem
Verlangen
wird die
Welt ̶
erscheint
und ist.
*
Alles
Wirken und
Geschehen
̶ in dir,
o Teurer,
alle
Bewegung
und aller
Stillstand,
alle
Unterscheidung
und aller
Wandel ̶
in dir,
o Teurer
̶ Werden
ver-Werden
̶ in
dir.
Im
Weichbild
deiner Welt
spaltet
Alles,
spielt
Alles gegen
einander,
hält Alles
sich die
Wage; alle
Tat findet
Vergeltung,
alles
Geschehen
gleicht
sich aus,
aller
Gegensatz
hebt sich
auf, alles
Aussereinander
kehrt in
sich
zurück,
wie Wellen
sich
ebnen.
Dieser
Welt
Gleichgewicht
im ewigen
Kreislauf
durch
ur-Teil
und
gegen-Teil;
Vergeltung
durch
Ausgleich,
Frieden
durch
Gleichmut
̶ in dir,
o Teurer,
als ewige
Gerechtigkeit,
als Tugend
und Glück,
als
Erkenntnis
und
Weisheit
wach.
Aller
Gegensatz
und aller
Ausgleich
ist in
dir, o
Teurer.
Wie
auch
Verlangen
und Tat,
wie auch
Liebe und
Hass, Lust
und Grauen,
Leben und
Tod dieser
Welt gegen
einander
stürme ̶
der Welt
Wesen ist
unbewegt.
Wie
auch Tag
und Dunkel
dieser Welt
wechsle ̶
dem
Wissenden
leuchtet
ewiges
Licht. ̶
*
Du
erkennst:
Was
du in
karma mit
widersprechenden
Namen
belegst,
ist
willkürliche,
in
Gegenteile
auseinander
spaltende,
an sich
nichtige
Unterscheidung
in dir
̶
Was
von solchen
Unterscheidungen
̶ in dir
als Urteil
̶ ausser
dir als
Eigenschaft
der Dinge
erscheint,
ist nur
Kennzeichnung
deines
wechselnden
Verlangens,
deines
wechselnden
zu Standes
zum
selbstgeschaffenen
gegen-Stand.
Eines
ist, was
du ̶
urteilend
̶ willkürlich
scheidest;
Eines, was
du durch
Willensgegensatz
in dir
zu
Gegensätzen
ausser dir
prägst:
Willensgestaltung;
dein Willen
und was
wider
deinen
Willen,
wieder dein
Wille
ist.
Urteil
und
Eigenschaft
der Dinge
und des
Geschehens
ist deine
Empfindung
und
Widerspiegelung
deines
innen-Befindens;
ist deine
Einbildung
und nach
aussen
Verlegung
̶ Auslegung
deiner
Einbildung,
das ist
Vorstellung;
unbewusst
bewusste
Einbildung,
bewusst
unbewusste
Vorstellung.
Eigen
Geschaffenes
legen wir
den Dingen
bei und
nennen es
der Dinge
Eigenschaften;
eigen
Gewirktes
̶ Wirklichkeit
dieser
Welt.
Ich
aus s-Ich
wirkend,
wirkt die
Wirklichkeit
dieser Welt
̶ Ich
ist
karma.
Du
selbst bist
Ur-sache:
bist
Anziehung
und
Abstossung,
Liebe und
Hass; Lust
und Leid
ist Abbild
deiner
selbst,
dein Werden
ver-Werden.
Einheit
an sich
̶ in dir
unterscheidende
Namen. In
deinem
Herzen sind
die
Auseinandertretungen,
Unterscheidung
deine
eigene
Schöpfung.
Nur in
deiner
Empfindung
ist Wandel,
nur in
dir ist
Leben und
Atem, nur
wo du
bist, ist
Welt: Spiel
deiner
Seele,
lebendige
Schöpfung
aus eigner
freier
selbstherrlicher
Kraft.
Du
erkennst
dich Atma
in allen
Namen, du
erkennst
dich Atma
in allen
Wesen
dieser
Welt: das
Alles bist
du, endlos
an
Gestaltung
und
Zahl.
Darum
ist gesagt:
"Himmel
und Erde
in deinem
Herzen."
*
Durch
ur-Sprung
̶ ur-Teil,
sich
ab-scheidend
unter-scheidet:
Ich ̶
Welt;
weiss
sich
Bestand ̶
Akâsha;
fühlt
Verlangen
̶ Kama;
erfährt
Wirklichkeit
̶ Karma;
unterscheidet
in Akasha
atmend:
Zeit und
Raum;
unterscheidet
in Kama
atmend:
Wille und
Kraft;
unterscheidet
in Karma
atmend: Tat
und Duldung
̶ : all-so
ur-Teil
̶ gegen-Teil
atmend
wirkt s-Ich
in dir
die
Wirklichkeit
dieser
Welt.
Alle
unter-Scheidung
durch
ab-Scheidung
im
ur-Sprung;
̶ alle
ver-Schiedenheit,
alle
Umwandlung,
alle
Vielheit
blosse
Worte, nur
Namen ̶
Eines ist
es in
Wahrheit.
Sehend
geworden
erkennst
du: Es
ist der
Welt, die
dich lebt,
Atmen: ̶
âtmâ ̶
*
So, o Teurer, mögen wir Menschen, die Erscheinung durchschauend, uns Karma vorstellen.Vorstellung,
nicht
letzte
Erkenntnis.
Weg zur
grossen
Lehre,
draussen
Stehenden
ein zu
bewahrendes
Geheimnis
̶ verhüllte
Wahrheit ̶
upanishad.
* * *
So
lautet in
âranâda-upanishad
der vierte
adhâyâ:
Karma,
Wirklichkeit;
nunmehr: Manas, Verstand und Urteil.
V. DER URTEILENDE VERSTAND ̶ manas ̶
Zu
dem was
ich dir
nunmehr zu
sagen
gedenke, o
Teurer,
behalte vor
Augen:
Geringes
Verständnis
spricht
durch uns
Menschen:
Von
Trugbildern
unserer
Sinne
geblendet,
taumeln
wir, einer
geängstigten
Herde
gleich,
dahin und
dorthin,
von Torheit
zu Torheit,
wie Blinde
von
Blinden,
wie Irre
von Irren
geführt.
̶
Sagt
dir Jemand:
zu
verwerfen
sei diese
Lehre, sie
hebe den
Unterschied
zwischen
Recht und
Unrecht
auf, sie
preise
nicht das
Gute und
verabscheue
nicht das
Böse ̶
so antworte
ihm: diese
Lehre
lehrt, über
Recht und
Unrecht
hinaus, der
Menschheit
höchstes
Ziel ̶
Selbstlosigkeit.
Und
gewiss:
festgefügt
ist der
Grundbau
dieser
Lehre,
unerschütterlich,
auf dem
Grunde, der
unsere Welt
trägt.
Ist das
Eine so
ist das
Andere ̶
untrennbar;
untrennbar
ist
Erlösung
von dieser
Lehre
vollem
Erleben.
*
Durch
ur-Sprung:
ur-Teil-Ich-er-Scheinung;
aus
ur-Teil-Ich:
ver-Langen:
̶ Tat;
aus
Tat-widerstand:
̶ Verständnis.
̶ MANAS
̶
*
Manas
̶ Denktätigkeit
dieser
Welt, Namen
des
Bewusstseins:
Unterscheidung,
Überlegung,
Erwägung,
Einsicht,
Verstand
und
Urteil.
Also
ist die
Unterweisung:
Ich
komme auf
Gesagtes
zurück, o
Teurer:
widersprechend
ist der
Wille in
den Beiden,
die von
getrenntem
Standort
aus ̶
verständnislos
̶ einander
bekämpfen;
widersprechend
auch das
Urteil.
Ich,
siegend,
will die
Tat, und
sein Urteil
ist seinem
Willen
gemäss:
"du
bist meine
Nahrung,
ich töte
dich, es
ist mein
Recht".
Ich,
unterliegend,
will die
Tat, und
sein Urteil
ist seinem
Willen
gemäss:
"du
darfst mich
nicht
töten, es
ist Unrecht
und böse."
*
Du
erwägst
zunächst
das Urteil
im Raum
erscheinend:
Der
Gedanke in
beiden ist
Einer:
Ich-Bestand,
Ich-Verlangen,
Ich-Tat;
Bestand,
Verlangen,
Tat steht
in Ich
und Ich
sich selbst
gegenüber.
Im
Einen wie
im Andern
derselbe
Wille,
dieselbe
Tat ̶
widersprechendes
Urteil.
Jeder
der Beiden
will die
Tat tun,
Keiner der
Beiden will
die Tat
dulden.
Wer
angreift
und siegt,
lobt Wollen
und Tun;
wer abwehrt
und
erliegt,
schilt
Wollen und
Tun. Hier
Lob, dort
Tadel;
Recht dem
Einen ist
Schuld dem
Andern.
Urteil
widerspricht
sich im
Raum. ̶
*
Ferner:
Urteil in
der Zeit
erscheinend:
Je
nachdem Ich
Angriff-Abwehr
aufnimmt
auf gibt,
gestaltet
sich das
Urteil im
Ich.
Ich,
das
angreifend
die Tat
tun will,
Ich, das
angegriffen
die Tat
nicht
dulden will
̶ wechselt
seinen
Stand zur
Tat: will,
was es
dem Andern
antun
wollte,
nicht mehr
tun; will
selbst
erdulden,
was der
Andere von
ihm
erdulden
sollte ̶
will
dulden,
nicht tun.
Mit
gewechseltem
Standort
wechselt
der Wille,
mit
gewechseltem
Wollen
wechselt
das Urteil.
Ich schilt,
was es
lobte, Ich
lobt, was
es
schalt.
Urteil
wechselt in
der Zeit.
̶
*
Und
ferner:
Urteil in
sich:
Je
nach dem
vierfachen
Standort
des Ich
im
Verlangen,
je nach
zwiefachem
Stand des
Ich in
sich, je
nach
zwiefachem
Stand des
Ich ausser
sich, ist
die
Beziehung
des Ich
zum
gegenständlich
aufgefassten
Gedanken,
ist Willen
und Urteil
des Ich.
Ein und
das selbe
Ding, das
selbe Tun,
der selbe
Vorgang,
Ein
Geschehen,
Ein Gedanke
erscheint
im Ich
als
verschieden,
als in
gegen-Teile
zerfallen,
als
Zweierlei,
je nach
dem
Willensstandort
des Ich
zum
Gedanken ̶
je nachdem
der Gedanke
dem Ich
als
Gegensatz
zu sich,
oder als
Gegensatz
in sich,
als fremder
Gegenstand
oder als
eigener
Zustand
erscheint.
Der
einheitliche
Gedanke:
'Frass'
wird
zweierlei:
'Frass an
dir ̶
Frass an
mir,
fressen und
gefressen
werden'.
*
Das
selbe Eine
unveränderte
Ich urteilt
über den
selben
Einen
unveränderten
Gedanken
vom selben
Standort
zur selben
Zeit ̶
zwiefach;
zwiefach
auf jedem
Standort,
zwiefach zu
jeder Zeit;
gut und
zugleich
böse,
schön und
zugleich
hässlich,
recht und
zugleich
schuld, je
nachdem Ich
den
Gedanken
aufnehmen
oder
abweisen
will, je
nachdem das
Urteil dem
eigenen
oder dem
gegenständlichen
Ich gelten
soll, je
nachdem das
Urteil mein
Ich ̶
m-Ich,
oder dein
Ich ̶
d-Ich
betrifft.
Angreifend
hält Ich
Angriff für
Recht, doch
selbst
angegriffen
für
Schuld.
Fressend
hält Ich
das Tun
für
löblich
und gut,
doch selbst
gefressen
für
unrecht und
böse ̶
, dich
fressen ist
recht, mich
fressen ist
schuld'.
Lob und
Tadel, gut
und böse,
schön und
hässlich,
Frass und
nicht Frass
in Einem
Atem,
Verlangen,
urteilend,
steht sich
selbst
gegenüber.
Alles
Urteil
trägt sein
Gegenurteil
in sich.
Wie
kein Teil
ohne
Gegenteil,
so kein
Urteil ohne
Gegenurteil.
Urteil
ist nicht
nur
zwiespältig
vom
zwiefachen
Standort
des Ich
im Raum,
nicht nur
zwiespältig
vom
zwiefachen
Standort
des Ich
in der
Zeit,
Urteil ist
zwiespältig
in sich.
*
Alles
Urteil ruht
in der
Selbstherrlichkeit
Ich; alles
Urteil im
Ich ist
will-kür-lich
wechselnd.
Urteil
widerspricht
sich im
Raum;
Urteil
wechselt in
der
Zeit.
Alle
Entscheidung
im Urteil
ruht auf
Entscheidung
im
Willen.
Willen
liegt
unmittelbar
in jedem
Urteil.
Urteil und
Willen
deckt sich.
Urteil
ist
Ausdruck
des
Willens.
Immer ist
Willen
Lust; immer
ist Unwille
Leid.
Willen
hat immer
Recht:
'ich
habe Lust
̶ ich
will; ich
leide es
nicht ̶
will nicht.
Was ich
will ist
gut; ich
will es,
darum ist
es gut;
böse ist
was ich
nicht will,
was nicht
ich will,
was mich
will.'
'ich
habe recht'
heisst:
'ich will';
'du hast
Unrecht'
heisst:
'ich will
nicht'; 'du
sollst' ist
dasselbe
wie 'ich
will'; 'du
darfst
nicht' ist
dasselbe
wie 'ich
will
nicht'.
̶ Alles
Gebot,
alles
Verbot ̶
müssige
Fragen dem
Wissenden.
Was
ich an
mich ziehe,
nenne ich
anziehend;
was wider
mich ist,
ist
widerlich;
was mir
schadet,
ist
schädlich;
was meinen
Zwecken
dient, ist
zweckmässig;
was nicht
mir nutzt
̶ nichtsnutzig;
was zu
schonen
ist, ist
schön; was
ich liebe,
ist
lieblich;
was ich
hasse ̶
hässlich.
Lust
hier ist
Leid dort;
Lust jetzt
ist Leid
dann; in
Lust ist
Leid, in
Leid ist
Lust; Lust
ist Leid,
Leid ist
Lust.
Keine
guten und
keine bösen
Dinge auf
der Welt;
keine
guten,
keine bösen
Geschöpfe;
keine
guten,
keine bösen
Menschen.
Böse ist,
was zu
mir böse
ist; gut
ist, was
zu mir
gut ist.
Du willst
Wirkung aus
dir;
ungewollte
Wirkung auf
dich nennst
du böse.
Gutes wie
Böses ist
nur in
deinem
Urteil ̶
sonst
nirgends.
Du
lobst und
tadelst
dich
selbst, je
nachdem du
am
gegen-Stand
an-Teil
nimmst, je
nachdem du
dich selbst
im
gegen-Stand
bewusst
oder
unbewusst
empfindest.
Du
erkennst:
es gibt
kein Urteil
ansich.
Urteil ist
nur
Rechtfertigung,
nur
Entschuldigung,
nur
Beschönigung
deines
Verlangens.
Was als
Urteil im
Ich
erscheint
ist
Willensausdruck.
Wille ist
Ich. Ich
will, Ich
urteilt. Es
gibt kein
Urteil ̶
Ich ist
Urteil.
Dies
wunderbar
Einfache
erfasst die
Menschheit
nicht.
*
Wie
dein Stand
im Raum
bestimmt,
was mit
rechts oder
mit links,
was mit
oben oder
mit unten
zu
bezeichnen
sei; wie
dein Stand
in der
Zeit
bestimmt,
was du
als
Vergangenheit
und was
du als
Zukunft
unterscheidest,
so bestimmt
deine
Beziehung
zum
Gedanken,
dein
zu-Stand
zum
gegen-Stand
̶ das
Wollen in
dir ̶ du
selbst ̶
was du
gut oder
böse,
schön oder
hässlich,
Recht oder
Schuld
nennst, und
wie jenen
Bedeutungen,
so kommt
auch diesen
keine
Wahrheit
zu.
̶
Wie deine
gegen-Wart
in Raum
und Zeit
ein
willkürlicher
Scheidepunkt
ist, der
dir das
Recht zu
geben
scheint,
Verschiedenheit
zu
schaffen,
ein rechts
und ein
links, ein
oben und
ein unten,
ein vorher
und nachher
zu
unterscheiden,
so schafft
deine
gegen-Wart
zum
gegen-Stand,
deine
Beziehung
zum
gegenständlich
aufgefassten
Gedanken,
dein Stand
im
Verlangen,
der Wille
in dir
̶ du
selbst ̶
Unterscheidung
im
Ungeschiedenen,
macht dich
als
Gegensatz
unterscheiden,
was Eines
ist:
dein
Verlangen
̶ du
selbst.
In
deinem
Herzen sind
die
Auseinandertretungen,
in dir
ist
Unterscheidung
und aller
Wandel der
Unterscheidung.
Wie aus
rechts
links wird,
wie aus
oben unten
wird, wie
aus hier
dort wird,
wie aus
Zeit Raum
wird, aus
Willen
Kraft, aus
Freiheit
Notwendigkeit,
aus Tat
Duldung,
aus Lust
Leid, aus
Liebe Hass
̶ so
wird aus
gut böse,
aus böse
gut, sobald
du ̶
atmend ̶
dich in
Gedanken
wendest.
Du
neigst dich
dem einen
zu und
neigst dich
dem anderen
ab. Dein
Standort
bedingt
deinen
zu-Stand;
dein
Zustand
bedingt
Willen und
Urteil;
Wille und
Urteil bist
du
selbst.
Du
urteilst
gerecht
nach bestem
Wissen und
Gewissen.
Wie du
auch
urteilst,
du urteilst
von dir
aus; von
deinem
Standort
aus
beurteilst
du deinen
gegen-Stand;
je nach
deinem
Ver-ständnis,
je nach
deinem
Ab-stand
oder deinem
An-stand
bildet sich
dein
Urteil.
Wie
du auch
urteilst,
es bleibt
dein
Urteil. Du
erwartest,
hoffst,
nimmst
Anteil;
deine
Zuneigung
entscheidet
oder deine
Abneigung,
Nähe oder
Ferne
deines
Standortes.
Wechselt
dein
Standort,
so wechselt
deine
'An-sicht';
wechselt
deine
Ansicht, so
wechselt
dein
Urteil.
Du
schaust und
urteilst
vom
Standort
des Täters
oder
schaust und
urteilst
vom
Standort
des
Dulders; du
versetzt
dich in
die Lage
des Henkers
oder in
die Lage
des Opfers;
du nimmst,
je nachdem
du dich
selbst
fressend
oder
gefressen
fühlst,
bewusst
oder
unbewusst
Partei.
*
Dein
Urteil ist
deine
Anteil-nahme,
deine
Be-teil-igung
am
Gegen-stand.
Was dem
Beurteilten
von dir
zuteil
wird, bist
du
selbst.
Dein
Urteil ist
dein
Eingehen in
den
Gegen-stand,
dein
'inter-esse',
dein
Einssein
mit dem
Gegenstand.
Du bist
Richter in
eigener
Sache und
urteilend
triffst du
dich
selbst.
Wie
du auch
urteilst,
dein Urteil
bleibt
einseitig;
doppelseitiges
Urteil wäre
Widerspruch
in sich;
vollständiges
Ur-teil
wäre
vollständiges
Teil.
Gerechtes
Urteil
urteilt
nicht.
Bedeutungslos
ob Jemand
deinem
Urteil
widerspricht,
denn er
urteilt von
eigenem
Standort;
bedeutungslos
ob Jemand
deinem
Urteil
zustimmt;
bedeutungslos
wenn die
Besten
deines
Volkes und
aller
Völker
deines
Urteils
sind.
Alle
die, welche
deinem
Urteil
beistimmen,
stehen bei
dir, sind
dir
Beistand,
vertreten
deinen
Standpunkt,
sind mit
dir
ein-ver-standen,
deine
Standesgenossen,
deine
Partner ̶
nichts
mehr.
Alles
Urteil ist
Partei.
Alle
Urteils-Wertung
liegt in
dir; was
du am
gegen-Stand
beurteilst,
bist du
selbst ̶
am Wesen
des
Beurteilten
haftet kein
Hauch
deines
Urteils, in
keiner
Form, in
keinem
Sinne,
weder offen
noch
verborgen,
weder hier
noch
sonstwo,
weder heute
noch je
̶ Urteil
ist
Ausdruck
deines
Verlangens.
*
Alle
Wahrnehmung
schafft
sich in
dir:
gleichviel
ob du
solche als
unbestreitbare Beschaffenheit
des
Gegenstandes
erachtest,
oder als
eigen geschaffenes Willens
Urteil
durchschaust.
Eigenschaft
ausser dir
und Urteil
in dir
ist Eines;
je nach
sinnlicher oder
seelischer
Auffassung
erscheint
dir das
Geschaute fremd
oder eigen,
sachlich in
sich oder
willkürlich
aus dir.
Was dir
Eigenschaft der
Dinge
scheint,
ist
Auslegung
deiner
Empfindung,
ist dein
eigener
Zustand in
den
Gegen-stand
verlegt;
ist
schaffendes Verlangen
aus dir
in deinen
Gegenstand
übertragen.
Seelisches
Verlangen
in dir
gewinnt
sinnliches
Leben
ausser dir;
Verlangen
ausgelegt,
im Raum
selbständig geworden,
wird
leibhaftig,
tritt dir
als Ding
verkörpert
gegenüber.
Deiner
eigenen
Seele Schöpfung,
in
räumliche
Wirklichkeit
hinaus verlegt, ist
ausser dem
Bereich deiner
Seele dir
entfremdet,
darum von
dir nicht
mehr als
Eigenschaffung erkannt,
darum als
Ding und
Eigenschaft
des Dinges
sinnlich geschaut.
Je
unmittelbarer
die
schaffende
Vorstellung
aus dir
quillt, je
unbewusster du
selbst
deine
Vorstellung
bist, desto
fremder und
ferner,
desto
unbedingter
erscheint
dir das
zur
Vorstellung
Gewordene,
erscheint
sachlich an
sich.
Erscheint
dir aber
Ding und
Eigenschaft
sachlich
und
unbedingt
an sich, so
erscheint
auch alle
Wahrnehmung
am Dinge:
Vielheit,
Mass und
Lage, Bewegung,
Verhalten
und
Verhältnis
der Dinge
untereinander unbedingt,
so
erscheint
die ganze
dingliche
Aussenwelt,
alle Wirklichkeit
unabhängig
von dir,
unabhängig
von deiner
Wahrnehmung
und Empfindung.
Was
unbedingt
scheint,
bedingst du
selbst; die
Be-ding-ung
ist in
dir, daher
die
scheinbare
Unbedingtheit.
Dein Anteil
an den
Dingen schafft
Ding und
Eigenschaft
der Dinge;
der Dinge
Anteil an
dir ist
dein Urteil
und bist
du
selbst.
Eigen
Geschaffenes
legen wir
den Dingen
bei und
nennen es
der Dinge
Eigenschaften
̶ eigen
Gewirktes
Wirklichkeit
dieser
Welt.
*
Urteilendes
Urteil ist
nur wo
eine
Be-urteilung
von Ding
und Eigenschaft,
wo eine
Teilung im
Urteil
möglich
ist. Ist
eine Wahlentscheidung
zwischen
Möglichkeiten
̶ eine
Will-kür
im Urteil
nicht denkbar,
das heisst:
sind
Zwei-fel,
das heisst
zwei Fälle
im Urteil
ausgeschlossen,
so ist
kein
'Urteil',
so ist
blosse
Benennung oder
erweiterte
Einsicht ̶
Ent-deckung
̶ nicht
Urteil ̶
wie:
Die
drei Seiten
eines
Dreiecks,
einer
drei-geteilten
Geraden entnommen,
ergeben
zusammengetan
wieder die
Gerade; die
drei Winkel
eines Dreiecks,
dem drei
geteilten
Winkel
einer
Geraden
entnommen,
ergeben
zusammengetan
wieder den
Winkel
einer
Geraden ̶
nicht
Urteil,
sondern
blosses
Ergebnis
einer Drei
Teilung und
Wiederzusammenfügung der
Drei
Teilung;
selbstverständlich
̶ daher
unwiderleglich,
nichtssagend
̶ daher
widerspruchslos,
gleichgültig
̶ daher allgemeingültig,
daher
unbedingt,
sachlich an
sich
erscheinend;
̶ blosse
Wiederholung
des Selben,
wie: 'zwei
mal zwei
gleich
vier', das
heisst: 'vier
ist das
Gleiche wie
zwei mal
zwei',
blosse
Umstellung
oder Umbenennung,
dieselbe
Aussage mit
andern
Worten ̶
fälschlich
'Urteil'
genannt.
Willenloses
Urteil,
'Urteil in
sich' ist
undenkbar,
schüfe
ewig Unlösliches,
schüfe
sich selbst
Aufhebendes
̶ wäre
sinnliche
Gottheit
̶ undenkbar.
*
Dein
Urteil
wertet den
Gegenstand.
Was
von
Geschehen
oder Dingen
dir
gleichgültig
oder
wertvoll erscheint,
was
zweckmässig
oder
ziellos,
unwiderleglich
oder
fraglich,
vergänglich
oder ewig,
Zufall oder
sogenanntes
Gesetz ̶
alle Wahrnehmung
und
Eigenschaft,
unmittelbare
Gewissheit
oder blosse
Benennung ̶ alles
ausser dir
Erscheinende
ist aus
dir
hinausverlegte Vorstellung
̶ sinnlich
gewordene
Ent-gegnung
seelischer
Bewegung in
dir, Ausdruck
deiner
Anteilnahme,
deiner
Wertung,
Abschätzung,
Mass deines
Verlangens
̶ Widerschein
deiner
selbst.
Die
ganze Welt
ausser dir
ruht auf
Verlangen
in dir
̶ einheitliches
Verlangen
vom
ur-teilenden
Ich als
eigener
Zustand
oder als
fremder
Gegen-stand
auf
gefasst.
Verlangendes
Urteil ̶
urteilendes Verlangen
in dir
ist
weltzeugende
Kraft ̶
aus dir
gezeugte Überzeugung
̶ du
selbst.
In
dir ist
Ur-sprung
̶ du
selbst bist
die in
Raum und
Zeit erscheinende,
die
wirkliche
Welt; wie
gäbe es
in der
eigenen Erscheinungswelt
eine
Erscheinung
unabhängig
von dir?
Wie
wolltest du
die selbstgeschaffene
Welt anders
als in
dir selbst
erfassen?
Du bist
Herr und
Mass,
Gesetz und
Schöpfer
aller Dinge
und deiner
selbst. Was
unergründbar bleibt
ist
unergründbarer
Ursprung ̶
Unauflöslichkeit ewiger
Wahrheit
bist du
selbst.
*
Ein Heer von Zweifeln stürmt auf dich ein ̶ hoffe auf Erleuchtung ̶ sei der Erleuchtung gewiss.*
Noch
einmal:
Alles
Urteil ist
nur in
dir.
Alles
Urteil
trägt sein
gegen-Urteil
unmittelbar
und
unablöslich in
sich.
Alles
Urteil hebt
sich mit
gewechseltem
Willen zu
nichts
auf.
Urteil
hat in
sich,
Urteil hat
in dir
keine
Geltung,
ist gleichgültig,
gleich
ungültig,
bedeutungslos,
sinnlos,
leer,
nichtig in
dir,
nichtig in
sich.
Du
erkennst:
Was
du
urteilend
mit
widersprechenden
Namen
belegst,
ist willkürliche,
in
'Gegen'teile
auseinanderspaltende,
an sich
nichtige Unterscheidung
in dir.
Was
von solcher
Unterscheidung
̶ in dir
als Urteil
̶ ausser
dir als
Eigenschaft
der Dinge
erscheint,
ist
Kennzeichnung
deiner Gegen-wart
im
Verlangen,
Kennzeichnung
deiner
Beziehung
zum gegen-Stand,
̶ dein
Standort,
dein
zu-Stand,
dein
ver-Stand.
Urteil
und
Eigenschaft
ist deine
Empfindung
und
nach-aussen-Verlegung
̶ Auslegung
deines
innen-Befindens;
deine
Einbildung
und Widerspiegelung
deiner
Einbildung,
das ist
Vorstellung;
unbewusst-be-wusste
Einbildung,
bewusst-unbewusste
Vorstellung
̶ je
nach deinem
Wachsen
oder Welken
im Atem
dieser
Welt; Atem
des
Verlangens:
Lust
oder
Unlust,
Liebe oder
Hass; je
nach deiner
Stimmung
ist deine
Bestimmung des
gegen-Standes;
je nachdem
dir zu
Mute ist,
deine Zumutung
an den
Gegenstand;
je nach
deinem
Verhalten
dein
Dafürhalten;
je nach
deinem
Befinden
ist deine
Empfindung;
je nach
deiner Einstellung
̶ deine
Vorstellung.
Deine
Auffassung,
Beziehung,
Gesinnung,
Neigung,
dein
Werden-ver-werden
schafft
Urteil,
Namen und
Dinge.
Eines
ist, was
du
urteilend
willkürlich
scheidest;
Eines, was
du durch
Willensgegensatz
in dir
zu
Gegensätzen
ausser dir
prägst ̶
Willensgestaltung,
dein Wille
und was
wider
deinen
Willen
wieder dein
Wille ist:
Aus dir
gewirkt,
auf dich
wirkend ̶
Wirkung
und Wirklichkeit
dieser Welt
̶ deine
eigene
Schöpfung
̶ du
selbst.
Solches
hast du
klar
erkannt.
*
Es
gibt kein
Urteil an
sich. ̶
Aufgegangen
in dir
ist diese
Erkenntnis; von
solcher
Erkenntnis
vermagst du
ferner
nicht mehr
abzuweichen. Bedeutungslos,
wenn die
verworren
denkende
Menge
solcher Erkenntnis
fern
bleibt;
bedeutungslos,
wenn
einsichtige
und wohlwollende
Männer vor
solcher
Erkenntnis
zurückschrecken,
wenn solche,
die sich
für
Wissende
halten,
bisher
nicht
gleich dir
erkannten; bedeutungslos,
wenn solche
Erkenntnis
in keinem
der zahllosen
Geschöpfe
dieser
atmenden
Welt
aufgeleuchtet
wäre ̶
von Menschen
keinem, von
Göttern
keinem ̶
wenn du
allein
stündest
mit solcher
Erkenntnis
̶ bedeutunglos;
unerschüttert
bleibt: es
gibt kein
Urteil.
Urteil
ist Wille,
Wille ist
Ich, Ich
ist
Urteil
Wie
im ersten
Samenerguss
die ganze
Menschheit
ruht, so
ruht alles
Urteil im
ur-Teil-Ich.
Ich-Ur-Teil
ist
Ich-Urteil.
Darum
lehrt
De-schin-scheg-pa,
der
Feindbesieger
und heilig
vollendete Buddha,
dass alles
Auffassen
in der
Ichheit ein
Nicht-auffassen
sei.
*
Ausgelöscht
sind die
in Rede
stehenden
Begriffe,
ausgelöscht
alle dazwischen
liegenden,
alle
verwandten
Bezeichnungen,
Beilegungen,
Eigenschaften
̶ ausgelöscht
alles
Urteil,
alles
An-sich
sein dieser
Welt.
Alle
Unterscheidung
durch
Urteil ̶
Recht und
Schuld, gut
und böse,
Lob und
Tadel,
schön und
hässlich
̶ Gebot,
Verbot ̶
blosse Namen,
nur Worte
die
sogenannten
ewigen
Gesetze ̶
müssige
Fragen dem
Wissenden.
Ausgelöscht
̶ vernichtet,
worauf die
Welt gebaut
schien ̶
Spiel deiner
Seele, ein
blosses
Bild, ein
Traum ̶
nicht ist
Urteil,
nicht sind
diese
Begriffe in
Wahrheit.
Solches
hast du
klar
erkannt;
von solcher
Erkenntnis
vermagst du
ferner nicht
mehr
abzuweichen...
es sei
denn, dass
du ̶
über
dieses hinaus
̶ zu
tieferer
Einsicht zu
gelangen
vermöchtest.
*
In
deinem
Herzen sind
die
Auseinandertretungen,
in deinem
Herzen ist
Unterscheidung
und Wandel
der
Unterscheidung,
in deinem
Herzen die
Schöpfung dieser
Welt. Du
selbst
schaffst
Zeit und
Raum, du
selbst bist
Willen und
Kraft, in
dir ist
Tat und
Duldung,
Ursache und
Folge,
Freiheit
und
Notwendigkeit;
durch dich
ist
Verstand
und Urteil,
Recht und
Schuld, gut
und böse,
schön und
hässlich,
durch dich
ist diese
Welt.
Du
bist
Verlangen
und Tat,
Gesetz und
Richter,
Herr und
Knecht,
Schöpfer
und
Vernichter
deiner
Welt,
deiner Welt
Leben und
Atmen ̶
Atma ̶
Ausgelöscht,
vernichtet,
was
unantastbar,
was ewig
schien ̶
und nur
Eines
besteht:
Ich! Ich
und die
Welt, die
das Ich
sich
schafft ̶
die Welt
mit allem
Heil und
Unheil, mit
aller
Herrlichkeit
und aller
Qual, aller
Hoffnung
und
Enttäuschung,
aller
Hoheit und
aller Nichtigkeit
̶ die
Welt des
Guten und
Bösen.
Keine
Welt ohne
Ich und
Verlangen,
keine Welt
ohne Tat
und Tat
Widerstand, keine
Welt ohne
Lust und
Leid, keine
Welt ohne
gut und
böse. Untrennbar
ist Böses
von Gutem,
untrennbar
Gutes und
Böses von
Ich und
Welt.
Ursprung
des Bösen
ist
Ursprung
des Ich.
Das Böse
zu treffen,
triff dich
selbst.
Darum sagt
Omar, der
Zeltweber:
"Ich selbst
bin Himmel
und
Hölle".
Dies
ist Lösung
der Frage,
um die
du mich
angingst ̶
Ursprung
des Bösen
̶ Quell
alles Guten
̶ restlose
Lösung!
*
Es
gibt nur
Ein Böses
in der
Welt: die
Ich-bin-heit
̶ Selbstsucht,
und alles
was du
Sünde,
Knechtschaft,
Leiden
nennst,
fliesst aus
ihr ̶
Samsara.
Es gibt
nur Ein
Gut in
der Welt:
Selbstlosigkeit
̶ und
Erlösung
fliesst aus
ihr ̶
Nirvana.
Erlösung
vom Bösen
ist
Erlösung
vom Ich.
Selbstsucht
zu Ende
gedacht ist
Selbstlosigkeit.
Sei
selbstlos
aus
Selbstsucht.
Gib alles
auf um
alles zu
gewinnen;
du
bereicherst
dich
gebend,
nehmend
beraubst du
dich. Es
ist kein
anderer Weg
zum Gehen
̶ der
heilige Weg
aus Schein
zu
Wahrheit,
aus Nacht
zu Licht,
aus Tod
zu
Unsterblichkeit.
*
Noch
einmal
durchdenke
ich mit
dir das
Geschehen
dieser
Welt, die
zwiefache in
gegen-Teile
zerfallende
Beziehung
des Ich
zum eigenen
gegen-ständlich
auf
gefassten
Gedanken ̶
: ab-Stand
der
gegen-Teile
von einander
und
ver-Stand
der
gegen-Teile
zu
einander;
den Weg
aus Standhaftigkeit
zu
ver-Ständnis,
den Weg
aus
Blindheit
zu
Erkenntnis,
den Weg
aus dem
Ich zum
nicht-Ich.
Zwischen
Ich im
eigen-Stand
und Ich
im
gegen-Stand
liegt die
trennende Vorstellung
̶ : nicht-Ich.
Ich, vom
Trugbild
der Sinne
geblendet, ver-kennt
sich im
gegenüberstehenden
Ich ̶
wie der
Hund sich
selbst im
Spiegel
anknurrt.
Zwischen
Ich und
Ich klafft
Spaltung,
Zwietracht,
Zwist,
Kampf.
Ich
hier: "ja,
ich will
dich!"
Ich
dort:
"nein,
ich will
dich!"
Verlangen
lebt,
wächst,
übersteigt
sich ̶
fällt.
Henker und
Opfer kommen
sich
entgegen.
Ich hier,
wie Ich
dort,
wechselt in
seinem Zustand,
lässt von
seiner
Stand-haftigkeit,
gibt
wider-Stand
auf, nimmt
ab-Stand
vom
eigen-Stand,
nähert
sich seinem
gegen-Stand,
ver-stellt
sich auf
den Stand
des
Gegners,
ver-ständigt
sich mit
ihm,
ver-steht
ihn ̶ Ich
hat
Selb-ständ-igkeit
aufgegeben,
Ich hat
ver-Stand
gewonnen.
Ich
hier wie
ich dort
ändert mit
geändertem
Stand
Ansicht und
Willen; Ich
ändert
sich, Ich
wird ein
anderes.
Ich wandelt
in Zeit
und Raum;
Ich-Standort-Wandel
wandelt das
Ich.
Fremder
gegen-Stand
wird durch
ver-Stand
zu eigenem
zu-Stand.
Ich
hier wie
Ich dort
ist aus
Raum in
Zeit
getreten,
Eins mit
seinem Gegner:
kein Gegner
mehr, keine
Gegnerschaft,
kein
Widerwille,
kein
Widerstand,
keine Tat.
Ich hat
sich durch
ver-Ständnis
im wider-Ich
wieder
erkannt ̶
Ich hat
Erkenntnis
gewonnen,
Ich hat
im du
sich selbst
wieder
gefunden.
Raum
entzweit,
Zeit eint.
Was im
Raum
geschieden
ist, fällt
in der
Zeit zusammen.
Was
sinnliche
Anschauung
trennt,
eint
seelische Erkenntnis.
Ich und
Ich, von
blinder
Anschauung
aus-ein-ander
gehalten, fallen,
sehend
geworden
in-ein-ander.
*
Und
noch
einmal:
Sittlichkeit
ist
Durchschauen
der
Erscheinung.
Ich
ur-Teil,
in sich
gespalten,
von
sinnlicher
Vorstellung
"nicht-Ich"
geblendet,
in zwei
Ich
gegen-ein-ander
entzweit:
Ich
hier: "Ich
will
Tat-Angriff
gegen
dich."
Ich
dort: "Ich
will
Tat-Abwehr
gegen
dich".
Ich,
durch
seelisches
ver-Ständnis
sehend
geworden,
erkennt im
nicht-Ich
sich
selbst, ̶
das
trennende
'hier und
dort' ist
fortgefallen ̶ ver-ein-igt,
ein-mütig,
Ein Ich,
ein-ig,
eines Willens:
"Keine
Tat gegen
mich
selbst."
Sich selbst
im Anderen
erkennend
vermagst du
nicht böse
zu wollen.
*
Wie
ein Ich
auf zwei
Standorten
im Raum
in zwei
Ich gegen
einander entzweit
ist, so
sind zwei
Ich in
der Zeit
auf Einem
Standort zu
einander vereint:
Eines
Aller
Zwiespalt
durch
Ich-da-Sein,
durch
Ich-bin-heit,
asmita,
̶ durch
Selbstsucht;
alle
Eintracht
durch
ver-Ständnis,
durch
Erkenntnis
̶ durch
Selbstlosigkeit
̶ das
Geheimnis
alles
Geschehens,
alles Werdens
und
Vergehens
alles
Lebens,
alles
Streites,
alles
Friedens,
aller
Sittlichkeit
auf Erden
̶ der
Weg aus
dem Ich
zum
nicht-Ich,
der Weg zu
Erlösung,
der heilige
Weg.
*
Durch
Ur-sprung
in Ich
und Ich:
ist
Ent-zwei-ung,
Verlangen
hier und
Widerstand
dort,
Ein-tracht
durch
Erkenntnis.
Geschlossen
hat sich
der
Zwiespalt,
ausgefüllt
die Kluft,
verraucht
das
Verlangen;
der Streit
ist
begraben,
aufgegeben
Tat,
Frieden
gewonnen;
erreicht
aller
Sittlichkeit
höchst
gepriesenes
Gut,
erstanden
das Wunder:
Selbstlosigkeit
̶ Nirvana
in Samsara.
*
Durch
ur-Sprung
ur-Teil,
sich
abscheidend,
unter-scheidet:
Ich und
Welt; unterscheidet
da seiend:
Zeit und
Raum;
unterscheidet verlangend:
Wille und
Kraft;
unterscheidet
wirkend:
Tat und
Duldung,
Freiheit
und
Notwendigkeit,
Lust und
Leid;
unterscheidet
urteilend:
gut
und böse,
Recht und
Schuld,
schön und
hässlich;
also in
allen Dingen
dieser Welt
ur-Teil-gegen-Teil
atmend
wirkt s-Ich
die Wirklichkeit,
wirkt s-Ich
das
Verständnis
dieser
Welt.
Alle
unter-Scheidung
durch
ab-Scheidung
im
ur-Sprung;
durch ur-Teil-ent-Scheidung
alle
ver-Schied-enheit;
alles
er-Schein-ende
durch ur-Teils
Urteil.
Auf
blossen
Worten
beruhend
die
Vielheit,
nur Namen
̶ Eines
ist es
in
Wahrheit.
Sehend
geworden
erkennst
du: Es
ist der
Welt, die
dich lebt,
Atmen.
̶ atma ̶
*
Geringes
Verständnis
lebt in
uns
Menschen.
Vom
Trugbild
dieser Welt
geblendet,
irren wir,
einer
dürstenden
Herde
gleich,
dahin und
dorthin, blind
gegen den
Quell alles
Lebens.
Wo
ist
Erlösung?
̶ Da, wo
Erkenntnis
ist.
Sagt
dir jemand:
zu
verwerfen
sei diese
Lehre, sie
hebe den
Unterschied zwischen
Recht und
Unrecht
auf, sie
preise
nicht das
Gute und
verabscheue
nicht das
Böse, so
antworte
ihm:
Diese
Lehre lehrt
über
sinnliche
Erscheinung
hinaus ̶
Seelen-
Einheit ̶
über
menschliches
Urteil
hinaus ̶
der
Menschheit
höchstes Ziel:
Selbstlosigkeit.
Selbstlosigkeit
löst aus
den Fesseln
des Ich,
aus den
Fesseln
nimmer
gestillten
Verlangens,
aus nimmer
gestillter Hoffnung,
aus dem
Kerker
dieser Welt
zur
urewigen
Heimat.
Und
gewiss!
Fest gefügt
ist der
Grundbau
dieser
Lehre,
unerschütterlich,
auf dem
Grunde, der
unsre Welt
trägt. Ist
das Eine,
so ist
das Andere
̶ untrennbar;
untrennbar
Erlösung
von dieser
Lehre vollem
Erleben.
Nicht
an
vergänglichem
Werke wirke
ich, in
der
Gottheit
Tiefen ruht
die Lehre,
Menschen im
Körper
schier
unergründlich
̶ unergründlich.
Ehernes
Tor der
Erkenntnis
̶ erlösende
Wahrheit.
*
So
lautet in
âranâda-upanishad
der fünfte
adhyâya:
manas,
Verstand und
Urteil;
nunmehr:
buddhi,
Erwachen.
VI. ERWACHEN AUS DER ERSCHEINUNG ̶ buddhi ̶
Zu
dem, was
ich dir
noch vom
Kreislauf
der
Erscheinung
zu sagen
gedenke, o
Teurer,
erfasse
wohl:
Auf
Einem
Gedanken
ruht wovon
ich dir
rede ̶
Samsara;
auf Umzulangen
im
Ur-sprüng
̶ auf
Verlangen
ruht diese
Welt.
Eines
ist, was
wir, in
dieser Welt
erwachend,
rastlos
suchen;
Eines, was
wir, in
irdischer
Anschauung
befangen,
vielheitlich schauen;
Eines nur,
was wir
mit
zahllosen
Worten
benennen;
alles Geschehen
und alle
Gestaltung,
aller
Geschöpfe
und aller
Welten all-einiger
Gedanke:
̶ Verlangen
̶
Verlangen,
dem
Ursprung
entquellend,
Verlangen
nach
Überbrückung der
Kluft,
Verlangen
nach
Wiedervereinigung
̶ unserer
Leben Sinn
und aller
Welten
Ziel:
Verlangen
nach
Erlösung.
*
Was
ich dir
von tiefer
Erkenntnis
verkündige,
besitzt die
Menschheit nicht,
und nicht
überliefert
wurde mir
die Lehre
aus der
Gemeinschaft hoher
Meister ̶
: den
Sinnen
entrückt,
der
Gedankenqual entronnen,
in
wunschloser
Allhingebung
versunken
̶ fand
ich mich
erleuchtet. Erkenntnis
trat zu
Tage, wuchs
und
erstarkte.
In
solche
Erkenntnis
weihe ich
dich ein;
von solcher
Erkenntnis getragen
erachte
dich auf
rechtem
Wege ̶
du nahst
den
Wissenden.
*
All-ur-sprung:
ur-Teil
und
gegen-Teil;
aus solcher
Ent-zwei-ung
̶ :
ver-Langen
nach
Ergänzung;
aus solchem
Verlangen
̶ : Tat;
aus Tat-widerstand
̶ : Erkenntnis
̶ BUDDHI
̶
aller
Welten
Hoheziel!
̶ Erfasse
den grossen
Gedanken,
ehe deine
Lippe ihn
ausspricht
̶
̶ Erwachen
der
Menschheit
̶
*
Wer
sein Heil
im 'Ich'
sucht, dem
ist
Selbstsucht
Gebot, dem
ist Selbstsucht
Gottheit.
Wer
sein Heil
in dieser
Welt sucht,
der bleibt
dieser Welt
verfallen; dem
ist kein
Entrinnen
aus
ungestilltem
Verlangen;
dem ist
kein Entrinnen
aus
nichtigem
Spiel; dem
ist kein
Entrinnen
aus den
engen Fesseln
des 'Ich'.
Wer
sich aus
dieser Welt
nicht
erhebt, der
lebt und
vergeht mit
seiner
Welt.
Wem
die Gnade
des Ishvara
das Auge
geöffnet
hat, der
durchschaut diese
Welt.
Wer
diese Welt
durchschaut,
der ist
für diese
Welt verloren.
Darum
ist
Erkenntnis
Enttäuschung,
darum ist
Erkenntnis
Erwachen.
Erwachen
ist
Erlösung
̶ Erlösung
ist
Vollendung
in
Gottheit.
Davon
ist gesagt:
"Erkenntnis
̶ und
einen
andern Weg
hat der
Mensch nicht."
*
Hüte das Urerbe ̶ dir zum Heil und allen denen, die auf Erden mit dem Tode ringen.
*
Also
ist die
Unterweisung:
Aus
Sinnes-wahr-nehmung
wird, was
du
Wirklichkeit
dieser Welt
nennst.
Was
deinen
Sinnen
wirklich
wahr
scheint,
ist deinem
Nachsinnen hinfällig;
was deinen
Sinnen
standhält,
flieht vor
deinem
Besinnen,
mündet,
sich
selbstwidersprechend,
in
Widersinn,
und nur
in
sinnlicher Auffassung
scheint
Sinn in
der Welt.
Und
gewiss:
wäre
letzter
Sinn in
der Erscheinung,
so wäre
Erscheinung
Wesen.
Sinneswahrnehmung
in dir
ist rings
um dich
sinnlich
begrenzt.
Grenze
deines
Schauens
ist der
Gegenstände
sinnlicher
Widerstand
̶
Seele
der Dinge
bleibt
deinen
Sinnen ewig
unnahbar.
Wie
ein Strom
Ufer von
Ufer
trennt, so
trennt
sinnliche
Anschauung Seele
von Seele;
und wie
du von
Ufer zu
Ufer auf
unsicher
schwankender Fähre
gelangst,
so gelangt
Seele zu
Seele durch
blind
suchende
Sinne; und
wie ein
mächtiger
Strom
jenseitiges
Land völlig
deckt, so
decken zügellos
stürmende
Sinne alle
Seele
ausser
dir.
Irdische
Wahrnehmung
ist der
Blindheit
vergleichbar
̶ was
wir hier in
Gestalten
und Farben
gläubig
schauen,
ist nicht
die Welt,
Samsara
zeugt
blinde
Kinder.
*
Maya!
Es
scheint, es
stellt sich
dar, es
mutet dich
an, dich
gelüstet danach
und du
erliegst
der Lust.
̶ Von
gleissender Erscheinung
geblendet,
suchst du
unsicher
tastend
dein Ziel,
taumelst Wahnbildern
folgend,
von Trug
zu Trug
̶ wahrlich
einem
Trunkenen vergleichbar.
Und wie
ein
Trunkener
unter den
Hufen einer
Büffelherde sich
im
Paradiese
träumt, so
träumst du
trunken von
Sinneslust
ein erlogenes
Glück ̶
die ewige
Lüge!
Verlangen
in dir
ist der
Seele
Verlangen
nach ewigem
Ziele;
Sinneswahrnehmung
in dir
hält dich
in
vergänglicher
Erscheinung zurück.
Die
Erscheinung
ergreifend,
bist du
ergriffen
̶ Seele
in den
Fesseln der
Sinne.
Darum
sagt
Maitrâyana
Upanishad:
"Seele
von den
Gegenständen überwältigt."
Darum
sagt man:
sich
ernüchtern,
wieder zu
sich
kommen,
sich auf
sich selbst
besinnen.
Darum
lehrt der
Erlauchte:
"Unterscheidung
des
Wandelbaren
vom Unwandelbaren,
des Ewigen
vom
Vergänglichen,
Unterscheidung
des Wesens
von der
Erscheinung."
*
Unabsehbare
Kluft,
unlöslicher
Widerspruch
uns irdisch
Schauenden zwischen
Erkenntnis
und
Anschauung;
Torheit,
ewiges Ziel
in vergänglicher
Erscheinung
zu suchen.
Daraus
sinnloses
Hasten und
Irren, endloser
Wechsel,
unablässige
Erneuung;
daher die
Unbeständigkeit, die
Friedlosigkeit,
die
Vergänglichkeit
alles Irdischen,
daher die
Unsinnigkeit
steter
Wiederholung
alles Geschehens,
aller
Gebilde,
aller
Gedanken ̶
ein
rastloser
Kreislauf von
Hoffnung zu
Enttäuschung.
Darum
die
Unzulänglichkeit,
das Stückwerk,
die
Unvollkommenheit
aller
Dinge; die
Unwiederbringbarkeit der
Zeit, die
Unüberwindbarkeit
des Raumes;
darum des
Hohenzieles Unerreichbarkeit,
des
Zweifels
Unstillbarkeit,
die
Trostlosigkeit,
die Widersinnigkeit,
Verruchtheit
dieser
Welt.
Diese
Welt ist
für Kinder
und Wölfe,
und so
sehr sind
wir Kinder
und Wölfe,
dass wir
uns in
solcher
Welt
gefallen!
Der
Welt Lust
ist Frass,
der Welt
Lohn ist
Trug, der
Welt Ziel
ist Vernichtung
̶ und du
solcher
Welt
williger
Sklave.
Ist
Lust
Frieden?
Und ist
nicht
verlorene
Lust
Schmerz?
Und wäre
nicht dauernde
Lust Qual?
Und
schliesst
nicht Lust
Seeligkeit
aus?
̶
Wagst du
es zu
widersprechen?
̶ Was
auf Erden
vermöchte
Verlangen nach
dem
Höchsten
zu stillen?
̶ Verlangen
nach
Gottheit.
*
Das
Gepräge
dieser Welt
ist
Vergänglichkeit.
.Was
von
Gedanken
und Dingen
dieser Welt
lebt, atmet
in Einhauch
und Aushauch,
aus
Entstehen
zu
Vergehen.
Alles
Werden
durch
Absonderung,
durch
Abstammung,
durch Verzweigung,
durch
Spaltung,
durch
Unterscheidung
von
einander.
Alle Empfindung
und
Wahrnehmung
durch
Abstand;
alles
Wollen und
Tun durch
Gegenstand und
Widerstand.
Ich-nicht-Ich-bewusstsein
durch
Anstoss und
Hemmung; Leben
und Dasein
durch
Wandel ̶
nichts was
unverändert,
nichts was
beständig,
nichts in
Frieden im
Himmel und
auf
Erden.
Samsara
ist
Wechsel;
wer Frieden
im
wechselnden
Samsara
sucht, der
ist betrogen;
Frieden
kann nur
zu
Unfrieden
wechseln.
Dieser
Welt
Bestand
durch
Gegen-stand,
dieser Welt
Sinn durch
Gegen-sinn;
darum
dieser Welt
Wider-spruch
und
Wider-sinn;
darum dieser
Welt
ruheloser
Kampf;
darum
dieser Welt
Vergänglichkeit.
Entzweiung
will
Paarung,
Ansammlung
will
Auflösung;
weil
Entstehen ist,
darum ist
Vergehen;
weil
Verschiedenheit
ist, darum
ist ein
Verscheiden; weil
Leben ist,
darum ist
Tod.
Alle
Erscheinung
ist durch
Ur-sprung,
durch
Entzweiung
in Gegensatz,
und aller
Gegensatz
will
Ausgleich.
Was durch
Entzweiung aus
Einheit
entspringt,
endet in
Einheit.
Wie
alles
Urteil in
seinem
Gegenurteil
sich auf
hebt, wie
aller Gedanke,
zu Ende
gedacht,
durch
seinen
Gegensinn
in sich
selbst zurückkehrt,
so kehrt
alle
Erscheinung
in sich
selbst
zurück,
sich selber
aufhebend.
Alle
Wirklichkeit
hält
stand, so
lange du
Befriedigung
im Wirken
suchst, solange
du, selbst
Erscheinung,
sinnliche
Erscheinung wahr-nimmst,
solange du
an die
Wirklichkeit
dieser Welt
glaubst.
Erscheinung,
durchschaut,
hält nicht
stand,
verblasst,
zerrinnt,
geht
zugrunde,
geht auf
den Urgrund
zurück.
Wirklichkeit,
als Schein
erkannt, wirkt
nicht mehr,
ist nicht
mehr
wirklich ̶
vergangen
wie ein
Traum, der
beim
Erwachen zu
nichte
ward.
*
Was
dir als
gegenständliche
Welt
erscheint,
ist nicht
an sich;
was du
Wirklichkeit
nennst, ist
zu sinnlich
anschaulichen
Bildern gewordener
Gedanke in
dir ̶
ist dein
träumendes
Verlangen,
die unermessliche
Kluft zu
überbrücken,
der weite
Irrweg zur
ewigen
Heimat.
Die
Gestaltung
dieser Welt
ist dein;
Wirklichkeit
folgt
deinem Gebot
̶ Wahr-nehmung
in dir
ist
Be-dingung;
das heisst:
was du
von Erscheinung
für
Wahrheit
nimmst,
gewinnt
Gestalt,
wird zu
wirklichen Dingen.
Du
er-innerst
dich aus
zeitloser
Vergangenheit
̶ du er-innerst
dich aus
raumloser
Nähe und
Ferne ̶
du
ver-gegenwärt-igst
dir aus
seelisch
ewiger
Gegenwart
sinnlich
gegenwärtige
Erscheinung.
Deine
Einbildung
wird
Vorstellung:
das
Verlangen
in dir
hat
sinnliches Da-sein
gewonnen,
was du
wirklich
wahr
nennst, hat
sich
geschaffen.
Die
gewaltige
Welt ist
aus deiner
Empfindung
geboren,
deine
eigene Schöpfung
̶ du
selbst.
*
Dies wunderbar Einfache wird von Unmündigen widerstrebend erfasst ̶ volles Erleben hiervon ist nur dem Erwachenden beschieden.
* * *
Was
aus
Ursprung
dieser Welt
lebt, lebt
zwiefach:
lebt als
Empfindung in
dir, lebt
als
Bewegung
ausser dir;
Bewegung im
unendlichen Raum
̶ und
Empfindung
solcher
Bewegung in
ewiger
Seele ̶
: die also
erscheinende
Welt.
Bewegung
aus dem
Raume
trifft dich
̶ du
wirst der
Bewegung
inne.
Inne-werden
der
Aussen-bewegung
ist
Empfindung
in dir;
Auslegung
dieser deiner
Empfindung
ist dir
Bewegung im
Raum.
Empfindung:
ver-inner-lichte
Bewegung;
Bewegung:
ge-äusser-te
Empfindung.
Was aus-wendig
Bewegung
ist, ist
in-wendig
Empfindung.
Äusserer
Gegenstand schafft
inneren
Zustand;
innerer
Zustand
schafft
äusseren
Gegenstand.
Bewegt
empfindest
du ̶
empfindend
bewegst du.
Seelische Empfindung
von dir
aus-gelegt,
wandelt
sich ausser
dem Bereich
deiner Seele
zu sinnlich
anschaulicher
Bewegung.
Empfindung
aus dir
hinausverlegend, stellst
du vor;
vorstellend
wirkst du;
gegen-ständlich
Vorgestelltes
ist
Gegenstand;
Gegenstand
widersteht;
Widerstand
ist Wirkung
auf dich.
Dein
eigenes
Werk, aus
dir
gewirkt,
ist
Wirklichkeit
und wirkt
auf dich
zurück.
*
Die
Seele wird
von
äusserer
Bewegung
innen
bewegt; die
innen bewegte
Seele
bewegt nach
aussen. Du
empfindest
in dir,
das heisst:
du bewegst
ausser dir.
Was du
zeitliche
und
räumliche
Ferne
nennst, ist
sinnlich befangene
Auffassung;
Seele wirkt
aussersinnlich,
Seele wirkt
seelisch, über
Zeit und
Raum
hinaus.
̶ Eines
ist
Auslegung
deiner Empfindung
und
Rückwirkung
des aus
dir
Hinausverlegten
̶ Zusammenfliessen
der Seelen
̶ Seele
der Dinge
̶ eigene
Seele ̶
Überbrückung
des
Ur-sprungs.
Je
nach
Vorwiegen
seelischer
oder
sinnlicher
Auffassung
im Ich
scheint Empfindung
oder
scheint
Bewegung,
scheint
eigener
Zustand
oder fremder
Gegenstand,
ist
gedankliche
Ein-bildung
oder
anschauliche Wahrnehmung,
das ist:
allen
deinen
Sinnen
fassbarer
Körper ̶
der Gedanke
ist
leib-haftig
geworden;
Eines ist
Gedanke und
Sichtbarkeit des
Gedankens.
Angeschaute
Gedanken
sind
Körper.
Davon
sagt
Patandschali:
"Körpererscheinung
wird durch
Wandlung der
Auffassung
im
Ich."
Davon
sagt der
Buddha:
"Wie
ich aus
einem
Schilfrohre
den Halm
ziehe ̶ hier
das Schilf
̶ dort
der Halm,
so bilde
ich aus
diesem meinem
Leibe nach
dem Willen
meines
Herzens
einen
anderen
Leib, mit
allen Gliedern
versehen
und mit
Gefühl
begabt."
Der
verlangende
Gedanke zu
Fleisch und
Blut
geworden.
*
Es
scheint,
als sei
in dir
seelische
Empfindung,
es scheint,
als sei
ausser dir
seelenlose
Bewegung;
deiner
Seele
Empfindung,
deinen Sinnen
Bewegung ̶
Gegensatz
und
Einheit.
Was
sinnlich
als
Gegensatz erscheint,
wird
seelisch
als Einheit
erkannt.
Was blindem
Schauen durch
unüberbrückbare
Kluft
getrennt
scheint,
unvereinbar
und unlösbares
Rätsel,
ist Eines;
Eines, was
deinen
Sinnen
Bewegung,
deiner
Seele
Empfindung
ist ̶ je
nach
sinnlicher
oder
seelischer Auffassung
unterscheidende
Benennung,
ununterschieden
in sich,
zwei Worte
für das
Selbe ̶
: Verlangen
in dir.
Und wie
du in
deinem eigenen,
einheitlichen,
ungespaltenen
Verlangen
Widerwillen
von Willen
unterscheidest, beides
in dir,
beides
Eines ̶
du selbst,
so unterscheidest
du Bewegung
von
Empfindung,
bei des
in dir,
beides Eines
̶ du
selbst.
Alle
Empfindung
ist
Bewegung,
alle
Bewegung ̶
Empfindung;
Beid-einheit,
seelisch-sinnlich
geschaut.
Empfindung
in dir
und die
Welt ist
bewegt; du
durchschaust
die Bewegung
und still
stehen alle
Sonnen und
Erden, und
es
empfinden
alle Sonnen
und Erden,
ruhelos
Ausgleich
suchend.
*
Ich
ist
Ur-sprung.
Nichts
dieser
Welt, was
sich nicht
im Ich
willig-un-willig
schafft,
zwiefach in
Zeit und
Raum. Aller
Inhalt des
Ich durch
Gegen-sinn
in sich,
durch
Gegen-stand
zu sich.
Die ganze
Welt im
verlangenden,
im
unter-scheidenden,
im
ur-teilenden,
im ent-zweienden,
im
ent-zweiten
Ich. Ich
ausser sich
verlangend,
spaltet in
sich
selbst,
spaltet im
Urteil,
Wollen und
Tun:
bejahend
verneint Ich,
wollend
en-will
Ich,
liebend
hasst
Ich.
Kein
Tun ist
einwertig.
Du vermagst
dich keinem
Dinge
zuzuneigen,
ohne dich
einem
anderen
Dinge
abzuneigen.
Zuneigend
neigst du
dich ab,
abneigend
neigst du
dich zu.
Alle
Zuneigung
ist
Abneigung,
alle Abneigung
ist
Zuneigung.
Du bejahst
den Satz
und
verneinst
damit den
Gegensatz. Du
glaubst
Eines zu
tun und
tust
zweierlei
̶ : ewiger Zwiespalt,
ewiger
Ur-sprung
in dir
selbst.
Kein
Geschehen,
kein Ding,
kein Wort,
kein
Gedanke ist
eindeutig.
Mit
deinem
Leibe neigt
sich deine
Seele.
Neigung ist
körperliche Bewegung,
Neigung ist
seelische
Empfindung.
Neigung
deines
Leibes ist
Neigung deiner
Seele;
seelische
Neigung
erscheint
deinen
Sinnen als
Körperbewegung; Körperbewegung
ist in
dir als
seelische
Neigung
wach.
Neigung
ist
seelisch
und
sinnlich
zugleich.
In
einem Worte
ist Einheit
von
Zuneigung
und
Abneigung,
Einheit von
Empfindung
und
Bewegung,
Einheit von
Leib und
Seele. Im
einheitlichen Worte
liegt sich
selbst
aufhebender
Gegensinn:
Ich und
du, innen
und aussen,
hier und
dort,
Zustand und
Gegenstand,
Zeit und
Raum, Gedanke
und Tat,
Seele und
Sinnlichkeit,
Unfassbares
und greifbare
Wirklichkeit;
in einem
Worte
Anziehung
und
Abstossung,
Aufflammen
und
Verlöschen,
Lust und
Leid,
Himmel und
Hölle,
Leben und
Tod.
In
jedem Worte
spiegelt
sich
zerfallene
Einheit.
Gegensinn
im
einheitlichen
Wort ̶
Einheit
gegensinnlicher
Worte ist
Lösung nie
gelöster
Rätsel,
Lösung nie
gelösten
Widerspruchs;
törichter
Streit
durch
Jahrtausende
̶ : Allgottheit,
Göttervielheit;
Gutes und
Böses in
Gott;
Wesenseinheit
oder
Doppelwesen
der Welt;
Weltgeist
oder
Weltenstoff;
Allseele
oder
Seelenvielheit;
Ursächlichkeit
oder
Selb-einheit;
Zweck oder
Zufall;
eherne Naturgesetze
oder freie
Schöpfung
̶ wie
auch
Irrende die
seelisch sinnliche
Kluft
benannt
haben mögen
̶ müssige
Fragen dem
Wissenden,
Lösung
aller
Gegensätze,
Lösung des
Widerspruchs
dieser
durch Widerspruch
werdenden
Welt.
*
Und
ferner, o
Teurer,
Lösung nie
gelöster
Rätsel ̶
: das
Wunder der
Verkörperung.
Es
offenbare
sich dir,
aus welchen
Tiefen
solche Lösung
fliesst und
der Weg
zu
Erlösung.
Du
fühlst
dich
Körper, du
weisst dich
Seele. Du
empfindest
dich selbst
unmittelbar,
du schaust
aus dir
mittelbar
durch
Sinne.
Deine Sinne
nehmen
sinnlich
wahr; Seele
in dir
nimmt
sinnlich
Geschautes
für wahr.
Auf
fünffach
verschlungenen
Sinnenwegen
suchend,
seelenblind
für alle
Seele
ausser dir,
verkennst
du alles,
was du
nicht
selbst bist
und dich
selbst. Du
begreifst
die ganze
Welt
sinnlich;
du nimmst
dich selbst
sinnlich
wahr.
Also
seelenblind
schauend
glaubst du
dich von
Allseele abgeschieden,
vermagst
abgeschieden
Erachtetes
nicht mehr
seelisch zu
dir zu
einen. Was
du nicht
mehr als
eigen
erkennst,
deuten
deine Sinne
als ausser
dir; du
vermagst,
was dir
aussen
dünkt,
nicht
anders als
fremd, als
räumlich
dir
gegen-über-stehend,
als
gegen-ständlich
zu dir
aufzufassen; du
kannst, was
du nicht
selbst
bist, nur
als
Gegenstand schauen.
Alles
nicht-Ich
muss dir
Ding und
Körper
sein.
*
Also
sieht Seele
kraft ihrer
Sinne
Körper;
also ist
Seele
sinnlich erfasst:
Körper.
Also
sind
Körper:
Körper
durch
wahrnehmende
Sinne ̶
Körper
durch Verkörperung
der Seele,
zwiefach
Eines.
Empfindend
bist du
Seele,
empfunden
Leib;
be-seelter
Körper ̶
verkörperte
Seele.
Sinnliche
Gestalt ist
seelische
Gestaltung,
leibliche
Zeugung ̶
seelische
Über-zeugung;
Beid-einheit
̶ : Gedanke leibhaftig
geworden,
dein
schaffendes
Verlangen.
Du
verlangst
und es
wird Ding
und
Bewegung,
du
verlangst
und es
ist
Empfindung
und Seele:
̶ gottabgewandt:
Welt ̶
weltabgewandt:
Gottheit
genannt.
Alles
was dir
als
Wirklichkeit
erscheint
̶ welche
Namen es
auch trage
̶ ist
Seele, von
Seele in
dir
sinnlich
erfasst.
Seele ̶
alles andere
Sinnenmitgift.
Alle
Gestaltung
Seele, alle
Gebilde in
die Sinne
fallende Erscheinung
̶ Sinn-bild
der Seele
̶ Seele
im
Bannkreis
der Sinne
̶ Seele
in
irdischer
Umhüllung
̶ in
Sinnenwelt
versunkene Gottheit.
Nur
für
irdische
Augen ist
diese Welt
̶ Samsara;
seelisch durchschaut
versinkt
die
Erscheinungswelt
deinen
Sinnen; nur
für seelisches
Schauen ist
Erlösung
̶ Verklärung
der Welt
̶ der
Seele Seeligkeit
̶ Nirvana.
* * *
Raum-zeitlose
Seele in
zeit-räumlicher
Welt.
Im
unendlichen
Raum alles
zeitlos; in
ewiger Zeit
alles
raumlos.
Ohne
Raum ist
alles im
Laufe der
unendlichen
Zeit; ohne
Zeit ist
alles im
unendlichen
Raum.
In
der Zeit
ist die
Gegenwart
̶ ohne
Dauer, und
nur im
zeitlosen Gedanken
zu fassen.
Im Raum
ist der
Punkt ̶
ohne
Ausdehnung,
und nur
im raumlosen
Gedanken zu
fassen; in
Zeit und
Raum
erscheinende Körperlichkeit
ist endlos
teilbar,
also
körperlos
und nur
in Gedanken
zu fassen.
Urteil
von Zeit
̶ nicht
Zeit;
Urteil von
Raum ̶
nicht Raum;
Urteil von
Körper ̶
nicht
Körper.
Das letzt
Denkbare
von Zeit,
das letzt
Denkbare
von Raum,
das letzt
Denkbare
von Körper
ist Gedanke
im Ich.
Das
letztdenkbare
Urteil der
Welt ist
Ich-urteil.
Im
Ich ist
Bindung und
Lösung
dieser
Welt.
Ich,
erscheinend,
ist Zeit
in Raum,
ist
Empfindung
in
Bewegung,
Willen in
Kraft,
Ursache in
Wirkung,
Freiheit in
Notwendigkeit,
Selbigkeit
in
Ursächlichkeit,
Seele in
Leib,
Wahrheit in
Täuschung,
Wesen in
Schein. ̶
Denkt die
Welt, so
denkt sie:
Ich.
Zeiteinbildung,
Raumvorstellung,
Körperwahrnehmung
̶ die
Welt ̶
entspringt
und endet
im Ich.
Ich-gegenwart
ist
Zeitewigkeit,
ist Raumunendlichkeit,
ist Körper
und
Wirklichkeit.
Zeit-räumliches
Ich aus
raum-zeitloser
Seele.
Davon
ist gesagt:
>>das
Weltall hat
nur in
mir
Bestand.<<
*
Ich
ist ur-Teil
im
entzweienden
Ursprung
der Welt.
Ich
ur-Teil,
vom All
abgesondert
̶ un-zu-langend
̶ ver-langt
zum All
zurück;
darum ist
Ich
Verlangen.
Ich ist
ungestilltes
Verlangen;
Ich ist
unstillbares Verlangen;
Ich ist
nur durch
Verlangen.
Ich,
sich selbst
wollend, muss
Alles zu
sich
wollen, so
lange Ich
̶ Ich
ist.
Ich
ist worin
Ich
erwacht.
Ich ist
was sich
im Ich
bewusst
wird, was
Ich sich
einbildet,
was sich
im Ich
bildet, was
Leben im
Ich gewinnt
nennt sich
Ich.
Ich-inhalt
erachtet
sich für
»Ich«.
Ich
ragt über
sich
hinaus: Ich
ist was
Ich wollend
umfasst,
was Ich
nicht wollend
umfasst,
was Ich
wollend
nicht
umfasst;
Ich ist
soweit Ich-auffassung
reicht.
Kein Ich,
wenn nichts
umfassend;
kein Ich,
wenn allumfassend.
Ich
entspringt,
Ich endet
im
Verlangen;
Ich
wechselt in
sich mit
seinem Verlangen;
Ich
wechselt in
sich mit
wechselndem
Gegenstand;
mit anderem
nicht-Ich
ist anderes
Ich.
Ich
besteht
ohne
eigenen
Bestand ̶
ewig neu
geborene
Gegenwart,
ewig
erneute,
ewig
vernichtete
Selbstherrlichkeit;
das ewig
Vergängliche aus
dem ewig
Unvergänglichen.
Der
Glaube, als
habe das
Ich ein
Sein in
sich,
schafft
Ich, erhält
Ich, endet
mit Ich
̶ ein
Nichts, das
Alles ist.
Ich ist
Teil, so
lange es
sich Teil
glaubt.
Gibt Ich
sich auf,
so ist
Ich alles.
*
Ist
Einbildung
Ich, so
ist
Vorstellung
nicht-Ich.
Alles Ich
baut sich
auf am
nicht-Ich;
am
nicht-Ich-gegen-stand
findet Ich
seinen Rück-halt;
durch
Wider-stand
gegen alles
nicht-Ich
ist das
Ich.
Ich
lebt nur
durch
Gegensatz
̶ durch
Gegensatz
zu sich:
Raum, durch
Gegensatz
in sich:
Zeit.
Verlangend
einigt Ich
allen
räumlichen,
allen
zeitlichen
Gegensatz
in
sich.
Ich,
alles
nicht-Ich
zu sich
anziehend,
stösst
alles
nicht-Ich
von sich
ab.
Verlangend
schwankt
Ich von
s-Ich
zu
nicht-Ich,
von
nicht-Ich
zu s-Ich
zurück.
Ich
verlangen
spiegelt
sich im
nicht-Ich;
nicht-Ich
wirft das
Ich
verlangen
zurück.
In dem
Masse wie
Ich
verlangt,
widersteht
das
nicht-Ich
dem
Verlangen;
in dem
Masse wie
Ich zu
sich verlangt,
wird Ich
vom
nicht-Ich
verlangt ̶
Ergreifend,
ist Ich
ergriffen.
Also
ist
zwischen
Ich und
Ich
Anziehung
im
Verlangen;
also ist
zwischen Ich
und Ich
Abstossung
im
Verlangen;
also ist
Verlangen Anziehung
und
Abstossung
zugleich;
also hält
Verlangen
Ich und
Ich auseinander;
also ist
Verlangen
nach
Vereinigung
zu sich
Hindernis
der Einigung
̶ das
Verbindende
ist das
Trennende.
Ich
will das
All zu
sich,
enwill sich
zum All
̶ weltschöpferischer
Irrtum.
*
Ich
überträgt
sich ins
nicht-Ich.
Verlangend
tritt Ich
aus sich
hinaus,
langt
ausser
sich, ist
nicht mehr
bei sich,
ist ausser
sich, ist
in seinem
Gegenstand
̶ Ich im
nicht-Ich.
Ich
weiss nur
von sich;
Ich
empfindet
immer nur
sich
selbst;
s-Ich
einbildend stellt
Ich s-Ich
vor;
vorstellend
fasst Ich
sich selbst
gegen-ständlich
auf. Wie
Ich sich
im
gegen-Stand
empfindet,
so empfindet
Ich den
Gegenstand.
Gegenstand
dem Ich
ist Ich
im gegen-Stand.
Soweit Ich
den
Gegenstand
empfindet,
soweit ist
Zerklüftung im
Ursprung
überwunden,
soweit ist
das
Empfindende
und das
Empfundene Eines.
Die
Empfindung
ist das
Empfundene.
Ich-zu-stand
im
Gegen-stand
nennt sich
selbst mit
anderen
Namen.
Ich
verkennt
sich im
du ̶ wie
ein Hund
sein
eigenes
Bild im
Spiegel anknurrt.
Eines ist
Zustand und
Gegenstand.
Eines ist
Ich und
du ̶
Einheit in
sich, in
dir
unterscheidende
Namen.
Im
Verlangen
liegt Ich
und
nicht-Ich;
im
Verlangen
fällt Ich
und nicht-Ich
aus-einander.
Was Ich
verlangend
nicht will,
will nicht
Ich, will
ein
nicht-Ich
̶ "ich
will nicht"
das heisst:
"du
willst".
Ich
und Ich
̶ zerfallene
Einheit,
geschaffen
und
auseinander gehalten
durch
blindes
Verlangen.
Davon
ist gesagt:
"ich
bin du".
*
Alles
was ausser
Ich ist,
ist aus
Ich. Alles
nicht-Ich
beginnt und
endet im
Herzen des
Ich. Wie
im Willen
Unwillen
liegt, so
liegt im
Ich das
nicht-Ich.
Ich
will durch
Willen und
Unwillen;
Willen wie
Unwillen
ist Ich-verlangen.
Willen wie
Unwillen
hat
dasselbe
Ziel.
Ich-loser
Wille undenkbar;
ziel-loser
Wille,
Wille ohne
Gegen-stand
des Wollens
undenkbar.
Ich
will durch
Bejahung
und
Verneinung:
sogenannte
Verneinung
des Willens
ist
Bejahung
geänderten
Willens ̶
das Eine
Verlangen
bei gewechseltem
Ziel.
In
sich
verneinen
heisst
ausser sich
bejahen; in
sich
vernichten heisst
aus sich
hinaus
schaffen;
aus sich
hinaus
schaffen
heisst
ausser sich
schaffen.
Unwillig
aus dir
Entlassenes
weicht aus
dem Bereich
deiner Seele,
fällt in
den
Bannkreis
deiner
Sinne,
tritt,
selbständig geworden
̶ ein
eigenes Ich
̶ dir
sinnlich
gegenüber.
Abstossung
im Ich
ist das
Abgestossene,
ist aus
eigenem
Zustand geschaffener
Gegen-stand.
Das
Angezogene
ist im
Ich
Anziehung;
das Angezogene
ist
Gegenstand
im Zustand
Ich:
̶
Verlangen
im Ich
ist das
nicht-Ich
̶
Verlangen
vom Ich
ausgesprochen,
vom
nicht-Ich,
dem
Widerschein des
Ich,
'wieder'
ausgesprochen,
das ist
'wider'sprochen,
sieht sich
selbst gegenüber,
tritt sich
selbst
entgegen,
ist sich
selbst Gegenstand
des
Verlangens.
Die
Welt sich
selbst
wollend ̶
darum ist
Welt.
*
Das
Aussereinander
von Ich
und Welt
ist
Erscheinung;
das Durchschauen
des
Scheines
ist
Erlösung.
̶ Verlangen
im Ich
ist das
nicht-Ich;
Verlangen
im Ich
ist die
sich
schaffende
Welt; alles
Geschaffene erkennt
sich im
erkennenden
Ich.
Kein
Ich ohne
Welt; das
Verlangen
in dir
schafft die
Welt, darum
ist die
Welt dein
Verlangen;
darum
verlangt
dich nach
der Welt.
Die Welt
wird und
wirkt wie
du,
verlangend,
die Welt
wirkst. Die
Welt ist,
so lange
du an
dich und
deine Welt
glaubst ̶
mit dir
entsteht,
mit dir
vergeht
deine
Welt.
Keine
Welt ohne
Ich ̶ :
Ich geht
in der
Welt auf,
die Welt
geht im Ich
auf; darum
lösen sich
vom Ich
aus alle
Fragen
dieser Welt
̶ : endlos
wechselnde
Namen
endlos
wechselnden
Verlangens
in dir
̶ Widerschein
deiner
selbst ̶
Und die
ganze Welt
erlangend,
erlangst du
dich selbst
̶ nichts
mehr.
Verlangen
ist Gedanke
in dir;
denken
heisst
urteilen,
urteilen heisst
zeugen.
Dein
Gedanke ist
Dasein,
dein Glaube
ist
Schöpfung,
deine
Überzeugung
ist
Zeugung.
Eines ist
der
Schaffende
mit dem
Geschaffenen, Eines
ist Ich
und
Welt.
Davon
ist gesagt:
"der,
fürwahr,
baut aus
sich diese
ganze Welt
̶ und
ist ihre
Vernichtung,
der solches
weiss."
Du
schaffst
die Welt,
die Welt
schafft
dich ̶
schafft
sich in
dir. Die
Welt sich
selbst
schaffend,
sich selbst
schauend,
sich selbst
verlangend, sich
selbst
vernichtend.
*
Vielfach
ist in
Suchenden
der Gedanke
aufgestiegen,
in
Erkenntnis suchenden
Weisen
mancher
Völker
alter und
neuer
Zeiten;
ausgesprochen hat
die Lehre
von den
Gegensätzen
Bhagavad-gîta-upanishad
mit deutlichen
Worten,
aber
unverstanden
von der
Menschheit
blieb die
Erkenntnis, unerkannt
in ihren
Tiefen:
"Alle
Geschöpfe
dieser Welt
lassen sich
vom
Trugbild
der Gegensätze
betören,
die sie,
liebend
oder
hassend,
sich selber
schaffen."
*
Uraltes Wissen, o Teurer, verkündige ich dir wieder, Lösung nie gelöster Rätsel, Lösung des Weltwiderspruchs; der Erkenntnis Urgrund, die Lehre vom Gegensinn in der Erscheinung ̶ dvamdva-vidya ̶ die Lehre von der sich selbst aufhebenden Welt.
*
Also
ist die
Unterweisung:
Weltursprung
̶ durch
Ur-sprung:
Ent-zweiung
in ur-Teil
und gegen-Teil,
Ich und
nicht-Ich.
Weil
durch
Ur-sprung
Kluft ist,
darum steht
alles
dieser Welt
ein-ander
unerkannt
gegen-über,
darum ist
alles
dieser Welt
durch Gegen-sinn,
darum sieht
alles
dieser Welt
einander
als
Gegen-stand,
darum ist
Widerspruch
in der
Erscheinung
endlos,
darum ist
ewiger Kampf Davon
ist gesagt:
"Zweiheitlich
ward
All-Einheit,
Wahrheit
und Täuschung
an sich
zu
erleben."
"Ich
weiss warum
die Welt
ist: Gott
wollte
leiden".
*
Gegenteile
schaffen
sich
aus-ein-ander,
Gegenteile
heben
einander auf;
Gegenteile
scheinen
endlos weit
von
einander,
Gegenteile
berühren einander;
Gegenteile
fallen,
auseinander
tretend, in
einander;
wie Ost
und West
auseinandertretend
im Rücken
der Erde
ineinanderfallen,
wie West im
Osten, wie
Ost im
Westen
wiederkehrt;
wie Ost
zu Ende
gedacht zu
West wird
und West
zu Ost;
wie aller
Gedanke zu
Ende
gedacht,
durch seinen
Gegensinn
hindurch in
sich selbst
zurückkehrt
̶ der
geraden,
nach durch
messenem
All in
sich
zurückkehrenden
Linie
vergleichbar.
Wie
farbloses
Licht in
Gegenfarben
zerfällt,
wie
Gegenfarben,
vereint,
einander zu
Farblosigkeit
ergänzen,
so ergänzen
aus-ein-ander
gefallene Gegenteile,
vereint,
einander zu
nichts.
Aller
Gegensatz
ist den
Gegensätzen
an einer
Kugel
vergleichbar;
Vergleichbar
den
Gegensätzen
eines im
Kreise
schwingenden
Pendels.
Aller
Gegensatz
dieser Welt
erscheint
durch
wechselndes
Urteil sinnlicher
Wahrnehmung
̶ blosse
Auffassung
im
Ich.
Mächtig
bewegte
Sterne
stehen
deinen
Sinnen
still;
still
stehende Sterne
siehst du
mit dem
Himmelsgewölbe
mächtig
über dir
bewegt.
̶ Savitar
hebt sich
aus dem
Meere: du
schaust
Sonnenaufgang;
was dir
Sonnenaufgang ist,
ist Anderen
Sonnenuntergang;
was dir
oder
Anderen Sonnenaufgang
oder
Sonnenuntergang,
ist weder
Aufgang
noch
Untergang
̶ Savitar
strahlt
ewigen Tag.
Indessen du
die Sonne
steigen
siehst,
sehen
andere
dieselbe
Sonne
fallen; es
vermag die
Sonne nicht
zu steigen
ohne zu
fallen,
vermag
nicht zu
fallen ohne
zu steigen,
steigt und
fällt zu
gleicher
Zeit ̶
steigt
weder noch
fällt.
̶ Innere
Erden scheinen
im rechten
Laufe
umzukehren;
Wandelsterne
und Monde,
Sonnen und
Erden, nach
überstiegenem
Höhepunkt,
werden
rückläufig.
Kein Gegensatz
im rechten
Laufe,
keine
Umkehr,
kein
Rücklauf
̶ irriges Urteil
vom
wechselnden
Standort
des irrig
schauenden
Ich.
Ich,
zeiträumlich
atmend,
wechselt
Standort,
Ansicht,
Urteil.
Durch
Ich-urteil-wechsel
ist
Gegensatz.
Ur-teilend
schafft Ich
in sich
zeitlichen Gegensatz
̶ ausser
sich
räumlichen
Gegensatz.
Wechselndes
Urteil im
Ich zeugt
für
Gegensinn
im
Einheitlichen
̶ zeugt
für
Einheit im
Gegensatz.
Aller
Gegensatz
geht auf
̶ wird
und vergeht
̶ im
Ich; Ich
schafft, Ich
vernichtet
allen
Gegensatz.
Nur in
einem 'Ich'
ist Willenswechsel,
nur in
einem 'Ich'
ist
Urteilsgegensatz;
mit aufgehobenem
'Ich' ist
aller
Gegensatz
aufgehoben.
Scheinen
Gegensätze,
so ist
Einheit.
Ist das
Eine
Gegensatz
des Anderen,
so ist
das Eine
gleich dem
Anderen ̶
so ist
weder das
Eine noch
das Andere.
*
Raum-anstoss
ist
Zeitfolge:
Wechselt
Ich aus
sich
hinaus, so
empfindet
Ich durch
nicht-Ich
räumliche Wider-stand-wirkung,
das ist
̶ : wirklicher
Gegensatz.
Durch
Widerstand
Empfindung
wechselt
Ich in
sich
zeitlich
eigene Empfindung,
das ist
̶ : eigentlicher
Gegensatz.
̶ Ur
sache aus
mir ̶
Wirkung auf
mich:
Ich-m-Ich;
wirklich
räumlicher
̶ eigentlich zeitlicher
Gegensatz.
̶ : Beid-einheit.
̶ Raumanstoss
ist
Zeitfolge.
Durch
Zerfall im
Ur-sprung:
Urgegensinn;
das ist
sinnlich-
seelische
Auffassung
in Ich
und
Ich.
Eines
ist innen
und aussen,
Eines
Ursache und
Wirkung,
Eines Zeit
und Raum,
Eines
eigentlich
und
wirklich,
Eines
Bewegung
und Empfindung,
Eines Seele
und Leib,
Eines Ich
und
nicht-Ich
̶ : durch Ich-ur-Teil,
das ist
durch
Ich-Urteil
sinnlich
geschaffene Teilungserscheinung
̶ Ur-sprung
im
Ich.
Dvamdva
̶ : aus
Einheit Ich
gezeugte
gegen-Teile,
Gegensinn
und Gegenstand,
Gedanken
und Dinge
gegenseitig
gezeugt,
gegenseitig gepaart;
Hälften,
die
getrennt,
einander zu
nichts
aufheben;
die vereint,
einander zu
nichts
ergänzen;
Eigenschaffungen,
die durch
Spaltung sind
und nicht
sind ̶
getrennt
und vereint
nicht
sind.
Daraus
ist:
Gegensinn
im
einheitlichen
Wort,
daraus ist:
Einheit gegensätzlicher
Worte.
Nimmerrastender
Widerschein
des
spaltenden Ursprungs,
nichtige
Schöpfung
im Ich
̶ Trugbild
des Seins.
*
Sinnlich
geschaut:
Durch
Ursprung
Raum, durch
Raum Zeit;
im Ursprung
inzwischen entzweiten
Teilen die
sich
schaffende
Welt; die
Welt in
der Kluft
inzwischen Ich
und nicht
Ich. Alle
Wirklichkeit
dieser Welt
rastlos wechselnde
Beziehung
inzwischen
Ich-zustand
in sich
̶ Ich-zustand
im Gegen-Stand.
Endloser
Kreislauf
der
Erscheinung
von
Gegensinn
zu Gegenstand,
von Ich
zu
nicht-Ich,
von
nicht-Ich
zu Ich
zurück. ̶
Gegensinn
in s-Ich
die
werdende,
Gegenstand
zu s-Ich
die
gewordene Welt.
Alles
zeiträumliche
Aussereinander
ist im
Ich, alle
Unterscheidung,
aller
Gegensatz,
alle Worte,
alle
Vielheit ̶
im Ich
ist
Ur-sprung
und Unendlichkeit
dieser
Welt.
Eines
ist was
du, durch
ur-teilenden
Willensgegensatz
in dir,
zu Gegensätzen
ausser dir
prägst;
Eines ist
was du,
ur-teilend,
entzweit schaust
̶ : willkürliche,
an sich
nichtige
Unterscheidung,
endlose Gestaltung
deines in
Einhauch
und
Aushauch
atmenden
Verlangens
̶ deine
eigene
Schöpfung
̶ du
selbst.
Davon
sagt des
Heilweges
Buch des
Lehrers
Lao: "Diese
Einheit der
Gegensätze bezeichne
ich als
den
Urgrund,
die grosse
Tiefe und
das der
Erkenntnis geöffnete
Tor."
*
Und
noch
einmal:
Durch
Ur-sprung-erscheinung
scheint
Entzweiung.
Jedes der
beiden Teile
lebt das
Leben des
anderen ̶
gleichwertige
Bruchstücke.
Durch Kluft
geblendet
verkennt
sich eines
im anderen
̶ Sündenfall.
Dem
also
gewordenen
Zwiespalt
folgt alle
Erscheinung:
aller Gedanke,
alles
Urteil,
alles Wort
̶ Wille
und Tat
gegen sich
selbst gerichtet.
Alles
Urteil
Widerspruch
in sich;
̶ Sinn
und
Widersinn in-ein-ander.
Alle
Unterscheidung
in Wort
und Urteil
bedeutungslos
̶ in
sich selbst
aufgehoben
̶ blosse
Lautver-schiedenheit.
Nur
Eines ist
̶ alles
Erscheinende
ist
irrendes
Verlangen
im Ich
zum Ziel,
nichts
mehr.
*
Wahn-sinn
das Wesen
der Welt
in Worte
fassen zu
wollen.
Seele,
Kraft,
Geist,
Stoff,
Gedanke ̶
Gottheit
̶ gleichviel
mit welchen
Lauten du
das
benennst,
was dich
lebt.
Erscheinung
dieser Welt
schafft
sich,
durchschaut
sich, hebt
sich auf.
Was
sich also
erscheinend
schafft,
ist nicht
Wahrheit ̶
ist nicht
Täuschung ̶ ist
ewig
vergängliches
Sinn-bild
des Ewigen.
*
So
lautet die
Lehre von
der sich
selbst als
nichtig
aufweisenden Erscheinungswelt
̶ der
Erkenntnis
Höhe und
Tiefe, der
Erkenntnis eherner
Kern und
Anker.
Und
was du,
o Teurer,
durch
solche
Erkenntnis
verlierst
ist ein
Nichts; und
was du
durch
solche
Erkenntnis
gewinnst
ist
Alles.
So
lange dir
der tiefen
Lehre
volles
Verständnis
nicht
aufgegangen ist,
o Teurer!
so lange
wisse dich
fern vom
Hohenziele
der
Erkenntnis.
*
Die
ganze
Sinnenwelt
wächst,
sich
verklärend,
zu
Gottheit.
Alles Samsara
ist
Verlangen
nach
Nirvana. Je
nach dem
Ziele
deines
eigenen Verlangens,
nach
Samsara
oder nach
Nirvana
erscheint
dir das
Geschehen dieser
Welt
Vorgang
oder
Rückschritt,
ziellos
oder
zielbewusst,
blinder Zufall
oder
unabwendbare
Bestimmung.
Weder
das Eine
noch das
Andere ̶
in sich
freie,
durch
Gegensinn
in der
Erscheinung
gebrochene
Kraft in
dir ̶ dein
schaffendes
Verlangen.
Das
Ziel der
Welt bist
du selbst,
o Teurer!
In dir,
mit jedem
Atemzug wechselnd,
alle Stufen
der
Weltenschöpfung
̶ Weltenvernichtung;
von Samsara
zu Nirvana,
von Nirvana
zu Samsara
rastlos gegeneinander
schwankend.
Samsara
heisst sich
in
irdischer
Anschauung
verlieren.
Nirvana heisst
sich
wiederfinden.
Irdisches
Verlangen
rückt
Nirvana in
zeit-räumliche
Fernen ̶
Nirvana ist
̶ wenn
dich nicht
mehr nach
Nirvana
verlangt.
Ewigkeit
des
Ursprungs
im Ich,
Ewigkeit
der
Weltenschöpfung
und Weltenvernichtung.
Ich,
besinnungslos
Seeligkeit
ausser sich
suchend,
jagt nach
selbstgeschaffenen
Trugbildern
̶ Sinnenkampf
zu Samsara;
Ich, sich
auf sich
selbst
besinnend,
wendet sich
von
irdischenTrugbildern
ab ̶
Seelenkampf
zu
Nirvana.
Verlangend
schafft Ich
Samsara,
Verlangen
verklärend
schafft Ich
Nirvana; Samsara
und Nirvana
schafft
sich im
verlangenden
Ich.
Blinder Kreislauf
des
Verlangens,
Kreislauf
der
Wiedergeburt.
̶ Samsara
ist Verlangen;
mit
schweigendem
Verlangen
ist
Nirvana.
Wie
ein Kind
im
nichtigen
Spiele zum
Manne
wächst, so
wachsen wir
Menschen in
Samsara zu
Nirvana.
Samsara
hält uns
das
blendende
Schild vor
̶ gläubig
hasten wir
danach ̶
und
erwachen in
Nirvana.
Die
grosse
Täuschung,
o Teurer,
die ewige
Torheit ̶
Samsara ̶
der weite
Irrweg zu
Nirvana! ̶
Du folgst
dem ewigen
Kreislauf
erkennend oder
blind; du
nahst dem
ewigen
Ziele
unwillig-willig
̶ aus
Gottheit zu
Gott und
Gottheit ̶
unser
aller
Ziel.
Samsara
ein Alles,
das nichts
ist;
Nirvana ein
Nichts, das
alles ist
̶ unendlich
das eine,
ewig das
Andere ̶
dem
Erkennenden
Einheit.
*
Solches
lehren seit
Jahrtausenden
unsere
Brüder,
Hohemeister
in Tibet,
sser-od
in
Kâ'gdschur:
"Wisse
o Sohn
der
Erhabenen!
um dem
nach
höchstem
Ziele
strebenden Bôdhisattva
alle
Schranken
und
Hindernisse
aus dem
Wege zu
räumen,
lehren
Wissende
die
unwandelbare
Wahrheit
vom
ungetrennten
Samsara und
Nirvana."
"Wisse,
dass die
Buddha
Samsara und
Nirvana auf
das Klarste
als unverschieden
erkannt
haben."
* * *
Keine
Wahrheit im
vielheitlichen
Samsara:
Vielheit
muss sich
selbst widersprechen;
zerfallene
Einheit
hebt sich
selbst auf
Samsara
zeugt blinde
Kinder.
Erscheinung
wie Worte
wandeln
sinnlos von
Sinn zu
Gegensinn.
Nur
dem
selbstisch
verlangenden,
dem
einseitig
wertenden Ich
scheint
Sinn in
Samsara ̶
wie dem
Träumenden
Sinn im
sinnlosen Traume
scheint.
Alle
Wahrnehmung
in Samsara,
alle
Empfindung,
und alle
Deutung von
Wahrnehmung
und
Empfindung
̶ bedeutungslos.
Lust
wie Qual,
Bewunderung
wie Abscheu
und alle
Worte aller
Welten ̶
bedeutungslos,
sinnlos,
weil
sinnlich.
*
Ich,
im Gefühl
seiner
Unzulänglichkeit,
verlangt
nach
Ergänzung ausser
sich.
Zeitlich
wechselnde
Empfindung
im
Verlangen,
vom Ich
ausgelegt, gewinnt
sinnliche
Gestalt im
Raum. Mit
Wechsel
seelischer Empfindung
wird
Wechsel
sinnlicher
Anschauung.
Im Ich
zeitlich Geschiedenes
erscheint,
räumlich
vorgestellt,
als
Verschiedenheit
̶ erscheint
und ist.
Nach
ein-ander
wird
neben-ein-ander;
in-ein-ander
wird ausser-ein-ander.
Seelisch
empfunden:
Gegen-sinn,
zeitlich
endlos wechselnd;
sinnlich
angeschaut:
Gegen-stand,
räumlich
endlos vervielfacht.
Folge
in der
Zeit ist
Vielheit im
Raum.
Beid-einheit
dem Wissenden.
Endloses
Verlangen
in dir
erscheint
als
endloses
Werden ̶
Gedanken
zu Worten,
Worte zu
Dingen
verkörpert.
Die
verlangende
Welt denkt
durch
zahllose
Worte Einen
Gedanken.
Alle
Gedanken
und alle
Worte
dieser Welt
sagen nur
Eines; alle
Worte aller
Sprachen
aller
Welten ̶
endlos
wechselnder
Ausdruck
endlosen Verlangens
nach
Alleinheit.
Aus
wechselnder
Empfindung,
wechselndem Urteil,
wechselnden
Worten
schafft
sich die
Vielheit
dieser Welt
̶ die vielheitliche
Welt aus
dem
schaffenden
Wort.
Davon
sagt
Tschhandogya-Upanishad:
"an
Worten
haftend ist
alle Umwandlung
der
Erscheinung."
*
Aufleuchten
möge in
dir, o
Teurer,
voll die
Einheitserkenntnis!
Der
Welten
ewiger
Ursprung
hat nur
Ein Ziel;
dein
rastlos
wechselndes Irren
nach dem
Einen Ziele
benennst du
mit
wechselnden
Namen. Dein
Wort benennt,
dein Wort
wertet,
dein Wort
schafft die
Dinge ̶
ein Zweites,
glaubst du,
sei es,
wenn du
es anders
benennst ̶
Aus Vielheit
wertender
Worte des
wechselnden
Urteils in
dir schafft
sich die
Vielheit
der Dinge.
Endlose
Sinnbilder
des Einen
Gedankens
deuten wir
sehend
Blinden als
endlose
Vielheit
verschiedener
Dinge.
Erfass erbarmend
wohl die
tiefe
Blindheit
der
Menschen!
̶ Blindheit
der Führenden
und
Geführten,
Blindheit
der
Weisesten
aller
Völker und
aller Zeiten
̶ uns
Armseligen
der Weg
zu
Erkenntnis
̶ Befangenen unnahbar
̶ Suchenden
die offene
Schranke ̶
lichte
Einsicht
dem Erwachenden.
Nur
Eines ist
im
Kreislauf
der
Erscheinung:
Ver-langen!
schlaftrunken
suchendes
Verlangen
nachdem
letzten
Ziele. ̶
Erwachen führt
aus
Verlangen
und Tat,
aus
Gedanken
und Worten
zu
willenloser,
zu
wortloser
Wahrheit.
̶ Wer
also sieht,
der ist
sehend. ̶
Davon
sagt
Taïttitiya-Upanishad:
"Erkenntniswonne
wird von
keiner Sprache
erreicht;
vor der
Wonne der
Erkenntnis
kehren alle
Worte um,
und alle
Gedanken."
̶ Ananda.
*
Unsere
Brüder,
Hohepriester
in Tübet,
lehren seit
Jahrtausenden:
"Es
ist, o
Rabdschor,
alles
Erfassen in
der Ichheit
ein Nichterfassen.
Wissende, o
Rabdschor,
gehen nicht
in die
Einbildung:
'Ich'
ein.
"Wenn
ein
Wissender
also denkt:
Wesen ist
ohne Ich
̶ Ichlos
ist Wesen,
solchen
nennt
De-schin-scheg-pa,
der
Feindbesieger
und heilig
vollendete Buddha
einen
erwacht
Erkennenden.
"O
Rabdschor!
Wenn du
denken
solltest,
dass die
in
wahrhafte Reinheit
Eingegangenen
jegliches
Sein völlig
zerstört
und
demselben ein
Ende
gemacht
haben, so
gib, o
Rabdschor,
solcher
Meinung
nicht Raum...
Es sind
dies nur
Worte ̶
das Wesen
selbst ist
unausdenkbar und
wird von
Unmündigen
nicht
erkannt.
"Das
Wesen, o
Rabdschor,
ist in
sich ̶
und ist
weder Verschiedenheit
noch auch
Gleichheit
in ihm,
weder Sein
noch Nichtsein,
und volle
Erkenntnis
hievon wird
das
allerhöchste
wahrhaft rein
vollendete
Erwachen
genannt.
"Der
Name dieses
Lehrbegriffs
lautet:
"der
an das
jenseitige
Ufer der
Erkenntnis
Gelangte."
Dieser
Lehrbegriff,
o
Rabdschor!
Ist unergründlich
und seine
voll
gereiften
Früchte
stelle dir
als unergründlich
vor."
* * *
Aus
Nebelgluten
sondern
sich
Schlacken,
ballen
sich,
erkaltend,
zu Sonnen
und Erden;
aus
lebender
Flut starre
Gebilde,
aus
Gottheit ̶
̶ Ich
̶
̶ ur-sprung-er-schein-ung-ur-teil-gegen-teil-ver-langen
̶ ein
unabsehbarer
Strom, der
das All
durchmessend,
in seiner
eigenen Quelle
mündet ̶
: Samsara!
*
Uns
schauend
Blinden ̶
Nichts.
Da
geschieht
im
All-Einen
das Unergründbare:
Absonderung
'Ich'.
Absonderung
hält sich
zurück ̶
der Strom
überflutet;
Absonderung
drängt vor
̶ der
Strom
hemmt;
Empfindung
und
Empfundenes
̶ Wirkung
aus dir
und Wirkung
auf dich.
̶
Das
Eine,
Einheitliche,
Ungeteilte,
Unteilbare
̶ : als
sei
zwiefach Sein.
Es
scheint als
seist du
̶ es
scheint als
sei ausser
dir, es
scheint, erscheint,
und ist
wirklich:
Ich und
Sinnenwelt,
ja und
nein, Lust
und Leid,
und alle
Worte.
Aus
dem
seelisch
Einen das
sinnlich
Zerklüftete:
die im
Ich-bewusstsein
erwachte
Welt. Aus
dem Ewigen
das ewig
Vergängliche
̶ Vergängliche
Welten
zeugen
wider sich
selbst:
Absonderung
"Ich"
aus
Gottheit
ist
Sündenfall.
Ur-sprung
̶ atmende
Kluft, die
trennend
verbindet
̶ Anziehung
und Abstossung,
Entzweiug
und
Zu-eins-paarung,
Werden-Verwerden
zugleich
̶ Spiel
in sich
selbst ̶
unsere Welt
̶ eine
Welt durch
ewig
erneuten
Ursprung in
sich; eine
Welt in
ewiger Selbstentzweiung,
in ewigem
Kampfe
gegen sich
selbst, in
ewiger Blindheit
sich selbst
gebärend,
sich selbst
vernichtend
̶ die im
Wahn gewordene,
im Wahnsinn
verharrende
Welt.
Unabsehbar
grauenerfüllte
Wahlstatt
nie
gestillten
Verlangens,
nimmer
endender
Tat ̶
Ringen um
verlorenes
Paradies,
Ringen um
Erkenntnis, Ringen
um Erlösung
̶ Seele
wider
Sinne,
Gedanke
wider Tat,
Himmel
wider
Hölle;
endloses
Ringen von
Lust wider
Seeligkeit,
Samsara
wider
Nirvana,
Abgott
'Ich' wider
Gottheit
̶ allüberall
blind
stürmende
Erscheinung,
von
Sinneswahn
zu Widersinn
sinnlos
wechselnd;
hinfällige
Gebilde,
Scheingestalten,
flüchtige
Schatten,
im
Entstehen
dem
Untergang,
in der
Geburt dem
Tode geweiht
̶ Trugbilder,
blosse
Namen,
blosse
Worte im
nichtigen
Urteil Ich
̶
̶ endloser
Widersinn
ewig
erneuter
Entzweiung,
ewig neuer
Wiedervereinigung ̶ werdend
verwerdende,
seiend
nicht
seiende
Welten.
* * *
Durch
blindes
Vergaffen
ist
Sinnenwelt.
Sinnenwelt
schafft
sich wie
Liebesrausch,
wie aus
deinem inne-Befinden
der Traum
sich
schafft ̶
sinnvoll
̶ sinnlos.
Wie ein
Weib, verlangend
angeschaut,
zu
sinnberückendem
Reiz wird,
so wird
Seele, verlangend
angeschaut,
zu
berückender
Sinneswelt
̶ : unsere Welt!
wirklich
zwar, doch
nicht
wahrhaft.
Und wie
es aus
Traum und
Rausch ein
Erwachen
gibt, so
gibt es
ein
Erwachen
aus
verlangenden Sinnen.
Was
du in
dir Traum
und was
du ausser
dir
Wirklichkeit
nennst, ist
wesenseines ̶ : zu
sinnlichen
Bildern
geworden er
Gedanke.
Wie
die
Schlange,
die dich
im Traume
schreckt,
nicht
wahrhaft lebt;
wie das
Schwert,
das dich
im Traume
trifft,
nicht von
Eisen ist;
die
Geliebte,
die dich
beglückt,
nicht
Fleisch und
Blut ̶
wie Lust
und Qual,
wie
Schlange
und Weib
im Traum
̶ so
alle Dinge
dieser Welt
̶ wirken
und sind
nicht.
Und
wie unter
deiner
Schädeldecke
Schwert und
Weib Raum
hat und
alle Gebilde
dieser
Welt, dazu
alles
Geschehen
und Werden
̶ so
ist die
ganze Welt
in dir
und ist
nicht;
wirklich
zwar, doch
nicht wahrhaft
̶ und
wie die
im Traume
wahrgenommenen
Gesichte
alsbald zu
nichts verflattern,
so
schwindet
im Leben
alles
dahin, was
du für
wahrhaft geworden
hieltest;
von allen
Welten
bleibt
Erinnerung,
und
Erinnerung verweht
̶ und
wie es
im Traume
ein leises
Besinnen
gibt, so
dämmert
dir wohl
in lichten
Augenblicken
die
Erkenntnis:
ich träume
diese Welt
̶ und
wie du,
aus dem
Traume voll
erwachend,
Lust und
Grauen abgeschüttelt
hast, so
erwachst du
aus den
Freudenqualen
unseeliger Erscheinung
und schaust
wahrhaft ̶
überwunden
ist alles
Verlangen,
geschlossen
der
Ursprung ̶
nicht mehr
ist diese
Welt.
*
Befangen
hält uns
alle ein
tiefer
Traum ̶
ein
allfesselnder,
ein allumstrickender
Wahn, ein
unermessliches
Blendwerk
̶ Maya ̶
unsere Welt.
Wie,
wenn ein
Pilgerzug,
in
wasserloser
Strecke vom
Wege
abgeirrt,
dem Tode
ins Antlitz
schaut und
es ersteht
den
Dürstenden
das Wüstentrugbild:
Zelte und
Paläste
unter
wehenden
Palmen
spiegeln
sich in
weiten
Wasserflächen
̶ was
verzweifelnd
zu Boden
lag, rafft
sich freudig
auf und
strebt
entschlossen
dem
verheissenden
Ziele zu
und lobpreist
bewegten
Herzens ̶
vergessen
ist alle
Qual! ̶
die rettenden
Götter.
Du
aber, mit
dem Auge
des
Wissenden
schauend,
stehst
unbewegt ̶
und die
an dir
vorübereilen,
nach
vermeintlichem
Glücke
jagend,
weisen höhnend
auf dich
zurück: da
steht er,
der uns
lehren
wollte,
wohl in
weisen Gedanken
versunken!
Ihm vor
Augen ist
Leben und
Lust ̶
und der
Narr grübelt,
statt
zuzugreifen.
Durchschaut
ist die
blendende
Erscheinung,
als
Wahnsinn erkannt
̶ diese
wahr-genommene
Welt ist
vergänglicher
Schein.
*
Die Welt ist Erscheinung im Ich ̶ Ich ist Erscheinung in der Welt ̶ wesenlose Erscheinung ̶ Erscheinung des Wesens dieser Welt; ̶ Gottheit in der Erscheinung zum Ich gesunken, im Ich zeitlich an Ort gebannt, im Ich leidende Gottheit ̶ unselig ̶ selbstvergessen.
*
Samsara
ist durch
Widersinn,
keine
Wahrheit in
Samsara.
Aus
traumlosem
Schlafe
erwachst du
träumend
̶ träumend
glaubst du
an die
erträumte
Welt und
an dich
selbst. Du
jagst nach
Träumen
und was du
erreichst,
ist Traum.
Erfass es
wohl:
nichts
mehr. Vom
Traum zu
Traum enttäuscht,
schaffst du
in dir
den
rettenden
Gedanken:
diese Welt
ist nicht
Wahrheit,
diese Welt
ist
eigengeschaffenes
Trugbild.
Was
du draussen
suchst ist
in dir
selbst:
nach aussen
langend
erlangst du
räumlich,
was du
zeitlich
aus dir
hinausverlegst;
die ganze
Welt erlangend,
erlangst du
dich
selbst.
Im
Feuer der
Erkenntnis
entzündet
sich in
dir die
Kraft von
solchem Trug
zu lassen.
Du gehst
in dich,
du entsagst
dem Schein,
du kehrst
dich dieser
Welt ab,
du bekehrst
dich zu
Gottheit ̶
Gottheit in
dir
entringt
sich der
Erscheinung.
Und
wie du
aus
ureigener
Kraft die
vergängliche
Welt
schufst, so
schaffst du
in dir
ewige
Gottheit ̶
aller
Gottesverehrung,
aller Völker,
aller
Zeiten,
aller
Welten
ewiges Ziel
̶ der
gewaltige Unterstrom,
das
Ungestillte
in höchster
Lust, das
Tröstende
in tiefstem
Leid ̶ :
Religion.
*
Nur
Eines ist:
Gottheit ̶
alles
Andere ist
Lüge.
Erwache!
Blinder
Glaube in
dir hält
dich in
den Fesseln
törichter Hoffnung,
in ewig
erneuter
Enttäuschung;
deine Sinne
halten dich
in Leiden
und Tod.
Erwache aus
dem Banne
nimmer
gestillten
Verlangens,
erwache aus
friedloser
Tat,
erwache aus
Geburt und
Tod. Tod
ist für
Tote.
Im
Kerker und
an den
Karren
geschmiedet
schwinge
ich mich
aus Ketten
und Mauern
hinaus ̶
aus Qualen
und
Herrlichkeiten
dieser Welt
̶ in
zeitlosem
Augenblicke
durcheile
ich, des
Leibes
ledig, alle
Räume und
alle
Zeiten,
schaue alle
Welten und
alles
Geschen...
was von
mir, im
Kerker oder
im Purpur,
verachtet
oder
angebetet,
im Reiche
des Todes
zurückbleibt
̶ bin
ich
nicht.
Davon
ist gesagt:
"und
dieser Leib
mag endigen
in
Asche."
Überwunden
ist der
unseelige
Irrtum,
gestillt
das
Verlangen,
gefunden
der heilige
Weg aus
Erdenlust
und
Erdenqual,
aus Grauen
zu Seeligkeit,
aus Tod
zu
Unsterblichkeit.
Nur
Eines ist:
Gottheit ̶
alles
andere ist
nichtig.
Erkenne
dich
selbst,
besinne
dich auf
deine
Seele.
Erfasse
das grosse
Wort, das
grösste,
das je
eines
Menschen
Seele erfasste
̶ erbebe
in der
Erkenntnis:
̶ ich
bin
Gottheit ̶
Davon
ist gesagt:
"brahma
bist du
und in
brahma
gehst du
auf."
Was
in dieser
Welt
zeiträumlich
auf
einander
wirkend,
als
endloses Werden
erscheint,
ist deiner
träumenden
Lust
freudiger
Widerschein,
̶ von
Zeugung zu
Überzeugung
̶ deiner
Seele blind
tastendes
Verlangen
̶ und was
in dir
lebt, lebt
in allen
Welten.
Und wie
dein Verlangen
ist, solche
Welt wird
dir, in
solcher
Welt
entstehst
du, solche
Welt
entsteht in
dir.
*
Welten erglühen ̶ Welten erkalten. Wie Pradschapati von eigener Schöpfung erschöpft ist, so erschöpft sich alle Erscheinung ̶ nicht zu Vernichtung, ̶ zu Erneuung. Alle Welten fallen in sich zusammen, voll-enden in Nichts ̶ ein Nichts, das Alles ist.
*
Alle
Erscheinung
sucht
Frieden.
Ebbe
folgt auf
Flut, Flut
folgt auf
Ebbe; Flut
hier ist
Ebbe dort,
Flut dort
ist Ebbe
hier; Flut
und Ebbe
zu gleicher
Zeit, Flut
und Ebbe
am selben
Ort.
Die
Welten
atmen von
Nirvana zu
Samsara ̶
durch
unermessliche Freudenqualen
von Samsara
zu Nirvana
̶ von
Wesen zu
Dasein in
allen Ewigkeiten
und
Unendlichkeiten.
̶
Tagen
die Sinne,
so nachtet
die Seele;
wacht die
Seele, so
ruhen die
Sinne.
An
Stätten
ohne Zahl
̶ in
endlosen
Räumen ̶
zahllose Stufen
ewiger
Entfaltung
von Seele
zu Sinnen,
von Sinnen
zu
Seele.
Hier
deiner
Gegenwart
leuchtender
Sinnentag,
brennende
Mittagsglut
̶ dort,
deinen
Sinnen
entrückt,
in dunkel
geahnten
Gedankenfernen:
Frieden,
Seelenreich,
Gottheit ̶
Einst,
in
ungezählten
Tagen,
leises
Entschlummern
der
Erscheinung,
Aufdämmern
der Seele
auch hier;
Seeligkeit,
Erwachen
der
Gottheit
auch in dir
̶ und in
Weltenfernen
versunken
alle
Sinnesherrlichkeit.
̶
Bin
ich, so
ist Welt;
gebe ich
die Welt
auf, so
ist
Gottheit;
ist Gottheit,
so bin
ich nicht
und keine
Welt. Darum
keine
Gottheit da
ich bin,
keine
Gottheit da
Welt ist
̶ und
kein Ich,
keine Welt
in der
Gottheit ̶ Gottheit
Welt.
Weltenzeugung
̶ in
sich
gebundene
Gottheit ̶
Sinnenherrschaft
̶
Samsara
̶ Entsagung
̶ Bekehrung
̶ Überwindung
̶ Erlösung
̶
Verklärung
der Welt
in Gottheit
̶ der
Seele
Seeligkeit
̶ Nirvana.
Also
entstehend
vergehend
sind diese
ringenden
Welten ̶
sind nicht
̶ das
schweigend
sprechende
All-Eine:
̶ brahma
̶
*
So,
o Teurer,
mühen wir
uns, wir
in der
Geburt
Erblindeten,
vergängliche
Erscheinung
zu
durchschauen
und der
Welt, der
ewigen, zu
nahen. Möge
uns ein
Lehrer
beschieden
sein, möge
uns ein
Führer erstehen
̶ ein
Seher ̶
ein
Gott.
Frieden
sei mit
dir, o
Teurer!
Ich
habe zu
dir vom
Endziel des
Wissens
gesprochen
̶ gesagt,
so viel zu
sagen
deinem
Verständnis
angemessen
war ̶ zu
irdischem
Heil und zu
der Welt
Erlösung
̶ stammelnde
Worte
suchender
Seele. Die
ersten Hügel
im Tiefland
sind
erstiegen,
es lichten
sich die
Nebel ̶
:
vor
dir in
schier
unabsehbaren
Fernen
leuchten
die Höhen
von Himavat.
Öffne
dein Auge
göttlichem
Lichte ̶
du schaust
wahrhaft
̶ und
zuschanden
geworden
ist alle
irdische
Weisheit
̶ zerstoben
die allblendende
Erscheinung
̶ erloschen
der
Weltenschein
̶ ein
Traum ̶
was in
dir erwacht
ist, ist
grösser
als alle
Welten ̶
erreicht
das Hoheziel
der
Erkenntnis,
erreicht
Vollendung
̶ Vollendung
in Gottheit.
*
So
lautet in
âranâda-upanishad
der adhyaya:
Erwachen;
wortlos das
Letzte:
Nirvana.
*
So lautet die Upanishad vom Erwachen der Menschheit aus der Erscheinung.
̶
Hüte das
Erbe ̶
Hüte das
Erbe